„Das richtige Buch zur richtigen Zeit!“

Kinder brauchen Bücher, so betitelte einmal der berühmte Pädagoge Bruno Bettelheim eine seiner Veröffentlichungen. Dies trifft auch in der heutigen vielmedialen Welt weiterhin zu! Welche Vorzüge machen das Buch wichtiger für die kindliche Entwicklung als andere Medien? Fachartikel von Elke Schlösser.

28.04.2017 Bundesweit Pressemeldung SchauHoer Verlag
  • © SchauHoer Verlag

Entwicklungspsychologisch bedeutsam ist, dass das Kind aus seiner inneren Erlebnissituation heraus eigenständig

  • bei bestimmten Geschichten aufhorcht,
  • spezielle Geschichten bevorzugt und
  • immer wieder dieselbe Geschichte erfragt.

Das macht es, weil genau diese Geschichte ihm ein Entwicklungsangebot macht, welches es genau darin finden und nutzen kann.

Bücher, die innerpsychische Themen transportieren, unterstützen Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeitsentwicklung. Um diese Wirkung im erzählenden und vorlesenden Kontakt entfalten zu können, müssen zwei Vorbedingungen erfüllt sein:

  • Die pädagogische Fachkraft muss das Kind und seine aktuelle Entwicklungsphase und individuelle Entwicklungssituation gut kennen.
  • Sie muss ebenso gut mit Bilderbüchern und die in ihnen verfügbaren Themen und Entwicklungschancen vertraut sein.

Die meisten Bilderbücher widmen sich einem in sich geschlossenen Aspekt und sind damit für das Kind – und die vorlesende Person – thematisch gut überschaubar.

Das Kind zeigt seine hohe innerpsychische Beteiligung vor allem durch seine Aufmerksamkeit für bestimmte Geschichten, seine Geduld im Umgang mit einem bestimmten Buch und seine Wünsche nach vielfacher Wiederholung.

Es leitet permanent und unbewusst Impulse für seine Entwicklung ab. Es erhält Anregungen für sein Selbstbild und die Steigerung seines Selbstbewusstseins. Auch Anregungen für seine emotionale Steuerung zur Angstbewältigung, Entwicklung von Mut und Unerschrockenheit, Frustrationstoleranz und Ermutigung kann es ableiten.

Elke Schlösser schöpft aus ihrem Erfahrungsschatz als Fachbuchautorin, Referentin und Diplom-Sozialarbeiterin bei der Entwicklung der Figur Sonja. Die genaue Kenntnis um die Themen frühkindliche Sprachförderung, Stärkung der Mehrsprachigkeit, frühe Förderung der Literalität, antirassistische, vorurteilsbewusste und interreligiöse Ansätze bilden den Hintergrund und den Ansatz zu dieser Geschichte.

Ihr Berufsleben führte sie über die Jugendhilfe, Telefonseelsorge und Deutschen Krebshilfe in die Familien- und Erwachsenenbildung. Sie erweiterte ihr Interessengebiet und ihren Fachschwerpunkt mit Interkultureller Pädagogik im Elementarbereich. Elke Schlösser ist innerhalb und außerhalb Deutschlands als Referentin gefragt. Sie lebt mit ihrem Mann bei Aachen.

Das Kind kommt in kulturellen Kontakt mit Althergebrachtem ebenso wie mit Neuem. Es erlangt Zugang zu Realistischem und kreative Impulse durch das Eintauchen in magische Welten. Und es erwirbt durch Bücher neues Wissen und Hinweise auf sachliche Zusammenhänge.

Bilderbücher regen mit ihren Geschichten zur philosophischen, religiösen und interreligiösen Beschäftigung – also zum Nachdenken über den Sinn der Welt – an. Sie ermöglichen, einen Zugang zu anderen Kulturen und dem Fremd-Erscheinenden zu finden.

In Deutschland gibt es hervorragende BilderbuchautorInnen und -illustratorInnen, die diesen Aspekten Berücksichtigung schenken. Auf die Qualität, die wir Kindern in Bilderbüchern zu Gute kommen lassen, können wir stolz sein. Die thematische und gestalterische Auswahl ist groß und lässt kaum Wünsche offen. Ein vertiefender Blick in den Kita-Bilderbuchfundus wird dies bestätigen.

