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Weiterbildungsangebote verstärken

Die Bundesregierung prüft zurzeit die Möglichkeiten, die Transparenz im vielfältigen Aus- und Weiterbildungsangebot zu steigern.

24.04.2019 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Bundestag
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Dazu gehört es auch die IT-gestützte Information und Beratung zu verbessern, bislang wenig verbundene Leit-Plattformen und -Datenbanken zu verknüpfen, neue Lehr- und Lernangebote der akademischen wie der beruflichen Weiterbildung zu fördern und die sichere individuelle Online-Verwaltung von digitalen Bildungsdaten auf freiwilliger Basis zu ermöglichen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/9161) auf die Kleine Anfrage der FDP (19/8535). 

In Deutschland gibt es etwa 200 Datenbanken, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen auf Weiterbildungsangebote spezialisiert haben, betont die Bundesregierung. Sie sollen dem Nutzer eine strukturierte Suche ermöglichen und die verschiedenen Weiterbildungsangebote vergleichbar machen. Fast alle Bundesländer würden eigene Weiterbildungsdatenbanken unterhalten. Die KURSNET-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit (BA) enthalte umfangreiche und frei zugängliche Informationen zu Bildungsangeboten in den Bereichen Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Rehabilitation, die individuelle Recherchen ermöglichen. Die BA biete über ihre Internetseite zudem Online-Lernprogramme an (e-learning-Lernbörse). 

Es gebe zudem über Bundesförderung initiierte Metasuchmaschinen (InfoWeb Weiterbildung), die auf regionale und überregionale Weiterbildungsdatenbanken zugreifen könnten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stelle mit dem Portal www.der-weiterbildungsratgeber.de eine Datenbank zur Verfügung, die Informationen und Beratung zu Fragen der beruflichen Weiterbildung bereitstellt. Die Bundesregierung beabsichtige derzeit nicht den bestehenden Weiterbildungsmarkt durch eigene Qualitätsstandards und Auswahlkriterien zu regulieren.

Im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie werde die Bundesregierung mit den Sozialpartnern und Ländern gemeinsame Weichen stellen, um eine neue Weiterbildungskultur zu etablieren, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Instrumente besser zu verzahnen und Weiterbildungsprogramme von Bund und Ländern zu bündeln. Dabei handele es sich um einen laufenden Beratungs- und Diskussionsprozess, der am 12. November 2018 mit einer Auftaktkonferenz begonnen habe. Im Rahmen der weiteren Beratungen sollen unter anderem mögliche Instrumente zur Finanzierung von Weiterbildung, Bildungsauszeiten sowie Maßnahmen zur Förderung der Weiterbildungsbeteiligung diskutiert werden. Die Strategie wird voraussichtlich im Sommer 2019 vorgelegt werden. 

Die Bundesregierung hat mit dem 2015 geschaffenen Weiterbildungsberatungstelefon des BMBF einen barrierefreien, kostenlosen, anbieterneutralen Zugang für Ratsuchende zu allen Fragen des individuellen beruflichen Weiterlernens und Qualifizierens etabliert. Der Service sei über die bundeseinheitliche Rufnummer 0800-2017909 erreichbar. Seit Mai 2018 sei das den telefonischen Beratungsservice ergänzende Internetportal freigeschaltet. Beim Weiterbildungsberatungstelefon des BMBF würden monatlich mehr als 1.000 Ratsuchende anrufen. Für den Service stelle das BMBF 500.000 Euro im Jahr 2019 zur Verfügung. 

Zudem hat die Bundesregierung mit dem im Wesentlichen zum 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Qualifizierungschancengesetz die Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit gestärkt. Sie soll dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit unter anderem vor dem Hintergrund des technologischen Wandels zu erhalten oder zu verbessern, berufliche Aufstiege zu ermöglichen und Arbeitslosigkeit zu verhindern. Auch für Arbeitgeber werde das Beratungsangebot ausgebaut, um frühzeitig Qualifizierungsbedarfe bei der Belegschaft zu erkennen. Mit diesem Beratungsangebot soll der präventive Ansatz der Arbeitsmarktpolitik gestärkt werden. (hib/ROL)

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