Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Forschungsergebnisse weltweit sichtbar machen
"Success Stories" zeigen den Mehrwert von Open Access für unterschiedliche Akteure / DFG-Präsident Kleiner: Offenes Wissen ist eine strategische Frage für den Forschungsstandort
Mehr zu: Forschung, SonderthemenWissenschaftliches Wissen und Forschungsdaten frei und kostenlos zugänglich zu machen – das ist das Ziel von Open Access. International, vor allem in Europa und den USA, ist die Idee weit verbreitet. In Deutschland unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gezielt die Möglichkeiten des Open-Access-Publizierens in allen Disziplinen.
Die "International Open Access Week" vom 24. bis 30. Oktober 2011 lädt auch deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen ein, vor Ort über laufende oder geplante Open-Access-Aktivitäten zu informieren und dabei für den uneingeschränkten Zugang zu Wissen aus öffentlich geförderter Forschung zu werben. "Der freie Zugriff auf wissenschaftliche Informationen fördert die internationale Vernetzung der Wissenschaft und trägt wesentlich zur besseren Wahrnehmung deutscher und europäischer Forschung weltweit bei. Damit ist Open Access zu einer wichtigen strategischen Frage für den Forschungsstandort Deutschland geworden", unterstreicht DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner.
Zur weltweiten Open-Access-Aktionswoche ist eine englischsprachige Informationsplattform online gegangen: www.oastories.org. Diese ist im Auftrag des Netzwerks Knowledge Exchange, dem auch die DFG angehört, entstanden und veranschaulicht in Projektporträts und Interviews mit Verantwortlichen Initiativen aus derzeit elf Ländern. Sie zeigen, wie und wodurch unterschiedliche Akteure davon profitieren, dass sie Forschungsergebnisse im Open Access bereitstellen. Zu den Beispielen aus Deutschland zählt das weltweit größte E-Journal für qualitative Sozialforschung "Forum: Qualitative Social Research" (FQS). Die 1999 gegründete, dreisprachige Open-Access-Zeitschrift www.qualitative-research.net, von der DFG in ihrer Pilotphase finanziert, hat sich nicht nur als Publikationsorgan einen Namen gemacht, sondern sich als Netzwerk für Forschende in diesem Feld etabliert. Dr. Katja Mruck, FQS-Gründerin und Redakteurin im Interview: "We are (...) part of a truly international and truly interdisciplinary community. This is completely different from the situation in 2000. Completely. Open access has helped us to get international."
Um den Mehrwert der internationalen Sichtbarkeit und fachlichen Vernetzung nutzen zu können, muss Open Access den Eigenarten und Bedürfnissen unterschiedlicher Fachkulturen Rechnung tragen. Damit verbindet sich ein Blickwechsel von den Zeitschriften, Hauptorgan wissenschaftlicher Ergebnisse in den Lebens- und Naturwissenschaften, zu den Monografien, die für die Geisteswissenschaften weiterhin das (Prestige-)Medium der Wahl sind. Auf der Suche nach neuen und fachadäquaten Finanzierungs- und Kooperationsmodellen hat der DFG-geförderte Exzellenzcluster "Topoi" ein Pilotprojekt mit dem de Gruyter-Verlag initiiert, das darauf abzielt, Monografien nicht nur weiterhin in der hochwertigen, für viele unverzichtbaren Druckfassung, sondern zusätzlich in einer ebenfalls vom Verlag betreuten Open-Access-Version anzubieten. Umgesetzt wird der Pilot mit der seit 2010 bei de Gruyter publizierten Reihe "Topoi. Berlin Studies of the Ancient World", deren erster Band "Babylon – Wissenskultur in Orient und Okzident" bereits vorliegt. Weiter zu erproben und auszuwerten bleibt, ob dieses Kooperationsmodell in den buchbetonten geisteswissenschaftlichen Disziplinen Schule machen kann.
Schule gemacht hat bereits ein anderes Kooperationsmodell: peDOCS, www.pedocs.de. Diese Open-Access-Plattform für die Erziehungswissenschaft kooperiert nach erst dreijähriger Laufzeit mit mehr als 25 erziehungswissenschaftlichen Verlagshäusern. So werden wichtige Fachpublikationen in der Verlagsversion als Zweitveröffentlichung frei im Internet zugänglich. Einige Partner geben komplette Zeitschriftenjahrgänge frei, andere ausgewählte Beiträge aus aktuellen Sammelbänden. Durch die Einbettung von peDOCS, das von der DFG unterstützt wird, in das elektronische Fachportal Pädagogik sind die Informations- und Forschungsressourcen schnell recherchierbar und uneingeschränkt am Bildschirm nutzbar.
Das langfristige Ziel der DFG ist, allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen den schnellen und für Nutzerinnen und Nutzer kostenfreien Zugriff auf Quellen, Daten und Forschungsergebnisse zu eröffnen. Deshalb fördert die DFG gezielt die Umsetzung des Open-Access-Paradigmas. Sie weiß sich darin mit der "Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen" verbunden, die im Sommer 2008 die Schwerpunktinitiative "Digitale Information" gestartet hat. Diese geht von der Vision einer umfassenden digitalen Forschungsumgebung aus: Forschende und Lehrende sollen direkt von ihrem Arbeitsplatz auf alle wissenschaftsrelevanten Informationen, Datenbanken und Plattformen zugreifen können. Dafür spielen bereits heute und erst recht in der Zukunft erfolgreiche Open-Access-Projekte und -Initiativen eine unverzichtbare Rolle.
Weiterführende Informationen
www.oastories.org
www.qualitative-research.net
www.topoi.org/knowledge-transfer/publications/topoi-series/
www.pedocs.de
Für Fragen zu rechtlichen, organisatorischen und technischen Fragen im Zusammenhang mit Open Access: www.open-access.net/
Ansprechpartner bei der DFG:
Dr. Johannes Fournier, Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme, Tel.: + 49 228 885 2418, johannes.fournier@dfg.de
Dr. Rembert Unterstell, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: + 49 228 885 2275, rembert.unterstell@dfg.de
Ansprechpartner
Liebe Leser,
zur Zeit hat sich bei den Universitäten die Praxis durchgesetzt nicht mehr alles in das Internet zu stellen.
Jeder Suchende kann bei den wirklich neuen Forschungen nichts Wesentliches finden, eher bei Radio oder Presseberichten. Man hält sich zurück und hat so Ergebnisse bei der Suche die schon z. Teil sechs Jahre zurückliegen vor sich.
Auf der andere Seite werden Forschungen in der Alternativen Energie nicht fortgeführt weil diese Förderungen vor Jahren ausgeblieben sind. Im Bereich der Strömungsenergiegewinnung und bei Wellenenergie hat sich wenig getan, somit bleibt es bei wenigen Modellen und Anwendungen. Eine verstärkte Forschung ist hier nötig weil dieser Bereich sehr großes Potential für die Zukunft birgt.
Die wenigen Standorte wurden mit ungeeigneten oder aufwendigen Anlagen etc. bestückt und halten sehr oft nicht was sie leisten sollten, viel Beton und Stahl wurde eingefügt. Natürliche Standorte schlage ich vor, die höchst geeignet sind und um mit sparsamen Mitteln viel zu erreichen.
Mit freundlichem Gruß
Erich Hoyer
Hochschule
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