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Lehrerverband

Schulleitung in Bayern - ein unbeliebter Beruf

BLLV-Präsident Wenzel warnt vor Schulen ohne Leitung / "Die Suche nach Nachwuchskräften gestaltet sich auch in Bayern immer schwieriger, weil der Beruf unattraktiv ist"

Mehr zu: Bayern, Bildungsausgaben, Lehrerbildung, Schulmanagement, Schule
München, 25.10.2011 -

Weil die Arbeitsbedingungen für die rund 5000 bayerischen Schulleiterinnen und -leiter miserabel sind, wird es immer schwieriger, Nachwuchs zu finden. Immer weniger Lehrkräfte wollen sich der extremen Arbeitsbelastung und dem damit verbundenem Stress aussetzen und schlagen entsprechende Angebote aus.

"Das ist eine alarmierende Entwicklung, aber keine Überraschung. Seit langem ist bekannt, dass sich die Situation der Schulleitungen Jahr für Jahr verschlechtert", betonte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, heute in München. Zwar würde niemand die schwierige und unbefriedigende Situation von Schulleiterinnen und -leitern bezweifeln, tatsächliche Verbesserungen ließen aber nach wie vor auf sich warten. "Diese Situation hat dazu geführt, dass die Betroffenen resignieren und zum Teil auch kapitulieren. Sie sehen sich vor das unlösbare Problem gestellt, eine Fülle zusätzlicher Aufgaben ohne Personal, ohne finanzielle Mittel und ohne Freistellung bewältigen zu müssen", erklärte Wenzel. Es sei nachvollziehbar, wenn junge Kolleginnen und Kollegen abwinkten, wenn ihnen der Job angeboten würde. Erneut forderte Wenzel durchgreifende Verbesserungen: "Schulleitungen müssen in die Lage versetzt werden, die an sie gestellten Managementaufgaben erfüllen zu können. Das heißt, sie brauchen mehr Zeit für den Beruf, mehr gut ausgebildetes und bestens bezahltes Verwaltungspersonal und eine optimale Vorbereitung."

Wenzel warf der Staatsregierung vor, schul- und bildungspolitische Entwicklungen verschlafen zu haben: "Der Beruf eines Schulleiters von heute ist nicht mehr mit dem vor 50 Jahren vergleichbar. Moderne Schulen erfordern moderne Managementqualifikationen." Dieser Tatsche werden weder die Ausbildung noch die Bezahlung gerecht. Hinzu komme, dass die Position eines Schulleiters kräftezehrend sei und regelrecht krank machen könne. "Der Versuch, allen Anforderungen gerecht zu werden, ist zum Scheitern verurteilt. Schulleiter, die wie an Grund- und Hauptschulen üblich, auch noch bis zu 20 Wochenstunden Unterricht abhalten müssen, werden regelrecht zerrieben."

Die Liste der zu bewältigenden Aufgaben ist lang: ausufernde Bürokratie, ständige Reformen, Verwaltung des Mangels - überall fehlt Personal - schwierigere und verhaltensauffälligere Kinder, fordernde Eltern, Kooperations- und Repräsentationsaufgaben sowie die Umsetzung der UN-Konvention zur Inklusion. Gleichzeitig sind die Erwartungen an die Schulleiterinnen und -leiter enorm: Sie sollen eine gute Unterrichtsversorgung sicherstellen, Schulen in mehr Selbständigkeit führen und Ganztagsangebote einrichten - allerdings ohne ausreichende finanzielle Mittel und dafür notwendiges Fachpersonal.

"Wenn die Politik nicht gegensteuert und die Anliegen der Schulleiter/innen in Bayern ernst nimmt, kommt es zum Kollaps: Wir werden in absehbarer Zeit Schulen ohne entsprechende Leitung haben", warnte der BLLV-Präsident. Damit der Fach- und Führungskräftemangel nicht auch noch den Bildungsbereich in voller Härte treffe, müssten jetzt entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Der Beruf müsse aufgewertet und attraktiver gestaltet werden.

Der BLLV wiederholt daher seine Forderung nach Anerkennung der Gleichwertigkeit von Schulleitungen, eine angemessene Bezahlung und entsprechende Ausbildung, die Erhöhung der Anrechnungszeiten für Schulleitungen, eine hinreichende Ausstattung der Schulen mit Verwaltungspersonal sowie eine gezielte Nachwuchsgewinnung für schulische Führungskräfte.

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