Forschungspreise des Landes Sachsen-Anhalt gehen an Dr. Heike Lorenz und Dr. Björn Hendrik Schott

Preisträgerin für angewandte Forschung ist PD Dr. rer. nat. habil. Heike Lorenz vom Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, Magdeburg. Den Preis für Grundlagenforschung erhält Dr. med. Dr. rer. nat. Björn Hendrik Schott vom Leibniz-Institut für Neurobiologie, Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung, Magdeburg.

17.12.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

"Die jährliche Verleihung der Forschungspreise für Grundlagenforschung und für angewandte Forschung ist für die Wissenschafts- und Forschungspolitik des Landes ein besonderes Ereignis", betonte Kultusminister Olbertz. "Die beiden Preisträger sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass an den Hochschuleinrichtungen in Sachsen-Anhalt auf höchstem Niveau geforscht wird und außergewöhnliche Leistungen erbracht werden." Die Stärken unserer Hochschulen, so Olbertz, lägen in der praxisnahen Forschung im Verbund mit der Wirtschaft. Die Hochschulen entwickelten wirkungsvolle Strukturen, um Wissenstransfer und wissenschaftliche Weiterbildung zu implementieren. "Unsere Spitzenforschung", sagte der Minister, "wird immer mehr zu einem wichtigen Wachstumsfaktor für unser Bundesland und macht den Forschungsstandort Sachsen-Anhalt auch international sichtbar und bundesweit konkurrenzfähig."

Hintergrund zu den beiden Preisträgern

PD Dr. rer. nat. habil. Heike Lorenz

Heike Lorenz ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg und Leiterin der Arbeitsgruppe Kristallisation der Fachgruppe Physikalisch-Chemische Grundlagen der Prozesstechnik. Sie wird ausgezeichnet für ihre hervorragenden Forschungsleistungen zum Thema "Innovative Verfahren der kristallisations-basierten Enantiomerentrennung".

Mit ihren Arbeiten gelang es der Wissenschaftlerin, wesentliche Erkenntnisse bei der Trennung chiraler chemischer Verbindungen, den sogenannten Enantiomeren, zu gewinnen. Enantiomere sind paarweise auftretende und räumlich zueinander spiegelbildlich aufgebaute Moleküle. Die Trennung solcher Verbindungen ist z. B. wesentlich, um eine Wirksamkeit von Medikamenten zu erzielen: Die räumliche Struktur der Wirkstoffmoleküle muss das Andocken an bestimmte Strukturen im Körper ermöglichen. Frau Lorenz arbeitet an Enantiomeren-Produkten hoher Reinheit, die z. B. in der Agrochemie zu verminderten Aufwandsmengen und damit zu geringeren Umweltbelastungen führen. Die Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen und regionalen Firmen, wie der BASF, Nordzucker AG, Schering, AstraZeneca, Solvay etc. führt zu einem raschen Transfer der Forschungsergebnisse in die Wirtschaft.

Heike Lorenz wurde 1964 in Hasselfelde geboren. Sie begann ihre wissenschaftliche Laufbahn an der Bergakademie Freiberg mit dem Studium der Chemie, Fachrichtung Verfahrenschemie. 1988 kam Heike Lorenz nach Magdeburg und promovierte 1992 an der Universität Magdeburg mit "magna cum laude". Ihre Habilitation folgte 2004, und sie erhielt die Lehrbefugnis für Technische Chemie. Seit 1998 ist Heike Lorenz am Max-Planck-Institut Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten sie u. a. an die International Flame Research Foundation, IJmuiden (Niederlande) und an die Universität Rouen (Frankreich). Zusätzlich zu ihrer Forschungsarbeit betreut Heike Lorenz derzeit sieben internationale Doktoranden. Außerdem hält sie Lehrveranstaltungen in Chemischer Prozesskunde sowie zu modernen analytischen Methoden in der chemischen Industrie im englischsprachigen Studiengang Chemical and Process Engineering an der Universität Magdeburg. Für ihre exzellente wissenschaftliche Arbeit erhielt die Wissenschaftlerin bereits verschiedene Preise.

Dr. med. Dr. rer. nat. Björn Hendrik Schott

Björn Hendrik Schott ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Verhaltensneurologie im Leibniz-Institut für Neurobiologie und an der Klinik für Neurologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er wird ausgezeichnet für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften.

Herr Schott befasst sich in seinen Forschungsarbeiten mit der Frage, in wie weit sich genetische Unterschiede bei verschiedenen Individuen in synaptischen Proteinen, Neurotransmissionssystemen oder Signalkaskaden auswirken. In seinen Untersuchungen verbindet er unter Nutzung eines fächerübergreifenden Methodenspektrums die klinische Forschung mit der Grundlagenforschung. Er leitet die Arbeitsgruppe "Imaging Genetics". Dabei werden Techniken aus der nicht-invasiven Bildgebung mit molekularen Methoden zur Untersuchung von genetischen Polymorphismen miteinander verbunden und mit Methoden aus der Psychologie vernetzt. Mit Hilfe der Forschungsarbeiten von Björn Hendrik Schott war es möglich, eine wertvolle Brücke zwischen klinisch-humanexperimenteller und molekular-zellulärer Neurowissenschaft zu bauen. Diese bildete den Grundstein für die Erforschung genetischer Variabilität komplexer neuronaler Verarbeitungsprozesse in Magdeburg.

Der Wissenschaftler wurde 1975 in Scherzingen (Schweiz) geboren und studierte Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Studienaufenthalte im Ausland absolvierte er am Center for Cognitive Neuroscience, Dartmouth College, Hanover (USA) und am National Hospital of Neurology and Neurosurgery, University College London (England). Seine Promotion zum Dr. med. schloss er 2004 mit dem Prädikat "summa cum laude" ab. 2008 erhielt er für seine zweite Promotionsarbeit auf dem Gebiet der Neurowissenschaften (Dr. rer. nat.) ebenfalls das Prädikat "summa cum laude". Seit 2004 ist Björn Hendrik Schott auch Gastwissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Er kann auf eine hochrangige Publikationsliste und internationale Kongressbeiträge verweisen.

Hinweis: Vertreterinnen und Vertreter der Presse können Fotos der beiden Preisträger unter der E-Mail-Adresse oder unter der Telefonnummer 0391/567-7777 abfordern.


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