Berufsbildungsbericht

BIBB-Präsident Kremer: "Ausbildungschancen werden sich für Jugendliche weiter verbessern"

Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt wird sich im Jahr 2011 aus Sicht der Jugendlichen weiter entspannen. "Wir gehen davon aus, dass aufgrund der momentan guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Herbst eine Steigerung der Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr um knapp 39.000 (+ 6,7 %) auf rund 618.500 Angebote möglich ist." Dies erklärte Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus Anlass der Veröffentlichung des BIBB-Datenreports 2011.

06.04.2011 Pressemeldung Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Obwohl wegen der doppelten Abiturjahrgänge die Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger kurzfristig wieder ansteige, so Kremer, würden sich insgesamt die Chancen der Jugendlichen auf dem Ausbildungsstellenmarkt weiter verbessern. Der Datenreport 2011 des BIBB ergänzt mit seinen Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung in Deutschland den "Berufsbildungsbericht 2011" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der heute vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist.

Der BIBB-Präsident warnte angesichts dieser erwarteten positiven Entwicklung jedoch davor, "die Hände in den Schoß zu legen". Immer noch fehlten betriebliche Angebote, um allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen eine Lehrstelle anbieten zu können: "Die demografische Entwicklung allein wird die Probleme des Ausbildungsstellenmarktes keinesfalls lösen", betonte Kremer. Im Gegenteil, für die Betriebe werde es immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden, da in bestimmten Regionen und Branchen Angebot und Nachfrage nicht übereinstimmten.

Manfred Kremer appellierte an die Unternehmen, sich noch stärker als bisher für neue Zielgruppen unter den jugendlichen Bewerberinnen und Bewerbern zu öffnen. "Es gilt, auch denen eine faire Chance zu geben, die vor wenigen Jahren noch in den Auswahlverfahren durchgefallen sind." BIBB-Untersuchungen zeigten, so Kremer, "dass Jugendliche jenseits schulischer Lernformen aufblühen und geradezu darauf brennen, in der betrieblichen Praxis unter professioneller Anleitung des Ausbildungspersonals zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt".

Die Politik forderte Kremer auf, die Unternehmen bei dieser Öffnung und der Übernahme neuer Aufgaben bei der Betreuung lernschwächerer Jugendlicher zu unterstützen. Er würdigte das neue "Bildungsketten"-Programm der Bundesregierung und lobte insbesondere den verstärkten Einsatz von Berufseinstiegsbegleitern. "Mit ihrer Arbeit unterstützen diese Bildungslotsen sowohl die Jugendlichen als auch die Unternehmen. Sie tragen dadurch mit dazu bei, die Übergänge von der schulischen in die duale Ausbildung zu verbessern."

Schwerpunktthema des BIBB-Datenreports ist in diesem Jahr die Durchlässigkeit, Transparenz und Anerkennung zwischen den verschiedenen Bildungswegen - insbesondere zwischen der beruflichen und der akademischen Bildung. Dies sei, so Kremer, eine der drängendsten Zukunftsaufgaben der Bildungspolitik in Deutschland. Es gelte, möglichst viele Menschen möglichst breit und möglichst hoch zu bilden. Was jemand könne, sei entscheidend, und nicht, in welchem Bildungsgang er diese Kompetenzen erworben habe. Diese Kompetenzen bildungsbereichsübergreifend anzuerkennen, sei die Herausforderung bei der Entwicklung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR).

Gerade Deutschland verfüge im internationalen Vergleich über ein außerordentlich gut ausgebautes System von Aus- und Weiterbildungsberufen. "Die Bildungspolitik ist deshalb gut beraten, die Angebote an anspruchsvollen Ausbildungsberufen und hochwertigen Zusatzqualifikationen sowie das Angebot an Fortbildungsabschlüssen in gestuften Weiterbildungssystemen, die zu den höchsten Kompetenzniveaus führen, weiter auszubauen," erklärte Kremer.

Das BIBB veröffentlicht den Datenreport als eigenständige Publikation seit dem Jahr 2009. Er ergänzt den politisch ausgerichteten Berufsbildungsbericht der Bundesregierung um einen auf Indikatoren gestützten Datenteil. Das mehr als 400 Seiten umfassende Standardwerk zur Situation der beruflichen Bildung in Deutschland liefert aktuelle Daten, Fakten und Analysen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, gibt einen Überblick über die zahlreichen Förderprogramme und Modellinitiativen und setzt aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der deutschen Berufsbildung in einen europäischen und internationalen Vergleich.

Eine Vorabversion des Datenreports kann unter www.bibb.de/datenreport heruntergeladen werden. Dort finden Sie auch einen Link zum "Berufsbildungsbericht 2011" des BMBF. Beide Veröffentlichungen werden demnächst auch als Printpublikationen erscheinen.


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