Bundesregierung sieht Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt

(hib/TEP) Die Bundesregierung sieht eine Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt. Das schreibt sie in ihrer Unterrichtung zum Berufsbildungsbericht 2009 ([16/12640](http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/126/1612640.pdf)). Vom 1. Oktober 2007 bis zum 30. September 2008 seien bundesweit mehr als 616.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Im Vergleich zum Vorjahr seien dies 9.626 Verträge weniger. Trotzdem habe sich demografiebedingt die Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt fortgesetzt. Erstmals seit 2001 sei die Zahl der Bewerber geringer als die Zahl freier Ausbildungsplätze.

21.04.2009 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Das Ausbildungsangebot lag 2008 bei knapp 636.000 Ausbildungsplätzen. Dem standen knapp 631.000 Nachfragen gegenüber. Da der Ausbildungsmarkt eng mit der Wirtschaftslage, der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation verbunden sei, sei ein Rückgang des Ausbildungsangebots im laufenden Jahr derzeit nicht ausgeschlossen.

Trotz einer positiven Gesamtbilanz sieht die Regierung weiteren Handlungsbedarf. Rechnerisch gebe es mehr Plätze als Bewerber. Dennoch gestalte sich der Einstieg in den Ausbildungsmarkt für viele Jugendliche schwierig, "da ein bundesweiter rechnerischer Marktausgleich nicht flächendeckend alle Regionen des Bundesgebiets umfasst und für jeden einzelnen gilt".

Das Problem der sogenannten Altbewerber, die sich bereits vergeblich um einen betrieblichen Ausbildungsplatz beworben hätten und an alternativen Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen teilnähmen, bezeichnet die Regierung als berufsbildungs- und arbeitsmarktpolitische Herausforderung. Ferner müsse die Zahl der Ausbildungsabbrecher reduziert sowie die Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verbessert werden, deren Ausbildungsquote 2007 bei 23,9 Prozent gelegen habe. Bei deutschen Jugendlichen habe die Quote bei 57,6 Prozent gelegen.

Für die nächsten Jahre rechnet die Regierung damit, dass die Zahl der Absolventen aus allgemein bildenden Schulen "deutlich abnehmen wird". Dies werde zu einem Nachwuchs- und Rekrutierungsproblem seitens der Wirtschaft führen, der in den neuen Ländern deutlich stärker ausfallen werde als in den alten Bundesländern.

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