"Theseus ist keine Suchmaschine"

(hib/VOM) Das Technologieprojekt "Theseus" hat nach Darstellung der Bundesregierung keine neue Suchmaschine zum Ziel. Dies betont sie in ihrer Antwort ([16/4671](http://dip.bundestag.de/btd/16/046/1604671.pdf)) auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (16/4472).

26.03.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Die Fraktion hatte vom "Suchmaschinenprojekt Theseus" gesprochen und darauf verwiesen, dass dies ursprünglich ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt mit dem Titel "Quaero" gewesen sei. Während des Gipfels zur Informationstechnologie in Potsdam im Dezember 2006 sei die deutsch-französische Kooperation beendet worden, wobei das Projekt in Frankreich unter dem Namen "Quaero" und in Deutschland unter dem Namen "Theseus" Deutschland fortgeführt werde.

Die Regierung weist die in der Presse verbreitete Darstellung zurück, dass mit "Quaero" und "Theseus" eine Alternative zu "Google" entwickelt werden soll. Das Projekt ziele vielmehr auf eine Infrastruktur des Wissens ab, die auf dem Internet basiert. Dabei sollen semantische, also die Wortbedeutung betreffende Verfahren eingesetzt und in vielversprechenden Anwendungsfeldern erprobt werden.

Die Regierung bestreitet ferner, dass die deutsch-französische Kooperation beendet worden sei. Sie wolle das Theseus-Programm in vollem Umfang weiterhin fördern. Wie die geplante Zusammenarbeit mit Frankreich aussehen wird, stehe noch nicht fest. Eine Kooperation sei "vielversprechend" bei Teilprojekten zur Entwicklung von Basistechnologien, zur Auswertung von Technologien, zur Standardisierung sowie zur Erschließung von Inhalten digitaler Quellen von Kultureinrichtungen.

Eine Ausschreibung hat es nach Aussage der Regierung beim ersten Teil des Projekts nicht gegeben, weil ein öffentlich ausgeschriebener Technologiewettbewerb zeitaufwendig und nicht wirtschaftlich gewesen wäre. Die programmatische Gestaltung und die Bildung eines Konsortiums wäre bei einem strategischen Projekt der Größenordnung von Theseus erheblich verzögert worden, zumal die Bildung eines Konsortiums auf französischer Seite bereits weiter vorangekommen sei, heißt es in der Antwort.

Der zweite Teil des Theseus-Projekts werde dagegen ausgeschrieben und einen Wettbewerb um die besten Vorschläge für neue informations- und kommunikationstechnische Dienste umfassen. Die Wettbewerbsgewinner sollen an den bisherigen Ergebnissen von Theseus teilhaben und diese weiterentwickeln. Die Regierung will dafür vor allem mittelständische Unternehmen und "kreative Gründer" für eine Mitarbeit gewinnen, wie sie in der Antwort schreibt. Den Unternehmen werde Geld für Forschung und Entwicklung zur Verfügung gestellt, um so Anreize zu schaffen, auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnik weiterzukommen.

Für alle Teilvorhaben von Theseus seien für 2008 Forschungs- und Entwicklungsergebnisse vorgesehen.

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