Lebenslanges Lernen

Bayerischer Landtag beschließt neues Erwachsenenbildungsförderungsgesetz

„Es ist gut zu wissen, dass die Parteien jenseits Ihres Wettbewerbs um die Wählergunst auch in der Lage sind, eine gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl zu tragen“, so Klaus Meisel, der Vorsitzende des Bayerischen Volkshochschulverbands.

12.07.2018 Bayern Pressemeldung Bayerischer Volkshochschulverband e. V.
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Im bayerischen Landtag haben Politikerinnen und Politiker über parteipolitische Grenzen hinweg, fachlich unterstützt vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus, zusammengearbeitet und ein neues Erwachsenenbildungsförderungsgesetz vorbereitet. Zu Gute kommt dies den jährlich über 4 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der bayerischen Erwachsenenbildung. Der Dank gebührt insbesondere Frau Dr. Ute Eiling-Hütig (CSU), Frau Kathi Petersen (SPD), Herrn Thomas Gehring (Bündnis 90/Die Grünen) und Prof. Dr. Michael Piazolo (Freie Wähler) und dem Staatsministerium.

Gestern Abend verabschiedete der Bayerische Landtag ein neues Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung (BayEbFöG). Seit 1974 gab es das erste bayerische EbFöG – mit einem umfassenden Bildungsverständnis, aber wenig Geld ausgestattet. Seit dem 11. Juli 2018 kann man jetzt mit Fug und Recht von der fünften Säule in der bayerischen Bildungslandschaft sprechen: dem Lernen und Lehren mit Erwachsenen.

Drei Viertel bis vier Fünftel seines Lebens verbringt ein Mensch außerhalb von Schule, Universität und Berufsausbildung. In dieser ganzen langen Zeit gilt: Erwachsene wollen ihre Allgemeinbildung immer wieder aktualisieren. Dies haben die Gründer der Volkshochschulen vor hundert Jahren erkannt und seither lebt die Volkshochschulidee: Bildung für alle, unabhängig von Vorbildung, sozialem Status, Weltanschauung und ethnischen Wurzeln. Die Volkshochschulen in Bayern überzeugen Politik und Öffentlichkeit seit Jahrzehnten durch hervorragende Leistungen als Lern- und Begegnungsstätten. Ihre integrative Wirkung ist gerade heute, angesichts vielfältiger Spaltungsfaktoren in der Gesellschaft, hochbedeutsam.

Die kontinuierliche bildungspolitische Arbeit der Verbände, auch die des Bayerischen Volkshochschulverbandes zeigte Wirkung. Schließlich ergriffen fraktionsübergreifend Abgeordnete aller vier im Bayerischen Landtag vertretenen Fraktionen gemeinsam die Initiative, ein neues Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung in Bayern auf die Beine zu stellen. Die intensive Arbeit daran wurde flankiert durch die fachliche Unterstützung des Ministeriums für Unterricht und Kultus, Expertenberatung seitens des Landesbeirats für Erwachsenenbildung und einer klaren Positionierung der kommunalen Spitzenverbände.

Ausgangspunkt der Initiative waren die immensen und tiefgreifenden Veränderungsprozesse, die das Leben der Menschen, die Gesellschaft und die Herausforderungen an die Erwachsenenbildung prägen. „Besonders erfreulich ist“, so Wilhelm Lang, Direktor des Bayerischen Volkshochschulverbands, „dass das neue Gesetz mit einem Durchbruch bei der institutionellen Förderung der Erwachsenenbildung verbunden ist; so zu lesen in einer ebenfalls gestern einstimmig angenommenen Entschließung aller vier Fraktionen des Bayerischen Landtags.“

Es ist sehr erfreulich, dass sich der Bayerische Landtag der Auffassung angeschlossen hat, dass im Zusammenhang mit der Neufassung des Gesetzes die staatliche Förderung der Erwachsenenbildung schrittweise erheblich erhöht werden soll. Mit der Umsetzung der Entschließung werden der Erwachsenenbildung in vier Jahren 20 Millionen € mehr zur Verfügung stehen als heute.

Besonders zu begrüßen ist, dass der Landtag sich ausdrücklich einer qualitativ hochwertigen Erwachsenenbildung verschreibt. "Das unterstützen wir vom Bayerischen Volkshochschulverband aus vollem Herzen“, so Wilhelm Lang weiter. „Seit vielen Jahren betreiben die bayerischen Volkshochschulen und ihr Verband ein ambitioniertes Qualitätsmanagement. Für die 30.000 Kursleiterinnen und Kursleiter, die das Programm der bayerischen Volkshochschulen realisieren, hält der bvv ein hochwertiges Fortbildungsprogramm bereit. „So können wir gut gerüstet, besser gefördert und voller Optimismus in die Zukunft schauen.“


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