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Letzte Änderung: 26.05.2012, 10:55
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Baden-Württemberg

Gymnasiallehrer empört über Sparpläne der Landesregierung

PhV BW gegen erneute Sonderopfer der Beamten, die insbesondere die gymnasialen Lehrkräfte benachteiligt - Keine Verschiebung der für den 1. 1. 2012 beschlossenen Gehaltsanpassung - Keine Einschnitte bei der Beihilfe

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Vergütung, Schule
Stuttgart, 17.11.2011 -

Der von der Landesregierung geplante Sparbeitrag der Beamten ist nach Ansicht des Philologenverbands Baden-Württemberg unzumutbar. Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro durch Verschiebung der für den 1. Januar 2012 beschlossenen Gehaltserhöhung von 1,2 Prozent und von weiteren 30 Millionen Euro durch Kürzungen bei der Beihilfe treffen erneut die Gymnasiallehrer des Landes mit einem Sonderopfer.

Verärgert reagiert Bernd Saur, Vorsitzender des PhV BW: "Diese Maßnahme ist ungerecht und unfair angesichts der vielen in den letzten Jahren von gymnasialen Lehrkräften erbrachten Zusatzleistungen!"

Die Sparbeiträge der Gymnasiallehrer sind zum Dauerzustand geworden. Allein die Erhöhung des Unterrichtsdeputats für gymnasiale Lehrkräfte von 23 auf 25 Wochenstunden bedeutet einen finanziellen Beitrag von jährlich rund 80 Millionen Euro. Der Wegfall der Altersermäßigung für 50-57-jährige Lehrkräfte weitere 6 Millionen Euro pro Jahr. Auch die Studienreferendare tragen durch erhöhte Unterrichtsverpflichtung und durch Entlassung zum August vor der Einstellung mit 4 Millionen Euro jedes Jahr zur Haushaltssanierung bei. Dies sind zusammen schon über 90 Millionen Euro!

Hinzu kommt die inzwischen riesige Überstundenbugwelle an den Gymnasien des Landes: Etwa 30.000 Überstunden leisten gymnasiale Lehrkräfte in diesem Schuljahr Woche für Woche, um den Pflichtunterricht aufrechtzuerhalten. Obwohl für solche Überstunden die Rückgabe im Folgeschuljahr gesetzlich vorgeschrieben ist, hat die Landesregierung in Kauf genommen, dass die Überstundenbugwelle immer weiter angewachsen ist. Dieser Sparbeitrag der Gymnasiallehrer entlastet den Landesetat mit umgerechnet rund 60 Millionen Euro.

"Die Landesregierung handelt unverantwortlich und wird ihrer Fürsorgepflicht nicht gerecht. Es ist ein Skandal, dass die Landesregierung angesichts dieser Vorleistungen der gymnasialen Lehrkräfte nun weitere Sonderopfer einfordern will", so Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg.

Der PhV BW fordert die Landesregierung auf, die Sparbeschlüsse zurückzunehmen und stattdessen durch eine schnelle Rückgabe der Überstunden, durch Absenkung der Unterrichtsdeputate für Gymnasiallehrer und Studienreferendare um zwei Stunden und durch Wiedereinführung der Altersermäßigung ab 50 Jahren für einigermaßen akzeptable Arbeitsbedingungen zu sorgen.

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