Forderung

Bildung und individuelle Hilfen verhindern Jugendarmut

Caritas-Präsident Peter Neher: „Die Politik ist gefordert, entschieden die Armut von Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen. Benachteiligte Kinder und Jugendliche frühzeitig zu fördern, ist daher dringend notwendig“.

16.11.2018 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Caritasverband e.V.
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Dies fordert Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich des heute von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) herausgegebenen „Monitor Jugendarmut in Deutschland 2018“.

Eine Studie der Caritas aus dem Jahr 2017 zeigt: Jeder 17. Jugendliche verlässt ohne Abschluss die Schule. Damit sind die Stolpersteine im Leben vorgezeichnet. Häufig hatten diese Jugendlichen bereits zum Schulstart schlechtere Chancen als andere. Der Schulabbruch führt zu einem Teufelskreis: kein Ausbildungsplatz, schlechte berufliche Perspektiven und ein Leben in Abhängigkeit von staatlichen Leistungen.

„Diese Lebensläufe können anders verlaufen, wenn frühzeitig bildungs- und sozialpolitische Maßnahmen vor Ort etabliert werden. Ein verstärktes gemeinsames Engagement der Verantwortlichen in Politik, Schulen und Berufsschulen, Jugendämtern und Jobcentern, Unternehmen, Vereinen und den Wohlfahrtsverbänden kann hier erfolgreich sein“, so Neher. In diesem Zusammenspiel leisten die Träger der freien Wohlfahrtspflege mit ihren Angeboten von Schulsozialarbeit bis Schuldnerberatung einen wichtigen Beitrag. „Die Caritas-Studie zeigt: Wenn die Kooperation vor Ort gelingt, schaffen mehr Jugendliche einen Schulabschluss und haben damit eine echte Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen“, appelliert Neher an die Verantwortlichen.

Auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von den sozialen Hilfesystemen nicht mehr erreicht werden, müsse stärker geholfen werden. Diese Gruppe sei besonders verletzlich und brauche individuelle Unterstützung. Dies belegen beispielsweise Zahlen aus Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. So sind 11,5 Prozent der Klienten der Wohnungslosenhilfe unter 30 Jahren, 24,5 Prozent unter 25 Jahren.

„Für diese Jugendlichen, die oft den Kontakt zu ihren Familien verloren und häufig auch gesundheitliche und psychische Probleme haben, muss dringend mehr getan werden. Sie brauchen verlässliche Ansprechpartner und niedrigschwellige Hilfen, die ihrer individuellen Lebenssituation entsprechen. Die Akteure vor Ort sind aufgefordert, die gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen und sich miteinander zu vernetzen, um damit jungen Menschen Lebenschancen zu geben“, so Neher.


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