Deutscher Hochschulverband (DHV)
Exzellente Ausbildung gibt es nicht zum Nulltarif
AvH-Präsident Helmut Schwarz plädiert für mehr Kreativität bei der Studienfinanzierung
Mehr zu: Bildungsausgaben, Studiengebühren, HochschuleDer Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, hat mehr Pragmatismus in der deutschen Debatte um eine angemessene Studienfinanzierung angemahnt. Hierzulande werde heftig über die Einführung von Studienbeiträgen gestritten, die bei staatlichen Hochschulen im Jahr maximal bei 1.000 Euro lägen und damit "erheblich unter den Gebühren, die Eltern bereit sind, für einen Platz in einem guten Kindergarten zu bezahlen". Angesichts der Unterfinanzierung der deutschen Universitäten mit öffentlichen Mitteln und angesichts des wachsenden Bedarfs an exzellentem akademischen Nachwuchs stelle sich die Frage, wie teuer eine sehr gute Ausbildung sein dürfe und wer die Kosten tragen solle.
"In den USA hat eine staatliche Universität wie Berkeley einen Haushalt von ungefähr 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr, es gibt 1.500 Professoren und 35.838 Studierende. Das heißt, auf einen Professor kommen lediglich 24 Studenten", schreibt Schwarz in einem Beitrag der November-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre". "An einer deutschen Universität wie der LMU München mit einem Jahresetat von 486 Millionen Euro kommen 48.857 Studenten auf 719 Professoren. Ein Professor betreut hier also mehr als die doppelte Anzahl von Studenten."
Um eine exzellente Ausbildung zu ermöglichen, werde in den USA weniger auf den Staat als auf anderweitige Finanzierungsmöglichkeiten, darunter insbesondere Studienbeiträge, gesetzt. Dieses System sei zwar "nicht perfekt", so Schwarz. Zu fragen aber sei, "ob wir nicht auch in Deutschland mehr Freiräume brauchen, und anerkennen, dass für eine exzellente Ausbildung auch entsprechende Mittel investiert werden müssen".
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