Baden-Württemberg

FOCUS-Schuldatenbank bringt Eltern und Schüler/innen nichts

Die Bildungsgewerkschaft GEW bedauert die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart zur Herausgabe von Schuldaten an das Nachrichtenmagazin Focus. "Abschlussnoten und Durchfallquoten sind für Eltern keine Hilfe, wenn sie entscheiden wollen, welche Schule die richtige für ihr Kind ist. Wir empfehlen Eltern, nicht auf fragwürdige Rankings kommerzieller Medien zu vertrauen, sondern sich bei der Schulwahl selbst ein Bild zu machen und auf die eigenen Erfahrungen in ihren Gemeinden zu setzen. Wir stimmen mit dem Kultusministerium darin überein, dass diese Daten nichts über die pädagogische Qualität der Schulen aussagen", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft am Donnerstag (22.04.) in Stuttgart.

22.04.2010 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Zeitschrift FOCUS-Schule plant den Aufbau einer so genannten Schuldatenbank in Deutschland. Die GEW befürchtet, dass durch das Ranking soziale Ungerechtigkeit in den Schulen entstehen würde. "Internationale Studien zeigen, dass bei einem schulischen Wettbewerbssystem die soziale Schere weiter aufgeht. Das wünscht sich die GEW nicht und es kann auch sicher nicht im Sinne der Eltern oder des Kultusministeriums sein", sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt den laufenden Qualitätsentwicklungsprozess an den Schulen. "Grundsätzlich ist an mehr Transparenz über die Arbeit der Schulen nichts auszusetzen. Eine bundesweite Schuldatenbank gehört jedoch nicht in die Zuständigkeit eines kommerziellen Polit-Magazins, sondern in die Hände von Expertinnen und Experten an den Hochschulen und dem Landesinstitut für Schulentwicklung", so Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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