Alter weyn in löcherigen Schläuchen

Bildungsthemen der Woche im Online-Spiegel

07.08.2004 Artikel

Rechtschreibreform (Zwischenbericht)

In der neu entfachten Diskussion melden sich die einzigen wirklich Leidtragenden einer Reform der Reform zu Wort und fordern Vernunft.
Spiegel und Springer führen (nach einem Blick auf die Verkaufszahlen?) ein demokratisches Lehrstück vor und erhalten Szenenapplaus von hier und da.
Besonnenheit ist eher südlich der Landesgrenzen zu vernehmen aber auch hierzulande äußert sich Standfestigkeit zu längst vereinbarten Positionen.
Millionen - Euro und Schüler - werden ins Spiel gebracht, und der Duden gibt sich bisweilen mit der Gelassenheit des Sachwalters.

Schule (- es gibt sie auch noch!)

Inmitten des Sturms um die richtige Rechtschreibung haben es die Schulen nicht leicht, mit ihren Alltagsproblemen Gehör zu finden:
Eine neue Agentur für Ganztagsschulen soll die Qualitätskontrolle im bundesweiten Rahmen erleichtern.
Aus der CDU kommen Forderungen nach Einschulung ab fünf Jahren und Drogenrazzien auf den Schulhöfen.
Ferienzeiten müssen keine lernfreie Zeiten sein.
Wie die Berliner stellen sich auch die Hamburger auf den Beginn des Schuljahres der Reformen ein. Den bildungspolitischen Offenbarungseid fordern die Lehrer der Hansestadt.
Niedersachsen und Baden-Württemberg wollen Qualität in Schulen sichern.
Experten nehmen in Berlin Schulschwänzereien auf's Korn und in Brandenburg starten die Gymnasiasten zum Zentralabitur in 2005.
In Velbert sorgt ein Verein dafür, dass Armut der Ausbildung nicht im Weg steht und in Bern sichern Baseballmützen die heile Ankunft der Erstklässler. Den Weg zur Schule wollen die Bayern kostenpflichtig machen, und, endlich angekommen, wird im Saarland erst einmal ' Benimm ' gelehrt.

Hochschule

Unionsländer wollen ab 2006 Geld für's Studieren, Verbände ebenso.
Berliner wollen vor 2006 keine Studiengebühren, die Münchener TU gar bis zu 3000 Euro und der Norden bleibt uneinheitlich.
Bulmahn hält grundsätzlich nichts von Gebühren und für Glotz sind sie grundsätzlich sinnvoll.
Und während Juristen noch über deren Rechtmäßigkeit streiten, basteln eifrige Schüler schon mal vor dem Abi an ihren Uni-Karrieren. Ein Viertel der Studierenden schmeißt allerdings bereits während des Erststudiums resigniert die Klamotten hin.
Juniorprofessur ist in England kein Thema und der Verlauf des hiesigen Streits darüber für Bulmahn kein Grund zum Rückzug.
Während Länder weiter bei Bildung sparen reagieren Unis durch Straffungskonzepte und Empiriker erforschen, wann Bildung überhaupt anfängt.
Schweizer stärken ihre Fachhochschulen und Bremer bieten neue Lehre für Lehrer.
Derweil findet die Uni Düsseldorf Gefallen an den Patentgewinnen ihrer Forschenden.

Berufliche Bildung

Hamburg meldet Entspannung , Hessen Verschärfung am Ausbildungsmarkt.
In Berlin startet dazu eine Initiative. Und in der Schweiz stehen Lehrstellen zum Verkauf.

..... und außerdem

würde die Entdeckung der Mittelmäßigkeit verkannte gesellschaftliche Ressourcen nach oben spülen und damit auch die Frage beantworten, warum die Deutschen zwar Millionen für den Tierschutz, aber wenig für die Bildung spenden.

Fundort: bildungsticker.de

- Die Dynamik der Online-Medien bedingt unterschiedlich lange Aktualität der Links im Ticker -


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden