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Baden-Württemberg

Migranten häufig ohne berufliche Qualifikation

Brenner: Migranten seltener erwerbstätig und häufiger von Erwerbslosigkeit betroffen

Mehr zu: Baden-Württemberg, Berufseinstieg, Migration, Statistik, Berufliche Bildung
Stuttgart, 21.11.2011 -

Wie die Präsidentin des Statistischen Landesamts, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse mitteilte, haben viele Migranten im Land keine berufliche Qualifikation. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus 2010 hat von den baden-württembergischen Migranten im Alter von 25 bis unter 65 Jahren ein sehr hoher Anteil, nämlich rund 35 Prozent, keine Berufsausbildung vorzuweisen. "Bei den gleichaltrigen Baden-Württembergern ohne Migrationshintergrund trifft dies nur auf etwa 9 Prozent zu", so Dr. Brenner. "Entsprechend sind Migranten bei allen Ausbildungsabschlüssen weniger stark vertreten."

Die im Durchschnitt geringere berufliche Qualifikation dürfte einen unmittelbaren Einfluss auf Erwerbsbeteiligung und Arbeitsmarktchancen von Migranten haben: So sind die Baden-Württemberger mit Migrationshintergrund wesentlich seltener berufstätig als Baden-Württemberger ohne Migrationshintergrund: Von letzteren gehen im erwerbsfähigen Alter, also im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, 76,5 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach, von den Migranten jedoch nur 66,3 Prozent. Die Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung zeigen sich sowohl bei den Männern (Erwerbstätigenquote der Baden-Württemberger ohne Migrationshintergrund: rund 81 Prozent, bei den Migranten: gut 73 Prozent), als auch bei den Frauen (knapp 72 Prozent bzw. gut 59 Prozent).

Migranten sind nicht nur seltener berufstätig, sie sind auch stärker von Erwerbslosigkeit betroffen. Die Erwerbslosenquoten (d.h. der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen) von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in Baden-Württemberg zeigen, dass diese beiden Bevölkerungsgruppen offensichtlich nicht die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. So waren im Jahresdurchschnitt 2010 von den Baden-Württembergern ohne Migrationshintergrund knapp 4 Prozent ohne Arbeit, bei den Migranten lag die Erwerbslosenquote mit rund 9 Prozent hingegen mehr als doppelt so hoch. Die Ursachen für die schlechteren Arbeitsmarktchancen von Migranten dürften u.a. in teilweise unzureichenden Sprachkenntnissen zu suchen sein bzw. darin, dass im Ausland erworbene Ausbildungsabschlüsse nicht als gleichwertig angesehen werden.

Auch die jungen Baden-Württemberger mit Migrationshintergrund verfügen über eine geringere berufliche Qualifikation

Auch bei den jungen Baden-Württembergern mit bzw. ohne Migrationshintergrund zeigt sich im Hinblick auf die berufliche Qualifikation ein deutliches Gefälle: Nach den Ergebnissen des Mikrozensus hat ein sehr hoher Anteil der jungen, 25- bis unter 35-jährigen Migranten keinen beruflichen Ausbildungsabschluss (rund 27 Prozent). Bei den gleichaltrigen Baden-Württembergern ohne Migrationshintergrund traf dies auf lediglich rund 7 Prozent zu. Bei allen Ausbildungsabschlüssen sind die 25- bis unter 35-Jährigen mit Migrationshintergrund gegenüber den Personen ohne Migrationshintergrund weniger stark vertreten.

Weitere Informationen
Ergebnisse des Mikrozensus

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