Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer und BWIHK-Präsident Dr. Peter Kulitz vereinbaren Kongress zur beruflichen Bildung
Kultusministerin spricht mit Spitzenvertretern des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK)
Mehr zu: Ausbildungspakt, Ausbildungsreife, Baden-Württemberg, Berufsorientierung, Duale Ausbildung, Kongress, Berufliche BildungDas erste Gespräch von Spitzenvertretern der Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammern mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport stand ganz im Zeichen der Stärkung der dualen Ausbildung und der frühkindlichen Bildung. Um hier die Kräfte und Anstrengungen zu bündeln, wird im Sommer 2012 ein gemeinsamer Bildungskongress des Kultusministeriums und des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) stattfinden.
"Die Landesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt – für uns ist Bildung die große soziale Frage unserer Zeit. Nur, wenn wir die Talente und Begabungen jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft fördern und fordern, schaffen wir eine tragfähige Grundlage zu einer freien, selbstverantwortlichen Lebensgestaltung und machen gesellschaftliche Teilhabe möglich, die zur Sicherung des Wohlstandes der Bevölkerung unseres Landes und unserer Wirtschaftskraft einen entscheidenden Beitrag leistet", betont Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer.
Auch Dr. Peter Kulitz, Präsident des BWIHK ist überzeugt: "Es gibt klare Erfordernisse und Erwartungen unserer Wirtschaft, gerade im Bereich Bildung. Hier stehen wir aufgrund der demografischen Entwicklung vor großen Herausforderungen, um den Fachkräftebedarf unserer Unternehmen auch weiterhin zu sichern. Die Betriebe brauchen ausbildungsreife Schulabgänger, die in der Lage und willens sind, eine duale Berufsausbildung erfolgreich zu absolvieren. Wichtig ist dazu eine verbesserte Qualität im Bildungswesen, die quer über alle Schularten optimale Voraussetzungen dafür schafft, dass den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein erfolgreicher Start ins Berufsleben gelingt."
Einigkeit besteht darüber, dass die Berufsorientierung in allen Schularten verstärkt werden müsse und deshalb durchgängig in den neuen Bildungsplänen zu verankern sei. Praxisorientiertes Lernen ermögliche den Schülerinnen und Schülern, bei der Entscheidung für ihren weiteren Ausbildungs- und Berufsweg auf ein breites Wissen zugreifen zu können und einen direkten Einstieg in die betriebliche Ausbildung als attraktive Alternative zu erkennen. Dazu gehört ebenso, dass in der Lehrerausbildung ein früher Kontakt zur Wirtschaft, beispielsweise in Form von Unternehmenspraktika, als Teil der Lehrbefähigung integriert wird.
"Nur wenn Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen ihrer Ausbildung Einblick in Betriebe nehmen können, sind sie optimal darauf vorbereitet, die Erfordernisse der Unternehmen an Wissen und Fähigkeiten der zukünftigen Auszubildenden und Fachkräfte in den Unterricht einfließen zu lassen", betont die Ministerin. Bedeutend ist für sie dabei, dass auch bei der neuen Gemeinschaftsschule das Leistungsprinzip und die Durchlässigkeit zu den anderen Schularten im Vordergrund stehen.
Präsident Dr. Kulitz begrüßt für die Wirtschaft besonders, dass das Ministerium den Unterrichtsausfall an den Berufsschulen abbauen möchte. "Dies ist eine wichtige Voraussetzung für starke Berufsschulen. Der bisher bestehende Lehrermangel und damit verbunden, der hohe Unterrichtsausfall, müssen schnellstmöglich abgebaut werden. Mit dieser Maßnahme sind wir auf dem richtigen Weg". Die Ministerin bedankt sich insbesondere für das große Engagement der IHKs im vorschulischen Bereich mit dem "Haus der kleinen Forscher" sowie bei den Bildungspartnerschaften, das dazu geführt habe, dass inzwischen fast 80 Prozent aller Schulen einen festen Partner aus der Wirtschaft hätten. "Die Wirtschaft freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Wenn wir unsere Kräfte bündeln, werden wir im Bemühen um ein noch besseres Bildungswesen in Baden-Württemberg und im Kampf gegen den Fachkräftemangel erfolgreich sein", bewertet Präsident Dr. Kulitz das Spitzentreffen.
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