Duale Ausbildung

Ausbildung 2013: Neue Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz

Das deutsche duale Berufsausbildungssystem ist ein leistungs- und anpassungsfähiges Modell, das weltweit Anerkennung findet. Zum Schuljahresbeginn werden Auszubildende in zwölf modernisierten und zwei neuen Berufen nach neuen Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz in den Berufsschulen der Länder unterrichtet.

22.07.2013 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Die neugeordneten Ausbildungsberufe wurden dem Qualifikationsbedarf der Wirtschaft, dem technologischen Fortschritt sowie internationalen und europäischen Vorgaben angepasst. Gemeinsam mit allen an der dualen Berufsausbildung Beteiligten schafft die Kultusministerkonferenz die Voraussetzungen für die zukünftigen international konkurrenzfähigen Fachkräfte unserer Volkswirtschaft. Sie trägt damit entscheidend zur Sicherung des Ausbildungsstandortes Deutschland und zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit bei.

Die Bundesregierung und die Kultusministerkonferenz haben in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern und Gewerkschaften zwei neue Berufe geschaffen:

Der zweijährige Ausbildungsberuf zur Fachkraft für Metalltechnik wird der wachsenden Bedeutung von neuen Technologien und der Qualitätssicherung in der Metallbranche gerecht. Er löst damit elf zweijährige Berufe ab, die noch vor der Gründung der Bundesrepublik geschaffen wurden. Im Anschluss an diese Ausbildung kann die Berufsausbildung je nach Fachrichtungen in drei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen innerhalb der Berufsgruppe Metalltechnik weitergeführt werden.

Ebenso wurde die dreijährige Berufsausbildung zum Stanz- und Umformmechaniker und zur Stanz- und Umformmechanikerin zur Komplettierung der Berufsgruppe Metalltechnik neu geschaffen. Facharbeiter und Facharbeiterinnen mit dieser Ausbildung richten u.a. im Bereich des Automobil- und Maschinenbaus, in der Medizintechnik sowie Elektronik-, Luft- und Raumfahrt- und Telekommunikationsindustrie Produktionsanlagen ein, nehmen sie in Betrieb, programmieren, planen, überwachen und optimieren Prozessabläufe.

Zu den modernisierten Ausbildungsberufen gehören:

  • Elektroniker für Informations- und Systemtechnik/Elektronikerin für Informations- und Systemtechnik
  • Fertigungsmechaniker/Fertigungsmechanikerin
  • Fluggerätelektroniker/Fluggerätelektronikerin
  • Fluggerätmechaniker/Fluggerätmechanikerin
  • Kraftfahrzeugmechatroniker/Kraftfahrzeugmechatronikerin
  • Klempner/Klempnerin
  • Mediengestalter Digital und Print/Mediengestalterin Digital und Print
  • Milchwirtschaftlicher Laborant/Milchwirtschaftliche Laborantin
  • Orthopädietechnik-Mechaniker/Orthopädietechnik -Mechanikerin
  • Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin
  • Weintechnologe/Weintechnologin
  • Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin

Die Bezeichnung des dreijährigen Ausbildungsberufes zum Systeminformatiker und zur Systeminformatikerin wurde in Elektroniker für Informations- und Systemtechnik und Elektronikerin für Informations- und Systemtechnik umbenannt. Damit wird deutlicher, dass es sich um einen industriellen Elektroberuf und nicht um einen Informatiker handelt.

Die dreijährige Ausbildung zum Fertigungsmechaniker und zur Fertigungsmechanikerin wurde den Entwicklungen in der Fertigung und Montage von industriellen Serienerzeugnissen angepasst.

Sichergestellt wurde mit der Modernisierung der dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen zum Fluggerätelektroniker und zur Fluggerätelektronikerin sowie zum Fluggerätmechaniker und zur Fluggerätmechanikerin innerhalb der Berufsgruppe der Luftfahrttechnischen Berufe, dass die Facharbeiter und Facharbeiterinnen ohne weitere Schulungen die erforderliche EU-Zertifizierung nach einer beruflichen Praxiszeit erhalten. Bürokratische Akkreditierungsverfahren für Betriebe und Berufsschulen werden so überflüssig und der Ausbildungsberuf für die Auszubildenden sowie die Reparatur- und Instandsetzungsbetriebe der Luft- und Raumfahrt attraktiver.