Literale Beschäftigung vom Kleinkindalter an ist auch Bestandteil der Förderung der kommunikativen Kompetenzen. Diese bestehen sowohl aus der nonverbalen wie aus der verbalen Kommunikation.

Nonverbal setzen Menschen von Anfang an Mimik, Gestik und Körperhaltungen zur Vermittlung von Botschaften ein. Verbal-kommunikative Elemente kommen im Rahmen des Spracherwerbs hinzu.

Die nonverbalen und die verbalen Kompetenzen steigern sich ein Leben lang, stets im engen Verbund mit der Entfaltung und Komplettierung körperlicher, geistiger und seelische Fähigkeiten.

Verbale Kompetenzen zeigen sich in vielfältigen Facetten. Zu ihnen gehören

  • der Wortschatz,
  • die Artikulation,
  • die morpho-syntaktischen Kompetenzen,
  • die phonologische Bewusstheit und
  • die Ausdruckskraft und Sprechfreude.

Die morpho-syntaktischen – also grammatischen – Kompetenzen bewirken, dass Sprache in ihrer Verwendung nach strukturellen Gesetzmäßigkeiten wahrgenommen und genutzt werden kann.

Kinder verfügen von Geburt an hirnorganisch über ein implizites Grammatikbewusstsein. Damit ist gemeint, dass in der genetischen Ausstattung der sich entwickelnden Sprachzentren des Menschen ein unbewusstes Wissen vorhanden ist, dass Sprache strukturiert genutzt wird, Gesetzmäßigkeiten folgt und nicht beliebig verwendet wird.

Die Sprachen, die einem Kind angeboten werden, hört das Kind in den entsprechenden grammatischen Formen – unbewusst und beiläufig. Es übernimmt diese grammatischen Gesetzmäßigkeiten, weil sie auf den fruchtbaren Boden der hirnphysiologischen Erwartung fallen. Das Kind wird im Einsatz grammatischer Strukturen altersentsprechend immer sicherer, und dies umso mehr, je verlässlicher die grammatischen Impulse von den sie umgebenden Menschen angeboten werden.

Eindeutig gesichert ist, dass Kinder, denen ein früher und solider Zugang zur literalen Sprache geboten wird, deutlich erhöhte Bildungschancen haben. Daher wird die early-literacy-Erziehung in den letzten Jahren als so wichtig erachtet.

Die Kompetenz der Literalität bedeutet, einen altersgerecht sicheren Umgang mit literaler Sprache, Schrift und allen Medien, die Sprache und Schrift transportieren, zu erlangen. Diese Kompetenzentwicklung beginnt mit den ersten angebotenen Sprachspielen, Liedern und Bilderbüchern. Letztlich setzt sich so der lange Weg hin zu einer schriftlichen Ausdruckkompetenz in Gang.

Fingerspiele, Abzählreime, Schoß-, Kreis- und Bewegungsspiele sowie Lieder basieren auf Gedichten, also auf der gereimten literalen Sprachform. Sie fördern – begriffssichernd umgesetzt – die Wortschatzerweiterung. Bilderbuchgeschichten für die ganz Kleinen bieten ebenfalls frühe Wörter an. Im gesamten Prozess des Vorlesens und des Selber-Lesens bleibt die Wortschatzerweiterung ein positiver, sprachförderlicher Effekt in der Beschäftigung mit Literatur – auch im Erwachsenenleben.

Artikulation wird geübt, wenn Kinder der erzählenden oder vorlesenden Person gebannt auf die Lippen schauen können und sehen, wie sie ihre Atem-, Stimm-, Schluck- und Sprechorgane benutzt. Blickkontakt regt also sehr zur lautierenden Nachahmung an – ganz gleich in welcher Sprache anregende Impulse gesetzt werden.

Phonologische Bewusstheit wird durch alle literalen Sprachangebote, die rhythmisiert angeboten werden, trainiert. Dazu gehören die oben genannten Finger-, Schoß-, Kreis- und Bewegungsspiele. Rhythmisch gesprochen oder gesungen und bewegungsbetont umgesetzt stärken sie die gewünschte Entwicklung. Hierbei sind gereimte Bilderbuchtexte und Lückentexte, in welche hinein Kinder mit Lauten und Wörtern mitgestaltend reagieren können, besonders wirksam.

