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Diskussion über Bekämpfung des drohenden Ärztemangels

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, hat zur Bekämpfung des drohenden Ärztemangels eine grundlegende Modernisierung der Bedarfsplanung angemahnt.

21.04.2010 Pressemeldung Deutscher Bundestag

(hib/MPI/HIL) Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, hat zur Bekämpfung des drohenden Ärztemangels eine grundlegende Modernisierung der Bedarfsplanung angemahnt. In einer Sitzung des Gesundheitsausschusses am 21. April forderte Köhler, künftig müsse zunächst der Behandlungsbedarf der Bevölkerung kleinräumig gemessen werden. Davon ausgehend solle der Bedarf an Ärzten sektorenübergreifend im stationären und ambulanten Bereich abgebildet werden. Dazu schlug er die Gründung von Regionalverbünden in jedem Bundesland vor, den neben den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Landeskrankenhausgesellschaften, die Landesärztekammern und die Landesministerien stimmberechtigt angehören sollten.

Die Koalitionsfraktionen hoben hervor, dass es Handlungsbedarf gebe. CDU/CSU bekräftigten zudem, bereits der Zugang zum Arztberuf müsse erleichtet werden. Die FDP stellte die Bedarfsplanung grundsätzlich in Frage. Jedenfalls sollten die KVen nicht an der Bedarfsplanung beteiligt werden. Die SPD-Fraktion unterstützte Köhlers Vorschlag zwar, hinterfragte aber zugleich, ob für ein solches System überhaupt noch KVen notwendig seien, was Köhler unter Hinweis etwa auf die Qualitätssicherung bejahte. Die Linksfraktion betonte, für eine bessere Verteilung der niedergelassenen Ärzte sei es neben einer Reform der Bedarfsplanung notwendig, "an der Zulassungsschraube zu drehen". Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wies unter anderem darauf hin, dass geklärt werden müsse, wer nach einer Reform die Verantwortung für die Bedarfsplanung tragen solle.

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