Studie

Bis 2025 fehlen 2,9 Millionen Fachkräfte in Deutschland

Die Sicherung von Fachkräften bleibt in den nächsten Jahren eine zentrale Herausforderung für Deutschland und Bayern. Das ist ein Ergebnis der Studie „Arbeitslandschaft 2025“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., erstellt durch die Prognos AG.

01.03.2019 Bundesweit Pressemeldung vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
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Im Jahr 2025 werden der Studie zufolge 2,9 Millionen Fachkräfte am deutschen Arbeitsmarkt fehlen. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Zwar geht in den meisten Branchen bis 2025 die Nachfrage nach Fachkräften zurück, zum Beispiel im Handel deutschlandweit um 130.000 Beschäftigte, genauso wie in der öffentlichen Verwaltung. In anderen Branchen dagegen steigt die Nachfrage, etwa im Bereich der EDV, bei der Herstellung von elektronischen und optischen Geräten, von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, im Informations- und Kommunikationssektor, bei unternehmensnahen Dienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch bei den einzelnen Berufsbildern ergibt sich ein heterogenes Bild. Gleichzeitig schrumpft in den nächsten Jahren die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter erheblich, so dass unter dem Strich eine Fachkräftelücke entsteht.“ 

Besonders deutlich zeigt sich der Mangel bei den beruflich Qualifizierten. Deren prozentualer Anteil an der Lücke wird bis zum Jahr 2025 deutlich auf über 80 Prozent ansteigen. Auf Akademiker und Personen ohne berufliche Qualifikation entfallen dagegen nur noch sieben beziehungsweise elf Prozent der Lücke. Bei den Akademikern ergibt sich der Mangel vor allem durch fehlenden Fachkräfte im Bereich der Inge-
nieurwissenschaften.

Die vbw hebt hervor, dass der wichtigste Beitrag der Studie „Arbeitslandschaft 2025“ nicht darin liegt, eine drohende Arbeitskräftelücke auszuweisen, sondern zu zeigen, wie Arbeitgeber, Arbeitnehmer sowie Entscheidungsträger in der Politik auf die zukünftigen Anforderungen reagieren müssen. Sie hat hierzu fünf Handlungsfelder identifiziert:

  1. Beschäftigungschancen von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten verbessern.
  2. Erwerbsbeteiligung erhöhen, vor allem durch Maßnahmen, die den Wiedereinstieg von Müttern in das Erwerbsleben oder den längeren Verbleib älterer Menschen im Erwerbsleben fördern.
  3. Alle Arbeitszeitpotenziale besser nutzen. Ziel ist vor allem eine vollzeitnähere Beschäftigung von Teilzeitkräften.
  4. Höhere Bildungsbeteiligung
  5. Ergänzend zu den ersten vier Maßnahmen hilft die gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland, die Fachkräftelücke zu schließen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Bayern bleibt – nicht zuletzt dank der starken Industrie – bis zum Jahr 2025 bei knapp 7,5 Millionen Personen annähernd konstant. „Durch die Alterung der Gesellschaft reduziert sich auch in Bayern das Arbeitskräfteangebot, obwohl die demografische Entwicklung hier im Vergleich zu Deutschland insgesamt günstiger ist. Doch auch in Bayern wird sich bis 2025 eine Fachkräftelücke von etwa 350.000 Personen auftun“, so Brossardt.

Gelingt es nicht, den Fachkräftebedarf über geeignete Maßnahmen zu decken, können nach Einschätzung der vbw Produktions- und Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft werden, Investitionen am Standort müssten unterbleiben. Die vbw hat deshalb zusammen mit der bayerischen Staatsregierung die Initiative Fachkräftesicherung+ ins Leben gerufen. Gemeinsames Ziel ist es, bis zum Jahr 2023 rund 250.000 zusätzliche Arbeitskräfte für die bayerische Wirtschaft zu gewinnen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Wir müssen den Wert der beruflichen Bildung für die Zukunft junger Menschen noch stärker ins Bewusstsein rücken. Entsprechende Anreize haben wir durch den Meisterpreis, das ‚Meister – BAföG‘ und die Anhebung des Meisterbonus gezielt gesetzt. Wir haben in letzten fünf Jahren über 155 Millionen Euro in die Förderung der überbetrieblichen beruflichen Bildung investiert. Durch die finanzielle Unterstützung von Exzellenzzentren für berufliche Bildung – zu Themen wie Industrie 4.0 – und durch Investitionen in Berufsschulen machen wir das Handwerk zu einer High-Tech-Branche.“

Die Studie ist abrufbar unter: www.vbw-bayern.de/Arbeitslandschaft_2025


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