Jugendmedienschutz: Erste Ergebnisse im Sommer

(hib/SUK) Im Juni 2007 soll es erste Ergebnisse einer Evaluation der rechtlichen Grundlagen des Kinder- und Jugendmedienschutzes geben. Das teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort ([16/4707](http://dip.bundestag.de/btd/16/047/1604707.pdf)) auf eine Kleine Anfrage der Grünen ([16/4471](http://dip.bundestag.de/btd/16/044/1604471.pdf)) mit.

28.03.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Diese Evaluation sei im Herbst 2006 gemeinsam von Bund und Ländern beschlossen worden und werde bis Herbst 2007 andauern. Ein im Februar von Familienministerin Ursula von der Leyen und dem nordrhein-westfälischen Familienminister Armin Laschet vorgestelltes Sofortprogramm zur Verbesserung des Jugendmedienschutzes sei angestoßen worden, um das Thema "umfassend" und "verstärkt auch jugendpolitisch und medienpädagogisch" in Angriff zu nehmen.

Es sei geplant, Kinder und Jugendliche vor extrem gewalttätigen Computerspielen zu schützen, indem die Alterskennzeichen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und der Unterhaltungssoftwarekontrolle so groß und sichtbar gestaltet würden wie etwa Hinweise zu Gesundheitsgefahren auf Zigarettenschachteln, "damit dies für Eltern und Verkaufspersonal unübersehbar ist". Zudem soll die Einhaltung der Verbote mittels Testkäufen überprüft werden. Geplant sei zudem eine europaweite Liste verbotener Computerspiele.

Die Bundesregierung legt dar, dass der Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt in einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien untersucht worden sei. Die diskutierte Wirkung reiche "von keinerlei Auswirkung über Aggressionssteigerung, Verrohung bis zum Aggressionsabbau". Mehrheitlich sei man sich in der Wissenschaft aber einig darüber, dass es nicht ohne Auswirkungen auf Kinder bleibe, "wenn ihnen Gewalt ständig als ein normales und gesellschaftlich akzeptiertes Konfliktlösungsmuster vorgeführt wird".

Zudem müsse nach aktuellem Kenntnisstand davon ausgegangen werden, dass von "exzessivem Computer- und Videospielen eine Suchtgefährdung" ausgehen könne. Bislang lägen jedoch keine Untersuchungen vor, die auf repräsentativen Daten beruhten - die Regierung werde die Thematik weiter verfolgen. Sollten sich Hinweise auf eine Zunahme spielsüchtiger Verhaltensweisen bestätigen, würden "entsprechende Konsequenzen zur Prävention dieses Problemverhaltens" eingeleitet.

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