Gründung

Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener

Rund eine Million Erwachsene in Baden-Württemberg gelten als funktionale Analphabeten, das heißt, sie können schlecht Schreiben und Lesen. Für viele sind auch die Grundrechenarten oder der Umgang mit dem Computer schwierig.

04.08.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
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Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft will die Landesregierung diesem Phänomen mit einem breiten Bündnis entgegenwirken. Das Kultusministerium, das Ministerium für Soziales und Integration, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz haben dazu zusammen mit 16 Partnern den Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung Baden-Württemberg gegründet.

Das Ziel des neuen Gremiums ist es, die Zahl der Menschen mit großen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben im Land spürbar zu verringern und das Grundbildungsniveau deutlich zu erhöhen. „Die große Bereitschaft zur Mitarbeit im neuen Landesbeirat ist bemerkenswert. Dadurch können wir deutlich mehr Betroffene erreichen als bisher“, erklärte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann anlässlich der konstituierenden Sitzung des Gremiums. 

Derzeit wird hierfür eine gemeinsame Verpflichtungserklärung erarbeitet. In dieser wird festgehalten, dass der Landesbeirat die Zielgruppen in den jeweiligen Bereichen identifiziert – in den Unternehmen, den Arbeitsagenturen und Jobcentern, den Vereinen, aber auch in Kommunalverwaltungen, im Gesundheitsbereich, in Bibliotheken oder Mehrgenerationenhäusern. Zudem werden der Erfahrungsaustausch zwischen den unterschiedlichen Akteuren befördert und entsprechende Initiativen innerhalb der Verbände und Organisationen unterstützt. 

Der Landesbeirat ist Bestandteil der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung von Bund und Ländern. „Der Landesbeirat vereinigt und intensiviert die Anstrengungen aus Wirtschaft und Gesellschaft, um die Betroffenen besser ansprechen und ihnen neue Kurse anbieten zu können. Für unsere Gesellschaft ist es besonders wichtig, dass möglichst alle Menschen ihr Leben selbständig bewältigen, sich an gesellschaftlichen Aktivitäten beteiligen und sich gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und der Digitalisierung beruflich weiterqualifizieren“, so die Kultusministerin.

Die Fachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung Baden-Württemberg ist dabei Ansprechpartner für die Mitglieder des Landesbeirats. Zu den beteiligten Partnern gehören sowohl die Sozialpartner – vertreten durch das Bildungswerk der Wirtschaft und den DGB und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit – als auch der Landesfamilienrat und die Liga der freien Wohlfahrtspflege. Der Bildungsbereich war bei der konstituierenden Sitzung unter anderem durch die Landeszentrale für politische Bildung, die evangelischen und katholischen Bildungsträger, den Volkshochschulverband und den Bibliotheksverband vertreten. Von Medienseite beteiligen sich der Klett-Verlag, der zu den Gründungsmitgliedern des Bundesverbandes Alphabetisierung gehört, und der SWR. Auch die Kommunalen Landesverbände und alle Landtagsfraktionen sind beteiligt. Der Landesbeirat ist offen für weitere Partner.

Die Verpflichtungserklärung soll auf dem Grundbildungstag Baden-Württemberg am 22. November 2017 unterzeichnet werden. Bis zur Mitte des Jahres 2018 werden die Beteiligten ein gemeinsames Arbeitsprogramm „Grundbildungspapier Baden-Württemberg“ verabschieden, damit der Landesbeirat seine inhaltliche Arbeit aufnehmen kann.


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