In guter Stimmung, mit Spaß und Anerkennung umgesetzt, entwickeln sich Ausdruckskraft und Sprechfreude. Über gute Beziehung und Bindung greift das Kind die vielfältigen sprachlichen Angebote auf.

Die Erfahrung lehrt, dass in der Elementarpädagogik den grammatischen Aspekten im Bilderbuch am wenigsten Beachtung gewidmet wird. Wer achtet schon bewusst darauf, dass in

  • „Ich will meine Mami“ (Martin Waddell/ Patrick Benson/ Verlag Sauerländer) das Präteritum (die Vergangenheitsform) dominiert: „Es waren einmal drei Eulenkinder: Sebu und Leah und Flo. Sie wohnten mit ihrer Mutter Eule in einer gemütlichen Baumhöhle.“
  • „Die große Wörterfabrik“ (Agnés de Lestrade/ Valeria Docampo/ Verlag mixtvision) der Präsens zu Hause ist: „Es gibt ein Land, in dem die Menschen fast gar nichts reden. Das ist das Land der großen Wörterfabrik.“
  •  „Das ist meins! Vom Streiten und wieder Vertragen!“ (Sylvia Schneider/ Mathias Weber/ Annette Betz Verlag) wörtliche Rede im dialogischen Gesprächsaustausch fast die ganze Geschichte bestimmt.

Wir können konstatieren: Morpho-syntaktische Kompetenzen erwirbt das Kind über Bilderbuchliteratur, weil in den meisten Bilderbüchern komplexe Sätze mit verlässlich grammatischem Angebot vorkommen. Morpho-syntaktische Kompetenzen ermöglichen grammatische Angebote sinngemäß verarbeiten zu können. Morphologie ist die Lehre von der Veränderung der Wörter in Abhängigkeit von ihrer Position im Satz und im Sinnzusammenhang. Syntax bezeichnet den Satzbau. Beide Kenntnisse – die vom Satzbau und die von der angemessenen Veränderung der Wörter aus ihren Grundformen heraus – führen zur grammatischen Sicherheit.

Literatur beinhaltet den Vorteil, grammatisch verlässlich zu sein, weil Bücher vor ihrer Veröffentlichung mehrfach auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden:

  • auf ihren inhaltlichen Sinn
  • in Bezug auf den angemessenen Wortgebrauch
  • auf ihre grammatische Korrektheit.

Setzen PädagogInnen Kinderliteratur ein, so sind sie mit dem grammatischen Angebot auf der sicheren Seite.

Zielgerichtete Betonungen beim Vorlesen lenken das Kind auf einzelne Satzanteile hin, die es deutlicher wahrnimmt, versteht und somit in ihrem Sinn und ihrer Bedeutung verinnerlichen kann.

Bilderbuchgeschichten

  • kommen in verschiedenen grammatisch bedeutsamen Zeitformen daher: sie spielen in der Gegenwart, in der Zukunft oder erinnern an etwas Vergangenes,
  • beinhalten wörtliche Rede, wenn die Figuren der Geschichte in den Dialog treten,
  • können reich an Fragen sein, womit sich diese Ausdrucksform verlässlich präsentiert,
  • können viele Artikel, Adjektive, Präpositionen beinhalten und aufzeigen, welche Stellung diese Wörter sinnstiftend in Sätzen haben,
  • beinhalten Überlegungen, „was wäre wenn“ … und regen zum Phantasieren an, was den Konjunktiv erfordert und die Beschäftigung damit anregt,
  • sie geben Anregungen zum syntaktischen Entschlüsseln, was zulässt, von verwendeten Wörtern auf den wirklichen Sinn (z.B. einer Redewendung) schließen zu können.

