GEW Nordrhein-Westfalen
Bei U-3-Ausbau auf Qualität und Personalstandards achten
Mehr zu: Frühe Förderung, Frühkindliche Bildung, Kinderkrippe, Nordrhein-Westfalen, Kindergarten / VorschuleDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert die Einhaltung von Qualitätsstandards beim Ausbau der U-3-Betreuung in den Kindertageseinrichtungen. Der heutige Krippengipfel, zu dem Jugendministerin Ute Schäfer, Kommunen, Spitzenverbände, Landtagsfraktionen und die Gewerkschaften und Erzieherinnenverbände eingeladen hatte, war nach Einschätzung der GEW eine konstruktive Debatte über ein eminent wichtiges gesellschaftliches Projekt, für das aber noch viele Ressourcen mobilisiert werden müssen.
"Nach dem Krippengipfel dürfen die Erzieherinnen in den Einrichtungen erwarten, dass die Zeit gegenseitiger Schuldzuweisungen zwischen Land, Kommunen und Trägern vorbei sind und dass zielstrebig am qualitativen und quantitativen Ausbau gearbeitet wird", erklärte GEW-Sprecher Berthold Paschert, selbst Teilnehmer der Krippenkonferenz im Jugendministerium. Völlig klar sei, dass die 32%-Bedarfsquote nur ein landesweiter Durchschnittswert sei, in vielen Großstädten liege er bei teils deutlich mehr als 50%.
Damit die U-3-Betreuung nicht nur Verwahrung darstelle, sondern wirklich qualifizierte Bildung und Betreuung biete, müssen Fachkräfte dafür fortgebildet und zusätzliche attraktive Arbeitsplätze für Erzieherinnen geschaffen werden. "Wir laufen auf einen Fachkräftemangel zu", so GEW-Sprecher Paschert. Mit Blick auf den großen Bedarf warnte er: "Das können wir uns nicht erlauben."
In der von Jugendministerin Schäfer angekündigten "Task Force" gehe es zwar vornehmlich um die Lösung bürokratischer und verfahrenstechnischer Probleme beim U-3-Ausbau. Aber es müsse daneben auch um personelle Standards gehen. "Die große qualitative Verbesserung für die Kolleginnen in den Einrichtungen erwarten wir allerdings für die zweite Phase der Novellierung des Kinderbildungsgesetzes KiBiz!" stellte Paschert abschließend klar.
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