Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
Förderpreis an deutsche Naturwissenschaftlerinnen verliehen
Deutsche UNESCO-Kommission und L'Oréal unterstützen Doktorandinnen mit Kindern
Mehr zu: Auszeichnungen, Forschung, Gleichstellung, Weiterbildung, HochschuleDie Deutsche UNESCO-Kommission und L'Oréal Deutschland haben heute in Berlin drei Naturwissenschaftlerinnen mit Kindern für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet.
Den Förderpreis "For Women in Science" erhalten in diesem Jahr Nicole Fröhlich, Doktorandin am Zentrum für Integrative Neurowissenschaften in Tübingen, Katja Herzog, Doktorandin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin, und Judith Klatt, Doktorandin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen. Mit dem Preis soll weltweit die Bedeutung der Frauen in der Wissenschaft hervorgehoben werden.
Die Naturwissenschaftlerinnen werden jeweils für ein Jahr mit 20.000 Euro gefördert. Das Geld fließt in die Kinderbetreuung, Haushaltshilfe und maßgeschneiderte Weiterbildung. Die Hälfte des Geldes ist für Projekte vorgesehen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an den Instituten der Preisträgerinnen dauerhaft verbessern - etwa die Einrichtung eines Eltern-Kind-Zimmers oder die Anschaffung leistungsfähiger Laptops, die im Falle einer Krankheit des Kindes ein Arbeiten von Zuhause ermöglichen.
"Die Unterstützung durch das For Women in Science-Programm hat mir sehr geholfen. Nicht nur wegen der finanziellen Unterstützung, sondern auch aufgrund eines Motivationsschubes durch Vorbilder und Gleichgesinnte", so Dr. Mareike Leffler, Preisträgerin aus 2009. Die zweifache Mutter ist inzwischen leitende Oberärztin der Plastischen Chirurgie am Friederikenstift in Hannover. "Dass ich meine jetzige Position bekommen habe, liegt sicher auch daran, dass ich trotz Kinder immer weiterarbeiten und meine Karriere vorantreiben konnte."
Die Möglichkeiten von Frauen für eine wissenschaftliche Karriere sind so gut wie nie zuvor. Die Hälfte aller Studierenden sind heute Frauen, die hervorragende Abschlüsse erzielen und begehrte Positionen bekommen. Doch bei den Professuren liegt der Frauenanteil noch immer bei nur 19 Prozent. Ein häufiger Grund für den Abbruch oder die Unterbrechung einer vielversprechenden Karriere ist die Gründung einer Familie. Oft fehlt das Geld für eine geeignete und flexible Betreuungsmöglichkeit der Kinder. Für viele Wissenschaftlerinnen werden damit Beruf und Familie zur Entweder-Oder-Frage.
Hier setzt seit 2006 das Förderprogramm "For Women in Science" an, das von der Deutschen UNESCO-Kommission und L'Oréal Deutschland in Zusammenarbeit mit der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung durchgeführt wird. Bereits fünfmal wurden je drei Wissenschaftlerinnen mit Kindern unterstützt. Das Förderprogramm soll dazu beitragen, das große Potenzial qualifizierter Wissenschaftlerinnen für die Forschung zu erhalten.
Weitere Informationen über das Programm und die Preisträgerinnen unter www.fwis-programm.de.
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