Beim dialogischen Bilderbuchbetrachten und gemeinsamen Lesen werden viel häufiger komplette und grammatisch korrekte Sätze benutzt, als im alltäglichen Sprachgebrauch. Die vorlesende Person ist um eine feine, den Alltag überschreitende Sprechweise bemüht. So signalisiert sie dem Kind, dass die Geschichte und das Vorlesen etwas Besonderes sind. Das Kind beantwortet diese Situation mit einer erhöhten Aufmerksamkeit, die nicht nur der Geschichte, sondern auch dem sprachlichen Angebot gilt.

So kann auch die im Deutschen feine Sprachform des Konjunktivs für Kinder spielerisch präsenter werden und ihnen nachfolgend als grammatische Kompetenz besser zur Verfügung stehen. Beispielhaft sei hier die von mir entworfene Bilderbuchgeschichte Sonja ist wichtig! genannt, eine Geschichte, die psychologische wie grammatische Bedarfe von Kindern in ihrer Verknüpfung gut aufzeigt.

Bibliographische Hinweise:

Sonja ist wichtig!

Elke Schlösser, Laura v. Husen (Illustr.), 

260 x 190 mm, 32 S., Hardcover, ab 4 Jahren, 12,95 €

ISBN 978-3-940106-15-5

Wie ergab sich meine Motivation zu einer Kindergeschichte im Konjunktiv?

Im Rahmen einer Fachkonferenz von Kita-LeiterInnen war gewünscht worden, das Thema „Stärkung der grammatischen Kompetenzen im Rahmen frühkindlicher Sprachförderung“ zu bearbeiten. (Eine entsprechende Fortbildung biete ich unter dem Titel: „Klingt falsch, ist aber richtig! – Frühkindlicher Grammatikerwerb vor der Alphabetisierung“ an.)

Vor dem Termin bat ich die Leitungskräfte, pro Person zwei von ihnen besonders geliebte Bilderbücher mitzubringen. Da 30 LeiterInnen teilnahmen, hatten wir anschließend 60 Bilderbücher vorliegen, ein wunderbarer Fundus. Nach meiner Anregung sortierten die TeilnehmerInnen diese Bilderbücher nach Grammatikaspekten, etwas, das sie zuvor noch nie gemacht hatten. Erstaunt waren die ErzieherInnen darüber, wie sich ihr Blick auf die Geschichte veränderte, wenn sie sich von der Wahrnehmung grammatischer Aspekte leiten ließen.

In diesem Zusammenhang fiel auf, dass wir kein einziges Bilderbuch fanden, welches Kindern den Konjunktiv anbietet. Das ist bedauerlich, da es sich um eine feine und ausdrucksstarke Sprachform handelt. Offensichtlich ist sie auch nicht mehr so alltagsüblich; Kinder hören den Konjunktiv wohl immer seltener. Dies zeigt sich, wie die ErzieherInnen reflektierten, auch daran, dass sie im Rollenspiel früher sagten: „Ich wäre jetzt die Mutter und Du wärst das Kind. Du kämst jetzt aus dem Kinderzimmer in die Küche und wolltest ein Eis haben.“ Heute klänge das eher so: „Du bist die Mutter, ich das Kind. Ich komme mal in die Küche.“

Nicht nur im Rollenspiel, sondern in allen „was wäre, wenn …“-Gesprächen würde der Konjunktiv Verwendung finden, wäre er denn weiterhin vertraut!

Nach dieser Erfahrung in der Fortbildung habe ich mich gefragt, in welchem Zusammenhang ich denn selbst als Kind den Konjunktiv bewusst wahrgenommen habe. Da fiel mir das Kinderlied: „Wenn ich ein Vöglein wär, und auch zwei Flüglein hätt‘, flög ich zu Dir!“ ein. Spontan schlossen sich Gedanken an eine Geschichte, ausgelöst durch diese Erinnerung an und Blatt und Stift waren schnell zur Hand genommen. Nach einigen Minuten stand eine Konjunktiv-Geschichte auf dem Papier:

Sonja, ein Mädchen im Kindergartenalter, lässt uns an ihrer Wahrnehmung der Familienmitglieder, ihres Freundes und ihrer Katze teilhaben. Sie beobachtet die Anderen genau und erkennt, dass sie sich alle in Situationen hineinwünschen, die sie von ihr wegführen würden. Sonja bemerkt dies mit Sorge und fragt sich, ob sie selbst für die Anderen wohl von Bedeutung ist. Sie signalisiert dies auf ihre kindliche Art. Sie wünscht sich ebenfalls weit weg und macht lautstark klar, dass es sich lohnt, sie zu vermissen. Daraufhin schwenken die Anderen um, erstaunt über Sonjas Reaktion. Sie werden nachdenklich, weil sie sie nicht genügend wahrgenommen haben.

