Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. h.c. Hans-Albert Walter

"Prof. Walter ist Wegbereiter, wichtigster Interpret und Doyen der Wissenschaftler, die sich mit der Erforschung der deutschen Exilliteratur von 1933 bis 1950 befassen. Er hat die Grundlagen dafür gelegt und mit seiner umfassenden Textkenntnis die Maßstäbe für die Arbeit aus entlegenen Quellen und verschollenen Zeugnissen entwickelt. Wer sich heute mit den verbotenen und verbrannten Büchern, den geflohenen oder vertriebenen Intellektuellen, Schriftstellern und Künstlern befasst, für den ist die Beschäftigung mit den Werken Prof. Walters unumgänglich," damit würdigte Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz die Verdienste von Prof. Walter.

16.08.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Er hob hervor, dass diese fruchtbare Forschungstätigkeit überwiegend ehrenamtlich erbracht worden sei. Walter war als Professor und Leiter der Arbeitsstelle für deutsche Exilliteratur an die Universität Hamburg berufen worden; diese Position hatte er 1981 aus Protest gegen die aus seiner Sicht nicht ausreichende personelle und materielle Ausstattung niedergelegt und ist seither als freiberuflicher Wissenschaftsjournalist und Literaturwissenschaftler tätig.

Prof. Dr. h.c. Hans-Albert Walter wurde 1935 geboren. Er arbeitete zunächst als Journalist und Literaturkritiker, wandte sich ab 1961 schwerpunktmäßig der Erforschung der deutschen Exilliteratur des 20. Jahrhunderts und der deutschsprachigen Emigration nach 1933 zu und legte eine umfangreiche Reihe von Publikationen zu diesen Themen vor. Bereits 1968 begann Prof. Walter mit den Arbeiten an der mehrbändigen Literaturgeschichte "Deutsche Exilliteratur 1933 – 1950", die auf sechs Bände mit bis zu 6.000 Druckseiten ausgelegt ist. Praktisch im Alleingang gelang es ihm, eine eigene Literaturgeschichte des Exils zu begründen und in modellhafter Weise zu entwickeln.

Walter war 1988 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Köln und 1993 mit dem Hessischen Kulturpreis für Wissenschaft ausgezeichnet worden.

Fotos sind unter der Mailadresse erhard.blatt@stk.hessen.de anzufordern.


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