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Pressemeldung
GEW Nordrhein-Westfalen
GEW NRW

Rot-grüne Eckpunkte genügen nicht den selbstgesteckten Ansprüchen

Keine Perspektive für erfolgreiches Gelingen der Inklusion

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Essen, 09.02.2012 -

Die von den Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegten "Eckpunkte für den Weg zur inklusiven Schule in NRW" werden dem eigenen Anspruch bestmöglicher Qualität der Bildung und Erziehung aller Kinder im gemeinsamen Unterricht nicht gerecht und werden von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zurückgewiesen. Die GEW vermisst vor allem konkrete Aussagen zu den erforderlichen personellen, sächlichen und räumlichen Standards, aber auch Vorgaben, wie die sonderpädagogische Förderung in den allgemeinen Schulen tatsächlich organisiert werden soll.

"Drei Jahre nach der Rechtswirksamkeit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und nach gut einjährigem intensiven Dialog ist das Ergebnis mehr als enttäuschend. Es wird keine Perspektive vermittelt, unter welchen konkreten Bedingungen die Ausweitung der integrativen Beschulung an den Schulen des Landes erfolgen soll", bemängelt Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW, den Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen an den Landtag NRW. Es gäbe weder eine Zielperspektive für die Förderschulen noch eine Steuerung des Prozesses, der allein der demographischen Entwicklung, dem Elternwillen und den Kommunen überlassen werden solle. Schäfer mahnt: "Die Schulen brauchen verlässliche Stellenzuschläge, um der neuen Aufgabe gerecht werden zu können."

Zu viele Fragen seien in dem Eckpunktepapier nicht sachgerecht geklärt. So solle die pädagogisch anspruchsvolle Arbeit an den Schulen aufgenommen werden, ohne die Rahmenbedingungen für die Förderung zu kennen. "Wir halten nichts davon, erst parallel zum Prozess ein Konzept zur Festlegung und Deckung des Ressourcenbedarfs zu entwickeln." Der so gewählte Weg sei um so unverständlicher als die Regierungsfraktionen in den Eckpunkten selber davor warnten, "die Qualitätsanforderungen und Ressourcenfragen außer Acht (zu) lassen." "Auf diese Weise", so Schäfer, "wird das so oft beschworene Vertrauen auf eine gelingende Entwicklung nicht geschaffen."

Die GEW hält den schrittweisen Ausbau integrativer Schulangebote grundsätzlich für den richtigen Weg. Sie fordert, die Klassengröße integrativ arbeitender Klassen auf 20 Kinder zu beschränken bei maximal 5 Schüler/Schülerinnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf. Der Unterricht soll dabei durchgehend im Zweilehrersystem durch eine Regel- und eine Förderschullehrkraft erfolgen. Erforderlich sei zudem eine vorlaufende Qualifizierungsoffensive für die Lehrkräfte unter Anrechnung auf die Unterrichtszeit.

Dorothea Schäfer abschließend: "In vielen Schulen des Landes gibt es integrative Maßnahmen, die personell erheblich unterbesetzt sind, bis hin zu Einzelintegrationen bei denen einmal in der Woche die Förderschullehrerin vorbei kommt. Das vorgelegte Eckpunktepapier wirkt da alles andere als ermutigend. Kolleginnen und Kollegen in den Förderschulen und den allgemeinen Schulen werden mit der Veränderung ihres Arbeitsplatzes allein gelassen."

Ansprechpartner

4 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Skeptikerin, am 10.02.2012, 15:57

Was soll auch dabei herauskommen, wenn es keine Standards gibt. Nun können ja auch andere Lehrer, die von Sonderpädagogik keine Ahnung haben in den GU abgeordnet werden. Prima Inklusion: Dann haben beide keine Ahnung; die Regelschullehrer nicht und die Förderleherer auch nicht. Hauptsache die Statistiken stimmen.

