Nach Vergleichen Schüler besser fördern
Mehr zu: Baden-Württemberg, Realschule, Vergleichsarbeiten, SchuleVergleichs- und Diagnosearbeiten in den Schulen mögen grundsätzlich ihren Sinn haben, wenn aus den daraus gezogenen Erkenntnissen Verbesserungen für unterstützungsbedürftige Schüler erfolgen würden.
"Bei den derzeit vorgegebenen Bedingungen wirkt das zeitraubende Testverfahren aber eher kontraproduktiv", ist Meinrad Seebacher, Geschäftsführer des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Südbaden, überzeugt. Materialschlachten und Zeitaufwand stünden in keinem Verhältnis zu den Auswirkungen auf das Ergebnis. "Weder Stütz- und Förderstunden, noch kleinere Klassen, noch Pädagogische Assistenten für die Realschule hält die Landesregierung in petto, um die Situation der bisher erfolgreichsten und stabilsten Schulart der Sekundarstufe 1 im Land Baden-Württemberg zu stärken. Stattdessen führt die neue Landesregierung die Kompetenzanalyse "Profil AC", die in der 7. Klasse der Werkrealschule schon installiert ist, auch in den Realschulen und in den Sonderschulen mit Realschulzug in Klasse 8 ein. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kann der VBE Südbaden der Einführung dieses Verfahrens nicht zustimmen.
Der VBE würde dann eher hinter der Einführung stehen, wenn einerseits die Lehrkräfte für die zusätzlichen Belastungen eine spürbare Anrechnung erfahren würden. Andererseits sei es notwendig, dass nach der Standortbestimmung für die einzelnen Schülerinnen und Schüler zusätzliche Stützkurse angeboten werden können, um die schwächeren Schüler zu stützen. Ebenso brauche es Förderkurse zur Förderung stärkerer Schüler. Beides, so Seebacher, sei nicht ansatzweise zu erkennen.
Seit dem Schuljahr 2007/2008 werden Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Werkrealschulen und adäquaten Bildungsgängen durch die Einführung der Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen in der Berufsorientierung unterstützt. Zum Schuljahr 2009/2010 wurde die Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen flächendeckend umgesetzt. Die Kompetenzanalyse Profil AC verfolgt u.a. das Ziel, Stärken einer Schülerin / eines Schülers wahrzunehmen. Wenn jedoch nach dem Testverfahren Geld und Personal fehle, um die Förderung gezielt durchzuführen, bleibt die Kompetenzanalyse Selbstzweck, ist der VBE überzeugt. Einen echten Wert zur Verbesserung von Schullaufbahnen kann Seebacher beim derzeitigen Verfahren nicht feststellen.
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