ULME macht die Leistungen der Berufschülerschaft transparenter

Die Behörde für Bildung und Sport hat zum Schuljahr 2002/2003 erstmals die Untersuchung von Leistungen, Motivation und Einstellungen (kurz: ULME I) der Schülerinnen und Schüler zu Beginn ihrer Ausbildung in Beruflichen Schulen in Auftrag gegeben. Gut 13000, also über 80 Prozent der fast 16000 neuen Schülerinnen und Schüler in Berufsschulen und in voll- oder teilqualifizierenden Berufsfachschulen, nahmen an der Untersuchung teil.

04.04.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Leiter des Projekts ist Professor Rainer Lehmann von der Humboldt Universität zu Berlin, der in den vergangenen Jahren auch die Lernausgangslagenuntersuchungen (LAU 5 bis 11) an Hamburger allgemeinbildenden Schulen durchgeführt hat. Ähnlich wie bei den LAU-Studien werden weitere ULME-Untersuchungen die Entwicklung eines Jahrgangs der Berufsschülerschaft spiegeln.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Hamburg ist in der empirischen Bildungsforschung seit Jahren Spitzenreiter. Das soll zum Beispiel mit LAU 13 und der neuen ULME-Untersuchungsreihe so bleiben. Nur wenn wir die Entwicklung der Leistungen und Kompetenzen in der Schülerschaft über Jahre verfolgen, können wir nachvollziehen, an welcher Stelle Schule mehr oder weniger erfolgreich Bildung vermittelt."

Durch ULME I wurde ermittelt, mit welchen Leistungen in den allgemeinbildenden Fächern die Schülerinnen und Schüler mit einem Hauptschulabschluss, mit einem Realschulabschluss oder mit einem Abschluss, der zum Hochschulzugang berechtigt, in den Beruflichen Schulen ankommen. Knapp ein Drittel der befragten Schülerinnen und Schüler kommt aus dem Hamburger Umland. Die Verteilung auf die Bundesländer sieht wie folgt aus: Etwa ein Drittel kommt aus Schleswig-Holstein, etwa 20% aus Niedersachsen, knapp 10% aus Mecklenburg-Vorpommern und etwa 30 % aus andern Bundesländern. Unter den Abiturienten ist der Anteil der Umländer doppelt so hoch wie der der Hamburger. Entsprechend ist der Anteil der Hamburger Hauptschülerinnen und Hauptschüler mehr als doppelt so hoch wie der von Jugendlichen aus anderen Bundesländern. Die Vergleiche mit den Untersuchungen LAU 5 bis 11 zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler im unteren Leistungsbereich mit Defiziten in die Beruflichen Schulen eintreten.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "ULME I zeigt mir vor allem: Erstens ist die Attraktivität der beruflichen Bildung in Hamburg so hoch, dass sie besonders viele Abiturientinnen und Abiturienten aus dem Umland anziehen. Zweitens müssen wir weiter besonders intensiv an der Qualität der hauptschulischen Bildung arbeiten: Mit der immer intensiveren Vernetzung von Hauptschülerschaft und potentiellen Ausbildungsbetrieben etwa durch die "Initiative für Beschäftigung" unter Beteiligung des Otto-Versands und Hapag-Lloyds sowie die Praxistage, der Einführung eines entsprechenden Praxis-Abschlußes und der Stärkung der Hauptschulen durch Absenkung der Klassen-Basisfrequenz auf 24 Schülerinnen und Schüler sind wir auf dem richtigen Weg."


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