Komplexere technische Systeme in Automobilen führen zu neuen Reparatur- und Diagnosemethoden. Ebenso erfordern die veränderten Vorgaben der Schadstoffreduzierung, neue Karosseriereparaturmethoden und eine erhöhte Kundenorientierung die Neuordnung der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker und zur Kraftfahrzeugmechatronikerin. In den modernisierten Beruf wurde die Ausbildung zum Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik zur Mechanikerin für Karosserieinstandhaltungstechnik als Schwerpunkt Karosserietechnik sowie die zweijährige Ausbildung zum Kraftfahrzeugservicemechaniker und zur Kraftfahrzeugservicemechanikerin integriert. Eine gemeinsame Beschulung im ersten Ausbildungsjahr ist mit den weiteren Ausbildungsberufen innerhalb der Berufsgruppe Fahrzeugtechnik möglich.

Der Klempner oder die Klempnerin wird im technologischen Wandel der Erneuerbaren Energien, der Architektur, der Fertigungs-, Montage- und Abdichtungstechniken sowie mit einer kundenorientierten Kommunikation konfrontiert. Hier werden zusätzliche Anforderungen an das Know-how der Fachkräfte gestellt. Diesen erhöhten Ansprüchen wird die neugeordnete dreieinhalbjährige Berufsausbildung zum Klempner und zur Klempnerin gerecht. Eine gemeinsame Beschulung mit den Ausbildungsberufen der Berufsgruppe Metalltechnik ist im ersten Ausbildungsjahr möglich.

Durch die Ergänzung neuer Wahlqualifikationen im Berufsbild wurden die Ausbildungen zum Dekorvorlagenhersteller und zur Dekorvorlagenherstellerin, zum Fotomedienlaborant und zur Fotomedienlaborantin sowie zum Fotolaborant und zur Fotolaborantin in die dreijährige Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print und zur Mediengestalterin Digital und Print integriert. Die neu gestaltete Ausbildung ermöglicht zudem zukunftsweisende Tätigkeitsfelder in der 3D-Grafikerstellung, Contenterstellung und Social-Media.

Die Neuordnung der dreijährigen Ausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laborant und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin berücksichtigt insbesondere die wachsende Bedeutung von Lebensmittelsicherheit und Qualitätssicherung sowie technische Fortschritte in der milchwirtschaftlichen Laborpraxis.

Die modernisierte dreijährige Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker und zur Orthopädietechnik-Mechanikerin umfasst den gesamten Bereich des Konstruierens, Aufbauens und Anpassens von Hilfsmitteln unter Beachtung u. a. anatomischer, physiologischer Gegebenheiten bis hin zum Planen und Organisieren von Arbeitsabläufen sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung.

Der neu bundesrechtlich geregelte dreijährige Ausbildungsberuf zum Pflanzentechnologen und zur Pflanzentechnologin löst drei kammerrechtliche Regelungen in diesem Bereich ab. Die wesentlichen Aufgaben sind der Anbau, die Pflege und die Ernte von Kulturpflanzen zu Versuchs- und Vermehrungszwecken. Versuche, Vermehrungs- und Züchtungsverfahren sowie Probenanalysen werden durchgeführt und ausgewertet.

Auch die traditionelle Ausbildung zum Weinküfer und zur Weinküferin wurde modernisiert. Die Ausbildung mit der neuen Berufsbezeichnung Weintechnologe und Weintechnologin integriert die neue hochtechnisierte Herstellung von Wein und Weinerzeugnissen.

Sowohl die Ausbildungsordnung als auch der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz für die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin mit seinen vier differenzierten Fachrichtungen wurde den Erfordernissen des Marktes angepasst. Sie ist so strukturiert, dass die nach der DIN EN ISO 9712 von den Zertifizierungsstellen vorgegeben Inhalte für zerstörungsfreie Prüfverfahren in dem ebenso vorgegebenen zeitlichen Umfang durch den Ausbildungsbetrieb sowie die Berufsschule vermittelt werden. So können sich die Auszubildenden direkt, ohne eine kostenpflichtige Prüfungsvorbereitung, der Qualifizierungsprüfung nach DIN EN ISO 9712 unterziehen.

Die neuen und aktualisierten Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz für den berufsbezogenen Unterricht an der Berufsschule sind breit angelegt, um berufliche Mobilität sowie Flexibilität zu sichern und eine qualifizierte Beschulung in der Nähe des Ausbildungsortes zu ermöglichen. Sie stehen auf der Homepage der Kultusministerkonferenz unter www.kmk.org im Bereich Berufliche Bildung zum Herunterladen bereit.


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