Sonja erhält so all die Wertschätzung, die sie sich erhofft. Sie kann die verlässliche Zustimmung der Anderen zu ihrer Person deutlich spüren. Ganz wichtig ist: sie hat selbstständig dafür gesorgt, dass sie eine Reaktion auf ihre Bedürfnisse erhält.

Sonja lernt, dass Beziehungen nicht leiden, wenn Menschen sich ihren eigenen Gedanken, Gefühlen und Wünschen widmen. Sie findet heraus, dass sie trotzdem eng mit ihr verbunden und gewissenhaft für sie da sind.

In der Geschichte schwingen viele weitere für junge Kinder bedeutsame Gesprächs-impulse mit. Da geht es um die Trauer der Oma um ihren verstorbenen Mann, das zeitweise Getrennt-Sein von Eltern durch berufliche Mobilität, natürliche geschwisterliche Unstimmigkeiten, phantasievollen Austausch mit einem Freund oder den Umgang mit Haustieren. Die sehr grundlegenden Themen kommen so natürlich und unaufgeregt daher, dass Kinder diesen Impulsen frei und selbstbestimmt folgen können.

Im Alltag von gemischtsprachigen Gruppen ist Sonja ist wichtig! eine Aufforderung zum sprachlichen Austausch, denn Kinder mit anderen Herkunftssprachen haben die Möglichkeit eine wichtige grammatikalische Ausdrucksform der deutschen Zweitsprache kennenzulernen.

Vorgelesene Geschichten greifen Kinder gerne verarbeitend auf. Sie reflektieren sie in eigenen, nachbereitend gemalten Bildern und erzählen die Geschichte nach. Sie zeigen dabei auch, welche grammatischen Impulse sie bereits aufgenommen haben und welche noch zur Entwicklung anstehen.

Kinder, die regelmäßig gute altersgerechte Literatur angeboten bekommen, fabulieren gerne. Sie denken sich innere Bilder aus, malen diese und bitten PädagogInnen, ihre selbst entworfene Geschichte schriftlich hinzuzufügen. Dabei setzen sie ganz natürlich ihre unbewussten Kenntnisse von Grammatik frei. Hören PädagogInnen gut zu, dann erschließt sich die altersgerechte grammatische Sicherheit (oder Unsicherheit) des Kindes. Bedarfe, diesen Entwicklungsstand durch Förderung zu unterstützen, werden sichtbar.

Wirksam sind grammatische Anregungen meines Erachtens besonders, wenn sie gezielt angeboten werden. So könnte ein Kita-Team jeweils montags beschließen, welche Bilderbücher in welcher Grammatikform sie alle in dieser Woche einsetzen möchten. Wird dabei eine bestimmte grammatische Form die Woche über genutzt, und mit Kindern ab vier Jahren auch metakommunikativ besprochen („In der Geschichte erzählt uns der Geschichtenschreiber Maurice Sendak von Max, der erlebte, wo die wilden Kerle wohnen. Das Erlebnis von Max ist schon vorbei. Es wird uns erzählt, was an dem Abend geschah, als Max seinen Wolfspelz trug.“)

Hören Kinder in ein und derselben Woche viele Geschichten, zu deren Einführung auf das Vergangene hingewiesen wird, so ist der Effekt ein intensives Hören der jeweils bestimmten grammatischen Form und durch diese Wiederholung wächst die individuelle Vertrautheit mit diesem Angebot.

Also gilt auch für grammatische Impulse: „Das richtige Buch zur richtigen Zeit!“

Ansprechpartner

SchauHoer Verlag
Patricia Hahne-Wolter
Orrer Str. 29
50259 Pulheim
Telefon: 02238-4559904
E-Mail: info@schauhoer-verlag.de
Web: www.schauhoer-verlag.de


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden