Flexibel arbeiten, Erfahrungen nutzen, langfristig lernen

Die Zeitarbeit in Deutschland boomt, sie verzeichnet enorme Zuwachs- raten - Betriebe benötigen nicht zuletzt wegen des gestiegenen Wettbewerbsdrucks auch immer mehr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die kurzfristig einsetzbar sind. So hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer/-innen seit 1993 von rund 121.000 auf etwa 500.000 im Jahr 2006 mehr als vervierfacht. Bereits 35 bis 40 Prozent aller Erwerbstätigen stehen in einem "nicht-regulären" Beschäftigungsverhältnis, zu denen neben der Zeitarbeit auch Telearbeit, Teilzeitarbeit, befristete und geringfügige Beschäftigung sowie neue Formen der Selbstständigkeit gehören. Wie aber sieht es mit den Weiterbildungsmöglichkeiten von Zeitarbeitnehmern/-innen aus? Gerade für sie spielt in einer sich permanent wandelnden Arbeitswelt die Kompetenzentwicklung für den Erhalt der individuellen Beschäftigungsfähigkeit eine besondere Rolle, denn sie verpflichten sich in der Regel zu einem häufigen Wechsel des Arbeitsplatzes, des Arbeitsumfeldes und der beruflichen Tätigkeit - und stehen somit bei wachsendem Zeitdruck vor immer neuen Herausforderungen.

22.02.2007 Pressemeldung Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Die Zeitarbeit in Deutschland boomt, sie verzeichnet enorme Zuwachs- raten - Betriebe benötigen nicht zuletzt wegen des gestiegenen Wettbewerbsdrucks auch immer mehr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die kurzfristig einsetzbar sind. So hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer/-innen seit 1993 von rund 121.000 auf etwa 500.000 im Jahr 2006 mehr als vervierfacht. Bereits 35 bis 40 Prozent aller Erwerbstätigen stehen in einem "nicht-regulären" Beschäftigungsverhältnis, zu denen neben der Zeitarbeit auch Telearbeit, Teilzeitarbeit, befristete und geringfügige Beschäftigung sowie neue Formen der Selbstständigkeit gehören. Wie aber sieht es mit den Weiterbildungsmöglichkeiten von Zeitarbeitnehmern/-innen aus? Gerade für sie spielt in einer sich permanent wandelnden Arbeitswelt die Kompetenzentwicklung für den Erhalt der individuellen Beschäftigungsfähigkeit eine besondere Rolle, denn sie verpflichten sich in der Regel zu einem häufigen Wechsel des Arbeitsplatzes, des Arbeitsumfeldes und der beruflichen Tätigkeit - und stehen somit bei wachsendem Zeitdruck vor immer neuen Herausforderungen.

Die vorliegende Publikation des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Thema "Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit - Potenziale und Grenzen" nimmt sich dieses bislang in Wissenschaft und Praxis vernachlässigten Forschungsfeldes an. Der Sammelband fasst die Ergebnisse eines BIBB-Forschungsprojektes zusammen, liefert Denkanstöße und mögliche Lösungsansätze. Er verdeutlicht, dass in der Förderung der Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit noch riesiges Potenzial steckt. Auch für den Arbeits- und Bildungsmarkt ist es wichtig, wenn diese im "Prozess der Arbeit" quasi "en passant" erlernten und erworbenen Kompetenzen generell besser genutzt werden.

Zeitarbeitnehmer/-innen haben derzeit kaum Zugang zu formalen Weiterbildungsmöglichkeiten. Laut einer repräsentativen Befragung der Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland ist ihr Engagement im Hinblick auf unterstützende Maßnahmen zur betrieblichen Kompetenzentwicklung eher gering ausgeprägt. Mögliche Gründe sind kurzfristig ausgerichtete "Verwertungsinteressen" von Zeitarbeitsunternehmen bzw. Einsatzbetrieben sowie die Frage, ob sich Investitionen in die Weiterbildung dieser Personengruppe lohnen.
Die ebenfalls befragten Zeitarbeitnehmer/-innen machten in der Erhebung deutlich, dass sie selber den höchsten Lerngewinn in den Bereichen Verwaltung und Büro sowie im Metall- und Elektrobereich erzielten. Den geringsten Lerngewinn erfuhren sie dagegen im Gaststättengewerbe und Reinigungsbereich.

Vor allem im methodischen und sozialen Bereich werden Kompetenzen in der Zeitarbeit weiterentwickelt. 74 % der Befragten sehen einen wesentlichen Lerngewinn darin, sich schnell in neue Tätigkeiten einarbeiten zu können, sich in wechselnden Situationen zurecht zu finden (66 %), sich Neues anzueignen und einfacher auf Menschen zuzugehen (56 %). Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit Berufsausbildung profitierten von der Zeitarbeit am meisten, diejenigen mit geringer (zum Beispiel An- oder Ungelernte) oder hoher Qualifikation eher weniger.

Die Veröffentlichung dokumentiert zudem die Ergebnisse einer Ende 2005 durchgeführten BIBB-Fachtagung, an der Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft und Praxis teilgenommen haben. Nicht vergessen wird auch der Blick über die Landesgrenzen zu unseren Nachbarn Frankreich und Niederlande, wo das Thema Zeitarbeit quantitativ stärker verbreitet und gesellschaftlich anerkannter ist.


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