Fördermaßnahmen

Sachsen motiviert für Weiterbildung

Im vergangenen Jahr haben knapp über die Hälfte aller Sachsen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen.

10.11.2017 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
  • © www.pixabay.de

Mit 53 Prozent blieb der Wert im Vergleich zu 2012 (55 Prozent) stabil. Zu diesem Ergebnis kam die Länderzusatzstudie Sachsen zum Adult Education Survey der Bundesregierung. Damit liegt der Freistaat knapp vor den ostdeutschen Bundesländern (51 Prozent) und ganz Deutschland (50 Prozent). Besonders weiterbildungsaktiv sind die Altersgruppen zwischen 25 und Mitte 50. Frauen liegen im Gegensatz zum ostdeutschen und gesamtdeutschen Trend in Sachsen mit 54 Prozent knapp vor den Männern (52 Prozent).

„Lebenslanges Lernen kann viel bewegen“, so Arbeitsminister Martin Dulig. „Weiterbildung dient dem beruflichen Vorankommen oder auch einem besseren Verständnis von Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Die eigenen Talente werden gestärkt und zur Entfaltung gebracht.“

Betriebliche Weiterbildung liegt vorn – Betriebe sehr engagiert
Mit drei Viertel aller Weiterbildungsaktivitäten ist der größte Weiterbildungssektor in Sachsen die betriebliche Weiterbildung. Ganze 86 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten erfolgen in Sachsen aus hauptsächlich beruflichen Gründen (Deutschland 79 Prozent).

Die sächsischen Arbeitgeber sind dabei zuverlässiger Partner. Sie stellen Zeit, Ort und oft die Finanzierung zur Verfügung und leisten damit einen entscheidenden Beitrag dafür, dass sich Arbeitnehmer weiterbilden. Die „mangelnde Unterstützung des Arbeitgebers“ wurde demnach in Sachsen deutlich seltener genannt (17 Prozent) als in Ostdeutschland (28 Prozent) und bundesweit (24 Prozent).

Ob sich Beschäftigte in Sachsen weiterbilden, wird durch ihren Erwerbstatus, die Schulbildung und das Alter beeinflusst. Erwerbstätige nehmen deutlich öfter an Weiterbildung teil, als Arbeitslose (61 Prozent zu 33 Prozent). Allerdings ist die Weiterbildungsbeteiligung bei Arbeitslosen im Vergleich zu 2012 von 28 auf 33 Prozent gestiegen.

Dazu Minister Dulig: „Die Studie bestätigt, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen, die Weiterbildungsbeteiligung Geringqualifizierter zu erhöhen. Die Arbeit wird in Zukunft qualifikationsintensiver. Berufliche Weiterbildung nimmt deshalb eine Schlüsselrolle ein.“

Weiterbildung lohnt sich
Die durchgeführten Weiterbildungsaktivitäten werden in Sachsen positiv bewertet. Erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können bei 80 Prozent der Aktivitäten sehr viel oder viel genutzt werden. Bei dem Großteil der Befragten haben sich die Weiterbildungsaktivitäten zum Zeitpunkt der Befragung bereits ausgezahlt, zum Teil auch in Form höherer Löhne (11 Prozent der Erwerbstätigen). 

Informationsangebote gut – Förderung
Rund zwei Drittel der Befragten haben einen guten Überblick über passende Weiterbildungsangebote. Gleichzeitig äußerten 20 Prozent den Wunsch nach mehr Information und Beratung. Immerhin 29 Prozent der Befragten, die nicht an einer Weiterbildung teilgenommen haben, gaben als Grund an, dass die Weiterbildung zu teuer gewesen sei. Somit gilt es, die Finanzierungsinstrumente noch bekannter zu machen. 

Der Weiterbildungsscheck knackt die 10.000er Marke
Unterdessen schreibt das Qualifizierungsprogramm „Weiterbildungsscheck Sachsen“ seine bisherige Erfolgsgeschichte fort. Über 10.000 (10.453, Stand: 30.09.2017) Bewilligungen mit einem Fördervolumen von insgesamt 29,03 Millionen Euro sind seit Beginn der neuen Förderperiode 2014 bis 2020 bereits erfolgt. Die Mittel stammen aus dem ESF und aus Landesmitteln. Das Programm ermöglicht sowohl einen betrieblichen als auch einen individuellen Zugang. 

"Wir unterstützen Menschen dabei, ihre individuellen Bildungswege zu gehen“, erklärt dazu Minister Dulig. „Mit dem Weiterbildungsscheck Sachsen, dem Aufstiegs-BAföG und der Bildungsprämie des Bundes stehen attraktive Förderangebote bereit. Auch mit dem ausgezeichneten Bildungsportal www.bildungsmarkt-sachsen.de  und der Beteiligung am Infotelefon Weiterbildung geben wir Orientierung im vielfältigen Weiterbildungsmarkt und helfen so jedem Einzelnen, passende Angebote zu finden."

Hintergrund
Der Adult Education Survey wird seit 2007 im Abstand von zwei bis drei Jahren in Deutschland durchgeführt. Er hat das Berichtssystem Weiterbildung abgelöst, mit dem schon seit Anfang der siebziger Jahre Daten zum Weiterbildungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland erhoben werden. Bereits zum dritten Mal wurde damit eine Zusatzstudie für den Freistaat Sachsen durchgeführt.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden