Hochschulrektorenkonferenz
HRK-Studienplatzbörse bei der Studienplatzsuche intensiv genutzt
Mehrbedarf für Hochschulpakt erwartet
Mehr zu: Hochschulpakt, Hochschulzugang, Studienplatzbörse, Studierendenzahlen, Wintermantel, HochschuleVor dem Hintergrund der hohen Nachfrage nach Studienplätzen hat die von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bereitgestellte Studienplatzbörse die Vermittlung von Restplätzen unterstützt. Die Hochschulen veröffentlichten im September und Oktober ihre noch freien Studienplätze. Mit weit über 215.000 Besucherinnen und Besuchern auf der Internetplattform war die Resonanz deutlich stärker als im letzten Wintersemester (200.000 Besucher). Heute nun schließt die Börse für das inzwischen angelaufene Semester.
"Gerade für Studierende, die kurzfristig noch eine Zulassung bekommen, ist die Zimmersuche mancherorts noch ein großes Problem", sagte HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Bonn. "Das Angebot an Wohnheimplätzen reicht bei weitem nicht aus. Ich appelliere daher an Hauseigentümerinnen und -eigentümer, erschwinglichen Wohnraum für unsere Studierenden zur Verfügung zu stellen."
Zu dem Andrang auf die Hochschulen sagte sie: "Nach den vorliegenden Informationen aus den Hochschulen ist es vor allem in Niedersachsen und Bayern, den Ländern mit doppelten Abiturjahrgängen, in diesem Jahr zu einem deutlichen Anstieg der Anfängerzahl gekommen. Ähnliches wird aus Nordrhein-Westfalen gemeldet. In den neuen Bundesländern, die aufgrund schwächerer Geburtenjahrgänge zurückgehende Abiturientenzahlen haben, blieben die Einschreibzahlen dennoch stabil. Andere Flächenländer melden moderate Zuwächse."
Hochschulen aus den ostdeutschen Ländern berichten von einer erheblichen Zunahme der Bewerbungen von West-Abiturientinnen und -Abiturienten. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung", so Wintermantel.
Etliche Berichte aus den Hochschulen weisen darauf hin, dass sich gerade die MINT-Fächer einer gestiegenen Nachfrage erfreuen. Für Absolventinnen und Absolventen dieser Fächer gibt es eine besonders große Nachfrage am Arbeitsmarkt, die notwendigen Aufwendungen für diese Studiengänge sind aber auch überdurchschnittlich hoch.
"Auch das bedeutet, neben den über den Erwartungen liegenden Anfängerzahlen, einen Mehrbedarf für den Hochschulpakt", erklärte die HRK-Präsidentin. "Wir können sicher feststellen, dass der Hochschulpakt greift und dass die Hochschulen dessen Zielmarken erneut klar überschreiten werden. Wir fordern Bund und Länder auf, den Pakt auf Basis der realen Zahlen zu überprüfen und nachzulegen, wenn dies nötig wird. Die Hochschulen sollten durch eine solche Neuberechnung Planungssicherheit über die Laufzeit des Pakts bis 2015 gewinnen. Wer Personal und Räume bereitstellen soll, muss wissen, mit welchen Mitteln er kalkulieren kann."
Die Zahlen der Hochschulbörse spiegeln die hohe Nachfrage wider. Während die Besucherzahl deutlich stieg, lag der Spitzenwert der an einem Tag in der Börse angebotenen Studiengänge mit freien Kapazitäten unter dem des letzten Wintersemesters (knapp 1.900 gegenüber über 2.300). Der Spitzenwert wurde erwartungsgemäß Mitte September erreicht. Die Hochschulen wiesen nicht nur auf Restplätze in zulassungsbeschränkten Studiengängen hin, sondern auch auf Angebote, für die man sich ohne weiteres Zulassungs- oder Losverfahren einschreiben konnte.
Die Börse wurde eingerichtet, um die Studienzulassung zu verbessern, bis mit dem geplanten Serviceverfahren ein völlig neues Zulassungsverfahren zur Verfügung steht.
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