Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland statistisch nicht gesichert

(hib/WOL) Der Bundesregierung liegen statistische Kenntnisse über die Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland nicht vor. Dies erklärt sie in ihrer Antwort (16/5021) auf eine Kleine Anfrage der FDP ([16/4892](http://dip.bundestag.de/btd/16/050/1605021.pdf)).

23.04.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Verwiesen wird auf eine repräsentative Befragung von Personen ab 14 Jahren durch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Jahr 2004. Danach können 92,9 Prozent der 14- bis 29-Jährigen schwimmen, ebenso 87,8 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, 69,8 Prozent der 40- bis 49-Jährigen, 52,6 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und 44 Prozent der über 60-Jährigen.

Todesfälle durch Ertrinken oder Untergehen gab es laut Statistischem Bundesamt im Jahr 1999 in 597 Fällen gegenüber 400 im Jahr 2005. Dabei ertranken 1999 insgesamt 58 Kinder im Alter zwischen ein und fünf Jahren, im Jahr 2005 waren es 27. Bei der Gruppe der Fünf- bis Zehnjährigen gab es 35 Todesfälle durch Ertrinken im Jahr 1999 gegenüber 17 im Jahr 2005, bei den Zehn- bis Fünfzehnjährigen 12 Todesfälle im Jahr 1999 gegenüber acht im Jahr 2005.

Ein ähnlicher Abwärtstrend sei für die Altersgruppen von 15 bis 45 Jahren erkennbar gewesen, heißt es in der Antwort. Auch da habe die Zahl der Todesfälle im Jahr 1999 durchschnittlich doppelt so hoch wie 2005 gelegen. Erst bei den Altersgruppen von 65 bis 80 Jahre sei die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken weitgehend gleich geblieben.

Zur Situation des Schwimmunterrichts in Deutschland wird auf die Ergebnisse der Sprint-Studie des Deutschen Sportbundes von 2005 verwiesen. Danach hat ein "großes Manko an fehlenden Sportstätten bei 20 Prozent aller Schulen" dazu beigetragen, dass das Stundensoll des Schwimmunterrichts nicht erfüllt werden kann.

Auch die Schließung vieler öffentlicher Bäder oder ihre Umnutzung als für das Schwimmen ungeeignete "Spaßbäder" stellt laut Bundesregierung ein wachsendes Problem da. Man setze sich zwar für Verbesserungen im Schulsport ein, müsse aber auf die Zuständigkeit der Länder und Kommunen verweisen.

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