Preis für pädagogisch wertvolle Computerspiele

(hib/SKE) Die Bundesregierung soll einen Preis für Computerspiele ausloben. Einem entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen ([16/7116](http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/071/1607116.pdf)) stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Medien mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen die Stimmen von Linken und Grünen bei Enthaltung der FDP zu.

24.01.2008 Pressemeldung Deutscher Bundestag

"Unser Antrag macht den Wert des Kulturgutes Computerspiele deutlich", begründeten die Unions- und SPD-Vertreter ihre Initiative. In der Öffentlichkeit würden oft nur die so genannten Killerspiele wahrgenommen. Das führe dazu, dass Eltern und Großeltern unsicher seien, was sie ihrem Nachwuchs kaufen könnten. Ein Preis, der pädagogisch wertvolle Spiele fördere, diene der Orientierung von Verbrauchern.

Bündnis 90/Die Grünen, deren eigener Antrag (16/7282) gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt wurde, bemängelten, dass die Koalition eine Initiative starte, "die nur gut klingt und nichts bringt". Es sei nicht geklärt, wer die Jury auswähle und wie sich die Bundesregierung daran beteilige. Sie forderten, kleine Entwicklerfirmen zu unterstützen, Regeln für die Archivierung von Spielen aufzustellen und Studiengänge für Spieleprogrammierer einzurichten.

Die FDP lobte den Ansatz beider Anträge. Die Liberalen kritisierten jedoch an der Initiative der Koalition, dass sie keinen Bezug auf die Diskussion um ein mögliches Verbot von Gewaltspielen nehme. Union und SPD hätten sich eindeutig davon distanzieren sollen. Am Antrag der Grünen bemängelten sie die Forderung nach neuen Studiengängen. "Es ist die Frage, ob es die Aufgabe der Bundesregierung ist, Studiengänge einzurichten", so die FDP mit Blick auf die Zuständigkeit der Länder im Hochschulwesen.

Die Linke lehnte beide Anträge mit der Begründung ab, in keinem werde genug auf die Beschäftigten eingegangen. Die Entwickler von Computerspielen leisteten oft Überstunden und arbeiteten unter Verletzung des Arbeitsschutzgesetzes. Das Argument, diese hätten Spaß bei ihrer Arbeit, zähle nicht. "Von Spaß kann man sich nichts kaufen", so die Position der Partei.

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