Arbeit 4.0: Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen

Lernen nach dem Studium oder der Ausbildung gehört mittlerweile schon zum festen Bestandteil der meisten Berufstätigen - in den nächsten Jahren wird die Bedeutung der Erwachsenenbildung wohl noch weiter zunehmen.

06.11.2018 Bundesweit Pressemeldung Berufsförderungsinstitut OÖ
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Das Motto lebenslanges Lernen ist längst zu einer festen Größe innerhalb der Arbeitswelt geworden. Wer sich nicht weiterbildet, verpasst die Chance, durch Zusatzqualifikationen und zusätzlichem Fachwissen den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu erklimmen oder in einen anderen Arbeitsbereich zu wechseln. Das Thema Erwachsenenbildung bekommt angesichts der globalen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt einen ganz neuen Stellenwert.

Rasante Entwicklung

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist sinnvoll und wichtig zugleich, schon allein auch praktischen Gründen. Es ist kein einmaliges oder wiederkehrendes Moment, sondern vielmehr ein Prozess, welcher eben das ganze Leben lang andauert. Erwachsenenbildung ist definitiv ein fester Bestandteil dieses Prozesses. Heute werden die Aufgaben und Zieldefinitionen von Erwachsenenbildung sowohl zeitlich und örtlich, als auch inhaltlich und organisatorisch wesentlich weiter gefasst als in vergangenen Zeiten, insbesondere in den letzten Jahren ist hier eine rasante Entwicklung zu beobachten. Gleichzeitig ist allerdings die Ausdifferenzierung in unterschiedliche Phasen des Erwachsenwerdens (Volljährigkeit, mittleres Alter, hochbetagt), wesentlich unbestimmter und komplexer als es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Die aktuellen gesellschaftlichen, sowie Arbeitsmarkt-technischen Entwicklungen, machen aufgrund dieser Komplexität eine neue Diskussion sowie eine verbindliche Definition von Erwachsenenbildung, insbesondere im Rahmen des lebenslangen Lernens erforderlich.

Wandel des Arbeitsmarktes

Internationalisierung, Digitalisierung, Verbraucherschutz und rechtliche Aspekte haben auch die Arbeitswelt entscheidend geprägt und sorgen für einen gravierenden Wandel. Vor allem die Bereiche EDV und IT, Wirtschaft und Management, Technik / Logistik / Verkehr aber auch die Bereiche Gesundheit, Dienstleistung und Soziales sind stark von diesem Wandel betroffen. Alleine das Internet hat innerhalb von nur einer Generation die gesamte Gesellschaft verändert und begleitet den Großteil der heute Lebenden in verschiedenen Ausprägungen durch den Tag. Je jünger die Zielgruppe, desto mehr zeit investieren ihre Mitglieder in das Internet. Informieren, Kommunizieren, Shoppen, Vergleichen, Spielen etc., mit den Möglichkeiten welche das digitale Zeitalter bietet, wachsen auch die Anforderungen an die Gesellschaft und den einzelnen Berufstätigen.

Gefahren der Digitalisierung

Vor allem muss sie auf die sich verändernden Umstände anpassen. Im Zuge der Digitalisierung können in naher Zukunft Millionen Jobs wegfallen. Wie genau die Entwicklung verlaufen wird, kann niemand exakt voraussagen, prinzipiell lässt sich aber schon sagen, dass insbesondere standardisierbare und sich wiederholende Tätigkeiten sehr stark von der Digitalisierung und Automatisierung gefährdet sind. Auch Hilfskräfte werden zukünftig durch Roboter ersetzt werden können, selbst Akademiker sind nicht von der Gefahr befreit, den Job an einen Computer zu verlieren. Experten halten etwa 25 Prozent der Akademiker für ersetzbar, was nicht zuletzt mit dem enormen Anstieg der Hochschulabsolventen zusammenhängt.

Wer sich also beruflich behaupten will, muss sich aufgrund der genannten Entwicklung stetig weiterbilden, doch wie genau das erfolgen soll, das wissen viele Beschäftigte nicht. Viele von ihnen lassen sich daher innerbetrieblich weiterbilden. Neben den Gefahren, welche im Zuge der Digitalisierung für die Arbeitswelt entstehen bietet sie selbstverständlich auch Chancen. Das Problem ist nur, dass keine allgemeingültigen aussagen darüber getroffen werden können, welche Richtung die Entwicklung letztlich einschlagen wird, sodass man Patentrezepte oder Anleitungen wie man sich am besten weiterbilden sollte nicht finden.

Angebot wird größer

Die Berufstätigen müssen also ihre Kompetenzen anpassen, wenn sie in Zukunft bestmögliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt behalten wollen. Auch in Österreich entwickelt sich die Landschaft der Erwachsenenbildung stetig weiter. Hierzu kann man sich z.B. weiterführend unter bfi-ooe.at informieren. Die Erwachsenenbildung ist der größte, sich am stärksten wandelnde und gleichzeitig aus-differenzierteste Bildungsbereich des Landes. Bereits seit 1973 besteht das Beförderungsgesetz, darüber hinaus gibt es seit einiger Zeit das anerkannte Qualitätszertifikat Ö-Cert. Dieses Projekt soll zu qualitätsfördernden Maßnahmen dazu beitragen, die Erwachsenenbildung in Österreich weiter zu professionalisieren. Nicht nur die Angebote, auch die Anbieter verändern sich im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen und Anforderungen des Arbeitsmarkts. Somit steht ein hochqualitatives Netzwerk aus unterschiedlichen Bildungsträgern zur Verfügung, um individuell auf die Chancen und das Potential Einzelner einzugehen und bestmögliche Fördermöglichkeiten anzubieten.

Wie sich der Arbeitsmarkt nun genau entwickeln wird bleibt offen. An sich ist dieses Prinzip uralt. Schon immer hat der Fortschritt viele Bereiche, insbesondere auch die Arbeitswelt verändert. Die Digitalisierung, als vierte große Revolution des Arbeitsmarktes, ist die bislang wohl einschneidendste Veränderung von allen. Die Arbeitswelt von morgen, die Arbeitswelt 4.0, wird höchstwahrscheinlich Berufsberatungen in allen Lebensphasen erforderlich machen, um den Menschen nach seinen eigenen Potenzialen Möglichkeiten anzubieten sich beruflich anzupassen. Angesichts der zahlreichen Bildungsträger und Angeboten sind Beschäftigten jedoch durchaus vielfältige Möglichkeiten gegeben, ihr Berufsleben noch einmal zu verändern. Auch die politische Diskussion muss sich zukünftig intensiver mit dem Thema Weiterbildung befassen, um die Entwicklung zu steuern und öffentliches Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.

Ansprechpartner

Berufsförderungsinstitut OÖ
Muldenstraße 5
4020 Linz (Österreich)
Telefon: +43 (0)732 6922 7000
E-Mail: service@bfi-ooe.at
Web: https://www.bfi-ooe.at/


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