Deutscher Hochschulverband (DHV)
Kempen: "Politisches Versagen auf den Knochen der Studierenden"
DHV fordert Ende des Studienplatzchaos durch Bundesregelung
Mehr zu: Bildungsausgaben, Doppelter Abiturjahrgang, Hochschulpakt, Hochschulzugang, Numerus Clausus, Studienwahl, Studierendenzahlen, HochschuleDer Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Professor Dr. Bernhard Kempen, hat die Verantwortlichen in Bund und Ländern zu Beginn des Wintersemesters dazu aufgerufen, das absurde Theater um die Vergabe von Studienplätzen zu beenden.
"Den Universitäten steht angesichts doppelter Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht das Wasser bis zum Hals. Die Studienanfängerzahl hat eine weitere Höchstmarke mit mehr als einer halben Millionen Erstsemestern angesteuert. Immer mehr Hochschulen müssen angesichts ihrer chronischen Unterfinanzierung Zulassungsbeschränkungen erlassen, um einen halbwegs geordneten Lehrbetrieb aufrechterhalten zu können. Mit der Ausdehnung der Vorlesungszeiten in die Nachtstunden und auf Wochenendtage sowie der Ausgliederung von Lehrveranstaltungen in Zelte, Kinos und Kirchen und der Rückkehr von Videoübertragungen aus den Hörsälen ist das Ende der Zumutungen längst erreicht."
Vor diesem Hintergrund bleibe es "desaströs", so Kempen weiter, dass sich das alljährliche Chaos bei der Hochschulzulassung fortsetze. Bereits im Wintersemester 2009/10 seien 18.000 Studienplätze in zulassungsbeschränkten Fächern unbesetzt geblieben, weil Bund und Länder bei der Etablierung eines geordneten Nachrückerverfahrens versagten. Leidtragende seien Studierwillige, die den Lockrufen der Hochschulpolitik folgten und sich eventuell sogar für ein Mangelfach entschieden, dann jedoch einem undurchsichtigen bürokratischen Hindernislauf gegenüberstünden. "Dass der für dieses Wintersemester geplante Start einer ohnehin abgespeckten Version des neuen Studienplatz-Vergabesystems wegen technischer Probleme verschoben werden musste, ist eine Blamage bis auf die Knochen, insbesondere für die selbsternannte ,Bildungsrepublik´, die sich ihrer High-Tech-Offensiven rühmt," betonte Kempen.
Beschämend sei, dass die Verantwortlichen die bislang erfolglose Investition von 15 Millionen Euro mit "einem müden Schulterzucken" quittierten. "Bei dem nunmehr anvisierten Start zum Wintersemester 2012/13 muss es bleiben. Bund und Länder müssen ein Vertragswerk schnüren, dass diejenigen, die für Verzögerung verantwortlich zeichnen, auch in Regress nimmt", forderte Kempen.
Angesichts des angerichteten Chaos müsse der Bund die Reißleine ziehen und von der ihm verbliebenen Regelungskompetenz Gebrauch machen. "Es ist vollkommen unverständlich, dass die Bundesministerin nach all den Debakeln um die Hochschulzulassung bislang nicht einmal den Versuch unternommen hat, ihre Zuständigkeit wahrzunehmen oder als Trumpfkarte gegenüber den Beteiligten auszuspielen. Wenn sie weiterhin die Verantwortung von sich schiebt, sollte sie lieber auf der Auswechsel- statt auf der Regierungsbank Platz nehmen", so Kempen. An einem geordneten Zulassungsverfahren sollten sich alle Hochschule beteiligen. Es sei "inakzeptabel, dass der Wissensdrang junger Menschen auf bürokratisches Unvermögen und kleinkariertes Denken stößt", betonte Kempen.
Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit über 26.000 Mitgliedern.
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der Witz kommt erst, wenn sie alle zusammen auf den Arbeitsmarkt strömen --- das wird nicht so leicht in vielen Fächern
und durch dieses gespaltene Bildungswesen und die Fehlinterpretation des OECD-Bildungsberichtes und "Akademikermangels" wird es sehr wohl zu Akademikerschwemmen in bestimmten Fächern kommen -- und zwar nicht nur in Buchwissenschaften - aber dort natürlich besonders
eines nicht mehr fernen Tages wird DE die höchste Historikerdichte der Welt aufweisen.
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