Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle stellt Ergebnisse des Schulversuchs Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen vor - 18 Schulen beteiligt - Schüler und Kollegen informieren Lehrkraft über Qualität des Unterrichts

"Mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung für die einzelnen Schulen erhöht die Qualität der Bildung der jungen Leute. Durch ein System der systematischen Qualitätsförderung, eines Qualitätsmanagements, wurden bei einem Schulversuch an beruflichen Schulen die Motivation und Kreativität der Schüler und Lehrkräfte gesteigert und nachhaltig mehr Bildungserfolge an der gesamten Schule generiert." Dieses Ergebnis eines Schulversuchs zur Einführung eines effektiven Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen in Bayern (QmbS) hat heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in München zusammen mit Vertretern der beruflichen Schulen und der Wirtschaft vorgestellt.

15.05.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Schule muss sich klare Ziele setzen und diese konsequent umsetzen

Dabei war entscheidend, dass sich die Schulen klare Ziele gesetzt und diese mit Hilfe eines Qualitätsmanagements umgesetzt haben. Konkret hatten sich die beteiligten Schulen jeweils ein eigenes Leitbild, ein sog. "Qualitätsverständnis", gegeben. Dieses hatten sie systematisch realisiert. Dabei spielen das Individualfeedback, also die individuelle Rückmeldung über die Qualität des Unterrichts an eine Lehrkraft durch Kollegen, Schüler und andere Persönlichkeiten, die interne und externe Evalution von Schule und Unterricht sowie eine professionen Projektsteuerung durch ein Team eine entscheidende Rolle. Initiatoren des auf drei Jahre angelegten Projektes waren das Bayerische Kultusministerium und die Stiftung Bildungspakt Bayern. An dem Schulversuch, an dem das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung mitgewirkt hat, haben 18 berufliche Schulen teilgenommen - von Altötting über Erding bis Weidern in der Oberpfalz, von Ansbach über Kempten bis Vilshofen. "Ich finde es beachtlich, was hier die beruflichen Schulen geleistet haben, sie haben sich hier als Pioniere der Entwicklung der Schul- und Bildungsqualität erwiesen und gerade mit dem Individualfeedback einen wichtigen Weg beschritten, um die Qualität der Bildung zu verbessern", lobte Minister Spaenle das Engagement der Schulen.

Qualitätsmanagement erhöht auch Chancengerechtigkeit

"Mehr Bildungsqualität stellt keinen Selbstzweck dar" unterstrich der Minister. Vielmehr sollen die Kinder und Jugendlichen durch eine verbesserte Bildung bessere Startchancen für das weitere Leben erhalten - und zwar unabhängig von ihrer familiären Herkunft. Damit erhöhe das Qualitätsmanagement auch die Chancengerechtigkeit. Darüber hinaus diene die gestiegene Qualität von Schule und Unterricht der bayerischen und der deutschen Gesellschaft mit ihrem hohen Niveau an sozialer Sicherung im Wettbewerb mit anderen Gesellschaften. Die Beruflichen Schulen werden gegenwärtig von rund 500.000 Schülern in Bayern besucht. Ab dem kommenden Schuljahr soll dieses flächendeckend eingeführt werden. 21 Schulen können pro Jahr in den Prozess der Ausweitung eingebunden werden.

Boris Hackl, Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt Bayern, zu QmbS: "Den teilnehmenden beruflichen Schulen ist es gelungen, ein innovatives und leistungsstarkes Instrument des Qualitätsmanagement zu entwickeln. Es ist passgenau auf die vielfältigen Anforderungen der Schulen zugeschnitten. Die Stiftung Bildungspakt Bayern und das Bayerische Kultusministerium haben die Schulen auf diesem Weg begleitet. Mich überzeugt besonders, dass Lehrer das individuelle Feedback von Schülern, Eltern und Betrieben einholen, um sich persönlich und ihren Unterricht weiter zu entwickeln."

Jürgen Wunderlich, Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Neusäß und Landesvorsitzender des Verbandes der Lehrer an Beruflichen Schulen, berichtete darüber, wie an seiner Schule das Qualitätsmanagement eingeführt wurde:

"Das Qualitätsmanagement erweist sich zwar noch als ein zartes Pflänzchen, das gepflegt werden muss. Aber die Mühe hat sich gelohnt, wir sind auf einem guten Weg, den Unterricht noch weiter zu verbessern. So kümmern wir uns um einen möglichst erfolgreichen Abschluss aller unserer Schüler." Und er erinnert sich: "Zunächst gab es auch im Lehrerkollegium nicht nur Zustimmung. Aber die Einstellung der Kolleginnen und Kollegen wandelte sich rasch. Erstens erkannten sie die Notwendigkeit, aufgrund der wachsenden Selbständigkeit der Schule auch das nötige Instrumentatrium zur Qualitätssicherung bereitzustellen. Andererseits wurden sie in die Entwicklung des Leitbildes und der Ziele der Qualitätsentwicklung aktiv eingebunden."

Dr. Christof Prechtl, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Bildungspolitik der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.. betonte: "Als Hauptsponsor der Stiftung Bildungspakt freuen wir uns, dass mit unseren Finanzmitteln auch ein Beitrag zur Professionalisierung des Qualitätsmanagements an Schulen geleistet wird. Wir begrüßen es, wenn die Schulen in mehr Eigenverantwortung entlassen werden. Mehr Selbständigkeit muss natürlich auch mit hoher Qualität einhergehen. Ein zuverlässiges Qualitätsmanagement ist daher ein wichtiges Instrument für die Schule, um die eigenen Standards zu messen. QmbS ist auch aus unserer Sicht ein richtiges und sinnvolles Qualitätsmanagementsystem, weil es die Qualitätsentwicklung an der Schule und die externe Evaluation zusammen führt."


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