Informatikzweig im "G 8" ist erfolgreich gestartet

Am Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen und am Saarpfalzgymnasium in Homburg können sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 für einen Informatikzweig entscheiden. Das Fach Informatik ersetzt in den Klassenstufen 8 bis 10 die dritte Fremdsprache. Heute (3.5.06) zogen Vertreter des Kultusministeriums zusammen mit Prof. Philip Slusallek, dem Leiter des Kompetenzzentrums für Informatik an der Universität des Saarlandes, eine erste positive Bilanz des modellhaft eingerichteten Informatikzweiges im achtjährigen Gymnasium (G8).

03.05.2006 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Die Einrichtung eines Informatikzweiges an zwei Gymnasien geht auf eine gemeinsame Initiative von Minister Jürgen Schreier und dem Kompetenzzentrum für Informatik an der Universität des Saarlandes zurück, die das Ziel verfolgt, die Informatik-Ausbildung in der Schule zu stärken.

Im Rahmen einer Feierstunde am Albert-Einstein-Gymnasium überzeugten sich Vertreter des Ministeriums vor Ort von der Qualität des Informatikunterrichts in der Klassenstufe 8. Schülerinnen und Schüler führten den Gästen von ihnen programmierte Roboter vor und präsentierten die Ergebnisse ihrer Unterrichtsprojekte. Robotik und Programmierung üben eine so große Faszination aus, dass sich für das kommende Schuljahr über 40 Prozent der Siebtklässler für den Informatikzweig angemeldet haben. Rund ein Viertel davon sind Mädchen, das sind doppelt so viele wie derzeit im Informatikstudium an der Universität. Genauso erfolgreich läuft es an der zweiten Modellschule, dem Saarpfalzgymnasium in Homburg.

Um auch den Bereich der technischen Informatik, der in Klassenstufe 9 auf dem Stundenplan steht, in altersgemäßer und anschaulicher Weise behandeln zu können, spendierte der Minister beiden Modellschulen jeweils 6 Schülerbausätze zur Realisierung von Grundschaltungen der Computertechnik im Gesamtwert von 12.000 Euro. Bereits zuvor waren beide Schulen aus Landesmitteln mit Roboterbausätzen und Notebooks ausgestattet worden.

"Das Saarland nimmt als Informatikland weltweit in Forschung und Lehre einen Spitzenplatz ein. Zugleich hat sich die Informatik zu einem wichtigen Faktor für den Strukturwandel und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes entwickelt. Was liegt also näher, als den Schülerinnen und Schülern mit dem Fach Informatik bereits frühzeitig zukunftsfähige Perspektiven zu eröffnen", so Minister Jürgen Schreier.

Die gemeinsame Initiative beinhaltet auch die Ausbildung und Qualifizierung junger Informatiklehrkräfte. Seit dem WS 1999/2000 gibt es an der Universität des Saarlandes den Studiengang Informatik für das Lehramt. Die erste Absolventin dieses Studienganges, Claudia Bieg, unterrichtet inzwischen am Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen. Darüber hinaus haben 21 Lehrerinnen und Lehrer in einer 3-jährigen Weiterbildung an der Universität des Saarlandes die Lehrbefähigung für das Fach Informatik erworben. Dazu gehört auch Oliver Lang, der ebenfalls am Albert-Einstein-Gymnasium unterrichtet.

Auch Prof. Philip Slusallek unterstrich in Völklingen die Bedeutung einer fundierten Informatik-Ausbildung in den Schulen: "Die Informatik an der Universität des Saarlandes ist im bundesweiten Vergleich führend. Erfolgreiche Forschung im Saarland ist jedoch nur möglich, wenn motivierte und gut ausgebildete Abiturienten bei uns das Informatikstudium beginnen." Die Gymnasien und Gesamtschulen im Saarland leisteten dafür einen wertvollen Beitrag, indem sie über den Informatikunterricht die Schülerinnen und Schüler für das Fach interessierten und zugleich solide Kenntnisse in Mathematik vermittelten. Laut Prof. Slusallek engagiere sich die Universität daher auch stark in der Aus- und Weiterbildung von Informatik-Lehrkräften. Derzeit würden am Kompetenzzentrum Informatik außerdem Materialien für den Informatikunterricht erarbeitet.


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