Expertenbericht: Selbstständigkeit für Akademiker attraktiver gestalten

(hib/MVF) Eine Nachbesserung von kaufmännischen Kenntnissen sowie die Karriereoption "Selbstständigkeit" für Akademiker insgesamt attraktiver gestalten lauten die Schlussfolgerungen des Ausschusses für Bildung und Forschung aus einem Expertenbericht (16/4669) des Büros für Technikfolgenabschätzung (TAB) beim Bundestag.

09.05.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Das TAB untersuchte dazu 39 Fallstudien und 71 Umfragestichproben im Bereich der Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft, den so genannten "Spin-offs" (akademische Ausgründungen) in Deutschland. Mehrheitlich existierten dieses Unternehmensgründungen im Bereich der Technik, der Datenverarbeitung und der Dienstleistungen. Von den Spin-offs verspricht sich der Ausschuss ein schnelleres Wachstum, wichtige Impulse im Technologietransferprozess und neue Arbeitsplätze.

Die Studie des TAB habe ergeben, dass die Unternehmensgründungen die in sie gesetzten Hoffnungen nur teilweise erfüllen konnten. Wirkliche "Stars" seien selten, da sich die Mehrheit nicht zu großen Einheiten entwickle. Jedoch sei es durch gezielte Förderung möglich, ihren Anteil behutsam zu steigern, heißt es in dem Bericht. Ein Umdenken sei auch in der Finanzierung nötig. Die Studie des TAB plädiert für mehr Eigenkapital in der Gründungsfinanzierung und Darlehensförderung, um "das unternehmerische Engagement und die Selbstverpflichtung der Gründer zu steigern" und weniger Förderinstrumente. Damit einhergehend schlagen die Experten eine gründlichere Prüfung von kaufmännischen Kenntnissen bei der Existenzgründung vor sowie die Möglichkeit gründungswilligen Wissenschaftlern erfahrene Kaufleute an die Seite zu stellen. Auf diese Weise könne auch die Markttauglichkeit der wissenschaftlich oft viel versprechenden Produkte besser ausgelotet werden. Zusätzlich müsse Selbstständigkeit zunehmend auch in der Wissenschaft als Karriereoption begriffen werden. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die persönliche Haltung des Instituts- oder Lehrstuhlinhabers die Entwicklung gut vorbereiteter Ausgründungsprojekte maßgeblich beeinflusst. Mit wachsendem zeitlichem Abstand würde dann ohnehin die Nähe zur Mutterorganisation geringer.

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