Hier der Erlass:( EndeS.3 Anfang S.4)

www.tresselt.de/download/ein2011.pdf

Dem Lehrermangel in allen Schulformen will die Landesregierung nun begnen, indem Seiteneinsteiger mit einer "Pädagogischen Einführung" in einem Jährchen zu Lehrer werden:

www.zfsl.nrw.de/Rechtsr...e_Einfuehrung.pdf

Hier die Handreichungen zur Durchführung:

www.zfsl.nrw.de/Rechtsr...eichung_PEinf.pdf

Tolle Inklusion

von Nicole, am 12.02.2012, 18:11

Ich hatte zwei Jahre Inklusion: vier Schüler mit sonderpäd. Förderbededarf und davon 6 -7 Stunden nur doppelt besetzt mit einer Sonderschullehrerin. Das geht doch auf unsere Kosten. Wir als Grundschullehrer sollen das jetzt einfach mittragen und die Sonderschullehrer verdienen weiterhin ihre Gehaltsstufe mehr un sitzen ihren Hintern in meinem Unterricht platt.. :-( reine Sparmaßnahme und null durchdacht!

von Skeptikerin, am 14.02.2012, 16:29

Ganz meiner Meinung. Leider tragen es alle stillschweigend mit und reden dieses Sparmaodell schön. Wo sind denn die Lehrer, die nicht mehr können. Das einfach auf den "plattgesessenen Hintern" der Sonderschullehrer zu reduzieren, weil sie vielleicht zu wenig tun, ist zu einfach. Sie möchten nicht als bestbezahlte Nachhilfelehrer ohne Versicherung, ohne Anerkennung der Fahrzeit als Dienstzeit, ohne Pausen von Schule zur Schule pendeln, um dann festzustellen, dass sie nichts ausrichten können. So kann und wird sonderpädagogische Förderung nicht funktionieren. Ständige Doppelbesetzugen mit ausgebildeteten Sonderpädagogen wären eine Lösung. Im Team mit den Grundschul-oder Sek.1 Lehrern, in dem beide unterrichten. An jeder Schule ein Sozialarbeiter und Psychologe, wie im vielgelobten Finnalnd. Wenn dann die anderen Rahmenbedingungen noch stimmen, könnte es gelingen. Als Sparmodell sehe ich das auch, leider auf dem Rücken aller Betroffener. Ich stimme Ihnen zu, dass die größte Last die Regelschullehrer werden tragen müssen. Wenn das Wahlrecht erstmal gesetzlich verankert ist, werden auch die Gymansien damit zu kämpfen haben. Stellen Sie doch eine Überlastungsanzeige. Ich werde es tun. An großen Schulsystemen kennen die Sonderschullehrer noch nicht einmal alle in den Klassen unterrichtenden Fachlehrer, sind sind gewollt, werden ignoriert, bekommen im LZ noch nicht einmal einen Stuhl angeboten. Inklusion über die Köpfe der Betroffenen hinweg, ist zum Scheitern verurteilt. Leider gehen unsere Kinder dabei den Bach runter.

von AusderWirtschaft, am 28.02.2012, 11:26

Typisch udn alle sind unzufrieden:

Die Regelschullehrer verdienen zu wenig... also im vergleich zu den Sonderschullehrern

Die Sonderpädagogen fühlen sich ungerecht behandelt... und rufen nach Sozialarbeitern, die als Hilfslehrer mißbraucht werden, schlechter bezahlt werden, viel mehr arbeiten und immer anwesend sind und möglichst in den Ferienzeiten Angebote machen und immer ansprechbar sein müssen usw usw.

Es ist unglaublich diese Unzufriedenheit und dieses Nie-Zufrieden-sein der Lehrerschaft und möglichst alles abwälzen wollen auf Sozialarbeiter, Hilfskräfte usw.

dabei haben sie doch diese Insel der Arbeitsbedingungen was Arbeitszeit, Ferien (=ist ja nur unterrichtsfreie Zeit:-)) udn Verdienst angeht!!!!


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