Berufsakademie Mannheim feiert 30-jähriges Bestehen

"Die Berufsakademie Baden-Württemberg erfährt als bewährtes und zukunftsweisendes Erfolgsmodell einer tertiären Bildungseinrichtung hohe Anerkennung und hat für das In- und Ausland Vorbildcharakter. Gäbe es die Berufsakademien nicht, müssten sie erfunden werden", sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Michael Sieber (MdL), am 14. Oktober anlässlich einer Feierstunde zum 30-jährigen Jubiläum der Berufsakademie Mannheim, bei der er die Grüße und Glückwünsche der Landesregierung überbrachte.

14.10.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Der Staatssekretär verwies auf die Geburtsstunde der Berufsakademie Baden-Württemberg vor 30 Jahren, die mit der Gründung der Berufsakademien in Stuttgart und Mannheim im Jahre 1974 zusammenfällt. "Am Anfang stand die Idee, Abiturienten mit einer dreijährigen tertiären Ausbildung als Alternative zum theoriebetonten Hochschulstudium einen qualifizierten Einstieg in eine berufliche Karriere zu bieten." Hierbei sei auf dem sogenannten Stuttgarter Modell aufgebaut worden, das 1972 von drei Großfirmen erarbeitet und zusammen mit weiteren Firmen und dem Land in kurzer Zeit zur Berufsakademie weiterentwickelt worden ist. Neben den Gründungsvätern der Berufsakademie Baden-Württemberg Dr. Richard Osswald (Daimler-Benz), Prof. Dr. Heinz Griesinger (Bosch) und Dr. Klaus Fritsche (SEL), an die Michael Sieber in Dankbarkeit und Anerkennung erinnerte, hob der Staatssekretär stellvertretend für alle, die sich für den Aufbau der Berufsakademie Mannheim eingesetzt haben, das Engagement des Gründungsrektors Professor Eugen Boppel hervor wie auch des ersten Vorsitzenden des Koordinierungsausschusses, Heinz Krinn (BBC/ABB).

Die Berufsakademie Mannheim, die 1974 den Studienbetrieb mit 41 Studierenden in den vier Fachrichtungen Industrie, Handel, Versicherung und Elektrotechnik unter Beteiligung von 16 Unternehmen nahm, verzeichnet heute 4.460 Studierende und elf zusätzliche Studiengänge. "Damit ist Mannheim der größte Einzelstandort der Berufsakademie Baden-Württemberg", so Sieber. Der Staatssekretär betonte unter Hinweis auf die Gründung der beiden Außenstellen Karlsruhe (1979) und Mosbach (1980) die besondere Vorreiterfunktion Mannheims für die Gesamtentwicklung der Berufsakademien im Land. Beide Außenstellen sind inzwischen selbständige Einrichtungen. Maßstäbe habe die Berufsakademie Mannheim 1998 mit der Einführung des ersten internationalen Studiengangs "International Business Administration and Information Technology" gesetzt. "Diese internationale Schwerpunktsetzung erfuhr in diesem Jahr eine besondere Würdigung durch die erstmalige Verleihung des Landeslehrpreises an die Professoren Dr. Beedgen und Dr. Ling für ihr 'International Seminar'", so der Staatssekretär. Gleichzeitig dankte er dem Direktor Prof. Hans-Joachim Windel und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berufsakademie Mannheim für deren große Einsatzbereitschaft.

Eine Reihe von Punkten trügen laut Sieber maßgeblich zur 30-jährigen Erfolgsgeschichte der Berufsakademie Baden-Württemberg bei: "Ein straffer Lehrplan, Präsenzpflicht und insbesondere die sorgfältige Auswahl der Studienbewerber durch die Ausbildungsstätten gewährleisten das gleich bleibend hohe Ausbildungsniveau." Der Altersdurchschnitt der Absolventinnen und Absolventen von unter 24 Jahren und die hohe Vermittlungsquote von rd. 90 Prozent in einen Beruf seien hierfür weitere Indizien.

Abschließend verwies der Staatssekretär auf das hochschulpolitische Ziel, bis zum Jahr 2010 alle Studienabschlüsse an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien auf die Bachelor-/Masterstruktur umzustellen: "Wie an den Berufsakademien seit vielen Jahren beispielhaft umgesetzt, soll nun auch an den Hochschulen das Studium stärker berufsbezogen, systematisch aufgebaut und straff organisiert sein. Außerordentlich wichtig ist dabei die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen", sagte Sieber. Mit Nachdruck verwies er darauf, dafür zu sorgen, dass in der Kultusministerkonferenz die hochschulrechtliche Anerkennung von Bachelor-Abschlüssen an Berufsakademien als erste berufsqualifizierende Studienabschlüsse möglich wird, um den erfolgreichen Berufsakademie-Absolventen eine Weiterqualifizierung zum Master zu ermöglichen.

Die Berufsakademie Baden-Württemberg ist heute an acht Hauptstandorten mit drei Außenstellen vertreten, an denen über 20.000 Studierende eingeschrieben sind. Diese absolvieren den praktischen Teil ihrer Ausbildung in 8.366 Betrieben und sozialen Einrichtungen. Das Angebot umfasst landesweit mehr als 40 verschiedene Studiengänge in den Fachbereichen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen. Berufsakademien nach baden-württembergischem Vorbild gibt es mittlerweile in Thüringen, Sachsen, in privater Trägerschaft mit meist staatlicher Anerkennung in Hessen, in Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein sowie als Abteilung einer Fachhochschule in Berlin. Berufsakademien wurden auch in Spanien, Israel, Indonesien und Kolumbien aufgebaut.


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