Kultusministerkonferenz

Deutsch-Polnische Beziehungen im Kultur- und Bildungsbereich sind wichtige Elemente zur Verständigung und Aussöhnung zwischen beiden Ländern

In einem Gespräch mit Staatsministerin Cornelia Pieper tauschte sich der Präsident der Kultusministerkonferenz, Senator Ties Rabe heute über die gegenwärtige Situation der deutsch-polnischen Beziehungen im Bildungs – und Kulturbereich aus.

01.03.2012 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Die deutsch-polnischen Beziehungen haben insbesondere durch das 20-jährige Bestehen des deutsch-polnischen Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit im Sommer 2011 einen deutlichen Aufschwung erfahren. Das Jubiläum wurde auf Regierungsebene erstmals mit einer gemeinsamen Kabinettssitzung am 21.06.2011 in Warschau begangen. Darüber hinaus stehen vielfältige gemeinsame Aktivitäten und Vorhaben im Bildungs- und Kulturbereich im Mittelpunkt. Hierzu zählen auch die weiteren Beratungen zum Fortgang des deutsch-polnischen Projekts "Schulbuch Geschichte", die Arbeitsaufnahme des 2010 gegründeten deutsch-polnischen Ausschusses für Bildungszusammenarbeit sowie die Durchführung eines Deutsch-Polnischen Tages an Schulen.

"Ziel ist es, die hervorragende Zusammenarbeit mit unserem Partnerland in kulturellen und bildungspolitischen Fragen zu vertiefen. In einem geeinten und zusammenwachsenden Europa ist das Erlernen von Nachbarsprachen, deren Kultur, Geschichte und Tradition von unschätzbarer Bedeutung", erklärte Rabe.

Ein Beispiel der guten und intensiven Zusammenarbeit ist der deutsch-polnische Ausschuss für Bildungszusammenarbeit. Er wurde 2010 auf Initiative des vormaligen Bildungsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Henry Tesch, und der früheren polnischen Bildungsministerin, Katharina Hall, gegründet. Auf der Grundlage konkreter Bestandsanalysen entwickelt er Vorschläge zur Förderung der polnischen und deutschen Sprache als Fremdsprache und als Muttersprache im Schulwesen der Länder, behandelt Themen der allgemeinen schulischen und frühkindlichen Bildung bis hin zur Hochschulbildung. Darüber hinaus sollen der Schüler- und Jugendaustausch in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk weiter ausgebaut werden.

Auch werden verstärkt trilaterale Projekte wie Jugendbegegnungen oder Lehrerfortbildungen im Rahmen des Weimarer Dreiecks gefördert, dessen 20-jähriges Bestehen im August letzten Jahres begangen wurde.

Das Deutsch-Polnische Geschichtsbuch geht auf eine gemeinsame Initiative des vormaligen Bundesaußenministers Steinmeier und seines polnischen Amtskollegen Sikorsky aus dem Jahre 2007 zurück. Eine binationale Arbeitsgruppe unter wesentlicher Mitwirkung des Georg-Eckert-Institutes für internationale Schulbuchforschung (GEI) sowie ausgewählter Historiker und Didaktiker beider Länder hat das fachwissenschaftliche und didaktische Rahmenkonzept erarbeitet. Das mehrbändige Schulbuch der europäischen Geschichte soll durch seine verschiedenartigen Blickwinkel auf historische Entwicklungen von besonderem Nutzen für künftige Schülergenerationen in beiden Ländern sein.

"Die Investition in die deutsch-polnischen Beziehungen müssen bei der jungen Generation ansetzen, bei den Kindern und Jugendlichen und dem akademischen Nachwuchs", unterstreicht der Präsident. "Persönliche Erfahrungen mit Gleichaltrigen prägen schon früh das gegenseitige Verständnis und ermöglichen positive Eindrücke vom angrenzenden Nachbarn", so Rabe weiter.


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