Ergebnisse der 336. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 8. Dezember 2011 in Berlin

Am 8. Dezember 2011 fand in Berlin die 336. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Minister Dr. Bernd Althusmann, statt.

08.12.2011 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Im Mittelpunkt der Beratungen standen folgende Themen:

  • Vorbereitung des IQB-Ländervergleichs 2012 zu den Bildungsstandards in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik für den Mittleren Schulabschluss
  • Festlegung des Schwerpunktthemas für den Bildungsbericht 2014
  • Stärkung der Fremdsprachenkompetenz
  • Erhalt des immateriellen Kulturerbes der Menschheit
  • Wahl des Präsidenten und des Präsidiums für das Jahr 2012

Kultusministerkonferenz stellt Weichen für IQB-Ländervergleich in Mathematik und den Naturwissenschaften

Der erste Ländervergleich in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik für die Sekundarstufe I zur Überprüfung der KMK-Bildungsstandards wird wie geplant im Frühjahr 2012 durchgeführt und ca. ein Jahr später veröffentlicht werden. Die Kultusministerkonferenz stimmte am Donnerstag in Berlin den Festlegungen von Kompetenzstufen in den naturwissenschaftlichen Fächern zu - für Mathematik war dies bereits im Oktober erfolgt. Darüber hinaus billigte die Ministerrunde den Fahrplan zum Testablauf im Jahr 2012, den das mit dem Ländervergleich beauftragte Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) vorgelegt hat. "Angekoppelt an PISA 2012 können wir nun erstmals das Erreichen der Bildungsstandards in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik überprüfen", erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann, der die zentrale Bedeutung der Ländervergleiche als Element der KMK-Gesamtstrategie für die Qualitätsentwicklung des deutschen Bildungssystems unterstrich.

Das IQB hat inzwischen für die Bildungsstandards in nahezu allen vorgesehenen Fächern für die Grundschule und den Sekundarbereich I normierte Aufgaben und Kompetenzstufenmodelle entwickelt. Mit diesem Instrumentarium liegen die erforderlichen Bewertungsmaßstäbe für einen Ländervergleich vor, mit dem die Einhaltung der nationalen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz überprüft werden kann. Die zentralen Überprüfungen sorgen für mehr Klarheit, eine größere Objektivität und eine höhere Verbindlichkeit der gesetzten Anforderungen. Sie geben auch konkrete Hinweise für Weiterentwicklungen im Bildungssystem.

Der erste Ländervergleich war vom IQB im Jahr 2009 zur Überprüfung der Einhaltung der Bildungsstandards in den Fächern Deutschen, Englisch und Französisch für den Mittleren Abschluss erhoben und 2010 veröffentlicht worden. Im diesem Jahr wurde der Ländervergleich für die Primarstufe durchgeführt, die Ergebnisse werden im Herbst 2012 präsentiert.

Bildungsbericht 2014 - Schwerpunktthema "Menschen mit Behinderungen"

"Menschen mit Behinderungen" wird das Schwerpunktthema des für das Jahr 2014 geplanten fünften Bildungsberichts sein. Einem entsprechenden Vorschlag stimmte die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Berlin einmütig zu. "Wir erhoffen uns von dieser Entscheidung weitere Erkenntnisse darüber, wie das gesamte Bildungssystem noch umfassender dazu beitragen kann, damit Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt leben und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können", sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann. Erst Ende November hatte die Kultusministerkonferenz ihre Empfehlung "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" vorgestellt. Für den Sommer 2012 ist die Vorstellung des vierten Bildungsberichts geplant. Er hat die kulturelle/musisch-ästhetische Bildung im Lebenslauf zum Schwerpunktthema.

Kultusministerkonferenz beschließt Empfehlungen zur Fremdsprachenkompetenz

Mehrsprachigkeit, Stärkung der kulturellen Vielfalt Europas, Förderung von Mobilität und Integration sowie die Vorbereitung auf eine international geprägte Wirtschafts- und Arbeitswelt - so lauten die Ziele einer von der Kultusministerkonferenz verabschiedeten Empfehlung für eine zukunftsorientierte Fremdsprachenkonzeption. Die Länder wollen die Ziele mit untereinander abgestimmten Sprachlernangeboten erreichen, die mit einem flächendeckend etablierten Fremdsprachenunterricht im Primarbereich beginnen. In der Empfehlung werden neben grundlegenden Leitlinien für den Fremdsprachenunterricht auch die einzelnen Handlungsfelder sowie die Konsequenzen für die Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung beschrieben. "Mehrsprachigkeit ist eine Schlüsselkompetenz. Für die Länder gewinnt der Fremdsprachenunterricht mit Blick auf die Persönlichkeitsbildung, die kulturelle Dimension und die Internationalisierung der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Dieser Entwicklung tragen die jetzt vorliegenden Empfehlungen Rechnung", so der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann. Die Empfehlungen sind unter www.kmk.org abrufbar.

Kultusministerkonferenz spricht sich für Ratifizierung des UNESCO-Übereinkommens zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aus

Deutschland soll nach dem Willen der Kultusministerkonferenz das UNESCO- Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Menschheit ratifizieren. Unter dem immateriellen Kulturerbe sind Bräuche, Darstellungen, Wissen und Fertigkeiten zu verstehen, die als Bestandteil des Kulturerbes angesehen werden. Dies kann auch Sprachen, Feste oder traditionelle Handwerkstechniken umfassen. Die Kultusministerkonferenz stellt ihre Zustimmung unter den Vorbehalt der Klärung innerstaatlicher Verfahrens- und Finanzierungsregelungen. Im Falle der Ratifizierung werden die Länder zur Umsetzung des Übereinkommens eine Vorschlagsliste für die nationale Liste immateriellen Kulturerbes erstellen.

Senator Ties Rabe zum Präsidenten der Kultusministerkonferenz für 2012 gewählt

Mit Beginn des Jahres 2012 übernimmt Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung, Ties Rabe, die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz.

Zu Vizepräsidenten für das Jahr 2012 wählte die Kultusministerkonferenz:

  1. Vizepräsident: Minister Stephan Dorgerloh, Sachsen-Anhalt
  2. Vizepräsidentin: Ministerin Sylvia Löhrmann, Nordrhein-Westfalen
  3. Vizepräsident: Minister Dr. Bernd Althusmann, Niedersachsen.

Staatsministerin Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz) und Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (Niedersachsen) gehören dem Präsidium der Kultusministerkonferenz als kooptierte Mitglieder an.


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