Mehr Lehrer/innen für Schulen mit hohem Migrantenanteil

Die Bildungsgewerkschaft GEW schlägt vor, Schulen mit hohem Migrantenanteil besser auszustatten und beispielsweise bei der Lehrerzuweisung Migrantenkinder doppelt zu zählen. Dadurch sollen die Chancen der Kinder und Jugendlichen verbessert werden.

08.09.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Als erster Schritt sollten Grund- und Hauptschulen sowie Berufliche Schulen im nächsten Schuljahr besser unterstützt werden. Die hohe Belastung lässt kaum Spielräume für wichtige Themen wie Gewaltprävention, Drogenberatung und Hilfe bei der Lehrstellensuche. Wir schlagen vor, an den Hauptschulen und im Berufsvorbereitungsjahr eine zusätzliche Klassenlehrerstunde einzuführen und den Klassenteiler zu senken. Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen außerdem mehr Zeit und professionelle Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen", sagte am Freitag (08.09.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In Baden-Württemberg steigen seit Jahren die Schüler/innenzahlen im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Viele Schüler/innen im BVJ haben einen Migrationshintergrund. Immer mehr Hauptschüler/innen mit Abschluss finden keine Lehrstelle und müssen das BVJ besuchen. Im Schuljahr 2005/06 besuchten 13.520 Schüler/innen das BVJ (2001/02: 11.220), weitere 3.327 private berufsvorbereitende Berufsfachschulen und Sonderberufsfachschulen (2001/02: 849). 2005/06 hatten 8.059 BVJ-Schüler/innen einen Hauptschulabschluss (2001/02: 5.173).

Von den 406.971 Schüler/innen an Beruflichen Schulen im Schuljahr 2004/05 besuchten 198.880 Berufsschulen (Duales System), 61.935 Berufsfachschulen, 52.567 Berufskollegs und 18.609 Fachschulen.

(Quellen: Stat. Landesamt, Landtagsdrucksache 13/522) Meldungen des Stat. Landesamtes Baden-Württemberg zum Thema "Migration und Bildung":

Pressemitteilung 295/2006:
Erwerbslosenquote der Migranten mehr als doppelt so hoch wie die der Baden-Württemberger ohne Migrationshintergrund Berufliche Qualifikation wirkt sich auf das Risiko Erwerbslosigkeit aus.
www.statistik-bw.de/Pressemitt/2006295.asp

Pressemitteilung 294/2006:
36 Prozent der jungen Menschen mit Migrationshintergrund ohne berufliche Ausbildung Bildungsgefälle zeigt sich auch bei den beruflichen Ausbildungsabschlüssen.
www.statistik-bw.de/Pressemitt/2006294.asp

Pressemitteilung 293/2006:
Schulisches Bildungsniveau junger Menschen mit Migrationshintergrund deutlich niedriger Überdurchschnittlich viele junge Migranten ohne Schulabschluss.
www.statistik-bw.de/Pressemitt/2006293.asp

Pressemitteilung 292/2006:
Baden-Württemberg mit dem höchsten Migrantenanteil aller Flächenländer in Deutschland Landeshauptstadt Stuttgart ist Großstadt mit dem höchsten Migrantenanteil.
www.statistik-bw.de/Pressemitt/2006292.asp

Pressemitteilung 291/2006:
Jeder vierte Baden-Württemberger mit Migrationshintergrund. Von den Minderjährigen sogar jeder Dritte mit Migrationshintergrund.
www.statistik-bw.de/Pressemitt/2006291.asp

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden