OECD-Studie: Erfolge des beruflichen Schulsystems endlich ins rechte Licht gerückt

"In der neuesten OECD-Studie erhält die berufliche Bildung endlich ihren Stellenwert, der ihr schon lange gebührt," stellte Berthold Gehlert, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) erfreut fest und weiter: "Das ist deshalb besonders erfreulich, weil sich diese `Studie Bildung auf einen Blick 2007´ in den letzten Jahren zu einem bedeutsamen Bezugspunkt für die bildungspolitische Diskussion in Deutschland entwickelt hat."

24.09.2007 Pressemeldung Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e.V. (BLBS)

Dort heißt es nämlich: "Es ist jedoch besonders darauf hinzuweisen, dass in Deutschland viele Qualifikationen traditionell im System der beruflichen Bildung vermittelt werden, die in anderen Staaten an Hochschulen vermittelt werden. Die berufliche Bildung ist die tragende Säule des deutschen Bildungssystems." Es ist schade, dass bei der Vorstellung der Studie nur die zu geringe Anzahl der Abiturienten und Studierenden im Vordergrund stand und die positiven Aspekte kaum zur Geltung kamen. Stellenwert der abgeschlossenen Berufsausbildung Ferner erhält die abgeschlossene berufliche Bildung ihren gebührenden Stellenwert, indem Folgendes festgestellt wird: "Ein Abschluss im Sekundarbereich II (Hochschulreife, Fachhochschulreife oder abgeschlossene berufliche Ausbildung) wird in den OECD-Ländern zunehmend zum Standard. Deutschland steht hier zusammen mit Griechenland international an der Spitze: Annähernd 100% erreichen in Deutschland einen Abschluss im Sekundarbereich II, und das schon seit 10 Jahren." Ausgaben im Sekundarbereich II und Tertiärbereich "Erfreulich ist auch", so Gehlert weiter, "dass die Ausgaben je Schüler im Sekundarbereich II in Deutschland um zwei Prozentpunkte über dem OECD-Mittel (28%) liegen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf." Zu dem Sekundarbereich II werden in der Studie neben der gymnasialen Oberstufe an allgemeinbildenden Gymnasien und Gesamtschulen vor allem die beruflichen Gymnasien, die Fachoberschulen, die Berufsfachschulen und die Berufsausbildung im dualen System gerechnet.

Hingegen liegen die Ausgaben im Tertiärbereich B bei den Fachschulen und den Schulen des Gesundheitswesens mit 21% um zwei Prozentpunkte unter dem OECDDurchschnitt, während für die Fachhochschulen und Hochschulen im Tertiärbereich A mit 40% deutlich mehr ausgegeben wird. Nach Auffassung des BLBS gilt es hier, die Ausgaben gerade für die Fachschulen und die Schulen des Gesundheitswesens deutlich zu erhöhen. Neues Stipendium "Wir begrüßen es auch", so Berthold Gehlert, "dass die Bundesregierung anstrebt, bis zum Ende der Legislaturperiode ein Prozent der Absolventen der beruflichen Bildungssysteme mit einem Stipendium zu fördern." Maximal drei Jahre werden damit Zuschüsse von jährlich bis zu 1.700 Euro gewährt. Nach Meinung des BLBS ist es gut, dass hier zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Der BLBS-Vorsitzende forderte aber gleichzeitig: "Wenn in der Studie festgestellt wird, dass es in Deutschland allgemein zu wenig hochqualifizierte Fachkräfte auch im Ingenieurbereich gibt, dann müssen gerade für unsere Schüler die Mittel noch erheblich aufgestockt werden, die Förderung von einem Prozent reicht da nicht aus!"


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden