Zuwanderung

Junge Menschen wollen bei uns arbeiten - dürfen aber nicht!

(sor) Das bayerische Handwerk sucht händeringend Lehrlinge. In vielen Wirtschaftsbereichen werden Fachkräfte gebraucht. Menschen, die aus anderen Ländern – da angeblich sichere Herkunftsländer – zu uns kommen, werden jedoch zurückgeschickt und bekommen bei uns keine Chance.

03.08.2015 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Heidi und Harald Wohlfahrt, Inhaber der gleichnamigen Hofkäserei in Weissenberg und Gemeinderätin Hermine Koch (Hahnbach) suchten deshalb das Gespräch mit MdL Reinhold Strobl (SPD). Sowohl das Ehepaar Wohlfahrt als auch Hermine Koch betreuen ehrenamtlich Flüchtlinge. Es herrschte Übereinstimmung in der Einschätzung, dass unser Land hier Chancen verschenkt, wenn das Potential dieser Menschen nicht genützt wird. Es gebe hier sehr viele junge Menschen, die lernbegierig und in der Bevölkerung inzwischen integriert seien und welche sich hier eine eigene Existenz aufbauen wollen. Es sei an der Zeit, mit einem Einwanderungsgesetz klar zu regeln, wer nach Deutschland kommen dürfe, wer hier Chancen und wer keine habe.

Heidi Wohlfahrt schilderte eindringlich ihre Situation. So würde die Hofkäserei dringend Arbeitskräfte suchen. Trotz aller Bemühungen seien hierfür keine deutschen Arbeitnehmer zu finden gewesen. Nun seien junge Menschen (aus dem Kosovo) in Edelsfeld. Die beiden von ihnen betreuten Jugendlichen würden sofort in der Hofkäserei anfangen. Sie bekämen sofort einen Arbeitsvertrag und sogar eine Wohnung sei gesichert. Nun bestehe die Gefahr, dass diese jungen Menschen in das Kosovo zurück müßten. Dort herrsche Korruption, Arbeitsplätze seien nicht vorhanden, die Jugendlichen hätten keine Chance, sich eine Zukunft aufzubauen. Im Kosovo herrsche nicht Frieden, sondern Abwesenheit von Krieg (wie es vor kurzem ein hoher ehemaliger Bundeswehroffizier gegenüber Strobl ausdrückte). Die beiden Jugendlichen müßten sich dann dort wieder in der deutschen Botschaft im Kosovo melden und erneut eine Anreise beantragen. Wenn man jedoch auf die Homepage der Botschaft klicke, sei dort zu lesen. "Es sind z.Zt. keine Termine verfügbar."

Strobl hat sich deswegen bereits Anfang Juli an Innenminister Herrmann gewandt. Der Eingang sei bestätigt worden, eine Antwort stehe noch immer aus. Strobl: "Deutschland wirbt in Polen um Pflegekräfte, in Spanien um Lehrlinge und hier sind junge Menschen da, die arbeiten wollen, aber nicht dürfen – nur weil sie aus dem Kosovo kommen." Das sei langsam nicht mehr nachzuvollziehen. Mit einem Antrag hat die SPD übrigens erst vor kurzem die Staatsregierung aufgefordert, mit verstärkten Wirtschaftsbeziehungen zu den Balkanstaaten die Heimatländer von Zuwanderern zu entwickeln und Migrationsursachen zu bekämpfen.

Ein anderes Beispiel schilderte Hermine Koch. Sie betreut eine ausgebildete Grundschullehrerin, die außer albanisch noch serbisch, fließend englisch, italienisch und spanisch spricht. Derzeit lernt sie deutsch, was bei diesem Sprachtalent kein Problem sei. Sie würde in jedem Beruf arbeiten und sie könne sich vorstellen, dass sie als Hilfskraft in einer Übergangsklasse in Grundschulen oder für unbegleitete Flüchtlinge gut geeignet wäre. Ihr Bruder spreche ebenfalls fließend Sprachen und er möchte einen Handwerksberuf erlernen. Er hätte eine feste Zusage für einen Lehrvertrag. Hermine Koch: "Nachdem in der Presse immer wieder davon die Rede ist, dass wir in Deutschland junge motivierte Arbeitskräfte brauchen, wäre es natürlich gut, wenn das für die zwei jungen Leute ohne Ansehen der Nationalität auch möglich wäre."

MdL Reinhold Strobl: "Deutschland ist schlecht beraten, wenn sie das Potential dieser Menschen nicht nutzt." Zum einen brauche Deutschland junge Arbeitnehmer in Bereichen, wo oft keine deutschen Arbeitnehmer mehr zu finden seien. Andererseits brächten Menschen oft Qualifikationen mit, welche die Wirtschaft gut brauchen könne. Dies wirke sich auf lange Sicht auch positiv für unsere Exporte aus. Die Menschen, die bei uns sind, würden auch Kontakte zu ihren Verwandten in der Heimat halten und mit dafür sorgen, dass sich ihre Heimat entwickeln könne. Leider würden das manche nicht erkennen.


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