Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW
VBE: Diskussion stärker unter qualitativen Aspekten führen
Zum heutigen Krippengipfel
Mehr zu: Frühe Förderung, Frühkindliche Bildung, Kinderkrippe, Nordrhein-Westfalen"Der VBE begrüßt, dass sich heute Vertreter von Kommunen, Kindergartenträgern. Eltern, Erzieherverbänden, Gewerkschaften und den Landtagsfraktionen zum Krippengipfel NRW zusammengefunden haben. Schließlich ist NRW mit 15,9 Prozent bundesweit Schlusslicht im Ausbau für Plätze für unter Dreijährige und es besteht dringender Handlungsbedarf", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW), zum heutigen Krippengipfel des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW in Düsseldorf.
Ab 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter dreijährige Kinder und die Erreichung der angestrebten Quote von 32 Prozent in Kitas und Kindertagespflege. Positiv bewerte der VBE, dass das Ministerium das Thema mit den betroffenen Institutionen offen diskutiert und dabei die Finanznöte der Kommunen im Blick hat. Ebenso positiv sei, dass die Ministerin den Trägern Planungssicherheit zugesichert hat, indem sie für das Jahr 2012 über die rund 75 Millionen des Bundes sowie 60 Millionen des Landes hinaus für 2012/13 nochmals 90 Millionen Landesmittel zur Verfügung stellen will. Darüber hinaus sichere sie den Kommunen den Konnexitätsausgleich von 100 Millionen in 2012 und über 200 Millionen in 2013 zu. Der VBE begrüße, dass die Kommunen auf dem Krippengipfel deutlich gemacht haben, dass sie den Rechtsanspruch erfüllen wollen.
"Dass der 01. November Stichtag für die Zählung der U3-Kinder sein soll, unterstützt der VBE. Wir lehnen jedoch das Vorhaben des Ministeriums ab, diesen auf den 01. März zu verlegen, da es zur Verschlechterung der U3-Betreuung und zu großen Gruppen führt", betont der VBE-Vorsitzende.
Allerdings, so Beckmann, bleibe die qualitative Frage insgesamt offen. Bisher werde nur der quantitative Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren diskutiert und vorangetrieben. Gerade die Phasen bis 18 Monate (Spracherwerb) und bis 24 Monate (Entwicklung und Stabilisierung des Bindungsverhaltens) seien hoch sensible Phasen in der Entwicklung von Kindern. Hier könne und dürfe es einen U3-Ausbau nicht nur unter quantitativen Aspekten geben. Der VBE fordere hier deutliche Nachbesserungen in der personellen Besetzung, in der Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher und in der räumlichen und sächlichen Ausstattung.
Beckmann abschließend: "Beim Krippengipfel ging es im Schwerpunkt um Quantitäten. Wir erwarten, dass die Qualität in den Vordergrund gerückt wird, daher muss es in erster Linie um die Verbesserung der Lebenslagen von Kindern und Familien und um die Verbesserung der Pädagogik im Elementarbereich gehen."
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