"Maßnahmen zur Berufsvorbereitung der Hauptschüler werden forciert"

Geeignete Maßnahmen, um Hauptschülerinnen und Hauptschüler noch besser als bisher auf die Berufswelt vorzubereiten, hat heute Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle gemeinsam mit dem HWK-Vizepräsidenten Werner Obermeier und Klaus Beier, Mitglied der Regionaldirektor der Bundesagentur für Arbeit, in München vorgestellt. Die Agentur für Arbeit und das Bayerische Kultusministerium stellen für diese "Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung" in diesem Jahr insgesamt 12 Millionen Euro zur Verfügung.

20.04.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"2009 werden wir unsere Anstrengungen, die berufliche Orientierung der Hauptschülerinnen und Hauptschüler zu fördern, noch forcieren", betonte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei dem Besuch der Hauptschule an der Situlistraße in München. "Wir unternehmen sämtliche Anstrengungen, dass alle Schüler die Hauptschule mit einem Abschluss und der Ausbildungsreife verlassen", ergänzte der Minister. So könnten die Chancen der Hauptschüler auf dem Ausbildungsstellenmarkt erhöht werden.

Kultusminister Spaenle stellte einzelne in der Praxis erprobte Beispiele für Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung vor. Im Schulamtsbezirk Mühldorf am Inn etwa bieten Ausbilder des Bildungszentrums der Handwerkskammer und von Unternehmen den Hauptschülern drei Wochen lang Praxisunterricht an. Auf der Basis von Kooperationsvereinbarungen verbessert die St. Georg-Volksschule Vilshofen die Ausbildungsqualität ihrer Schüler und an der Wirtschaftshauptschule Eggenfelden unterbreiten externe Fachkräfte den Schülern zahlreiche zusätzliche Arbeitsgemeinschaften. "Ich danke allen Lehrkräften und den Partnern der Wirtschaft für ihr Engagement für unsere jungen Leute", so der Minister. "Wir wollen diesen Weg der vertieften Berufsorientierung konsequent fortsetzen", unterstrich Minister Spaenle, "ohne dabei die Allgemeinbildung aus dem Auge zu verlieren."

"Die Regionaldirektion Bayern begrüßt die Hauptschulinitiative der Staatsregierung ausdrücklich", betonte Klaus Beier, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Agentur für Arbeit. Für Klaus Beier ist es deshalb selbstverständlich, dass die Agentur für Arbeit die sog. erweiterte vertiefte Berufsorientierung an den Hauptschulen unterstützt - allein mit insgesamt 9.7 Millionen Euro im Jahr 2009. Die erweiterte berufliche Orientierung ermögliche es den Schülern, fachpraktische Einblicke zu sammeln, ihre eigenen Interessen zu erkunden, ihre Eignung festzustellen und ihre Motivation zu stärken." Allein 35.000 Schüler eines Hauptschul-Absolventenjahrgangs hatten im vergangenen Jahr an Maßnahmen der erweiterten beruflichen Orientierung teilgenommen. Für die Arbeitgeber eröffnen die Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung die Chance zu einem "Vorscreening potentieller Bewerber" für Ausbildungsstellen.

Die vertiefte Berufsorientierung bildet eine hervorragende Brücke in den Ausbildungsmarkt und flankiert die Vermittlung von Ausbildungsplätzen. Werner Obermeier, Vizepräsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, betonte die Bedeutung der berufsorientierenden Funktion der Hauptschule für das Handwerk im Freistaat. "Wir unterstützen die Hauptschulinitiative der Bayerischen Staatsregierung", so der Vizepräsident der Handwerkskammer. Die vertiefte Berufsorientierung gehört für den Handwerkskammer-Vizepräsident zu den wesentlichen Maßnahmen, damit die Schüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen können. "Wir setzen auch künftig auf die Hauptschüler", machte Werner Obermeier den Stellenwert der Hauptschüler für die Unternehmen deutlich und ergänzte: "Wer die nötigen Qualifikationen mitbringt, wird im Handwerk immer eine Zukunft haben."

An rund 75 % aller Hauptschulen in Bayern, darunter auch an der Hauptschule in der Situlistraße, bestehen bereits vielfältige Modelle der Zusammenarbeit mit Unternehmen.


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