Gutachten

Frauen fördern ohne Männer zu diskriminieren

Wer Frauen fördert, darf Männer nicht diskriminieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dazu das Gutachten "Rechtliche Grundlagen für Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft" veröffentlicht. Es beleuchtet die aktuelle Rechtslage im Hinblick auf die Möglichkeiten des Staates, eine gleichstellungsorientierte Wissenschaftspolitik zu betreiben.

08.03.2011 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

"Ich wünsche mir mehr Professorinnen, mehr Wissenschaftlerinnen, mehr Nobelpreisträgerinnen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan anlässlich des Weltfrauentags. "Ich werde mich weiter dafür einsetzen, die Karrierechancen für Frauen in Wissenschaft und Forschung zu verbessern. Hierfür brauchen wir eine Förderung, die zielführend ist - und gleichzeitig auch juristisch unangreifbar."

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass Förderinstrumente, die ausschließlich für Frauen gelten, rechtlich zulässig sind, wenn sie transparent, nachprüfbar und in sich diskriminierungsfrei sind. So ist die Anzahl der Publikationen beispielsweise ein in sich diskriminierungsfreies Kriterium, während die zeitliche Verfügbarkeit, ob jemand also Vollzeit oder Teilzeit arbeitet, in der Regel Frauen benachteiligt - also nicht in sich diskriminierungsfrei ist. Auch dürfen Förderinstrumente, die ausschließlich für Frauen gelten, keinen Automatismus enthalten: Eine Wissenschaftlerin oder Professorin darf also nicht nur aufgrund ihres Geschlechts eingestellt werden. Vielmehr wird die Zuwendung erst dann geleistet, wenn eine Frau aufgrund transparenter und diskriminierungsfreier fachlicher Kriterien als geeignete Kandidatin ausgewählt wurde.

Das Gutachten bestätigt auch die aktive Gleichstellungspolitik des BMBF für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Dazu gehören Maßnahmen wie das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder, mit dem mehr als 250 Stellen für Professorinnen an deutschen Hochschulen gefördert werden. Mittlerweile sind in Deutschland 18,2 Prozent aller Professuren mit Frauen besetzt (2009), das sind rund vier Prozentpunkte mehr als 2005 und eine Steigerung um 10 Prozentpunkte gegenüber 1995.

Auch in den übrigen Bereichen der Wissenschaft nimmt der Anteil der Frauen zu: 2009 wurden 44 Prozent der Doktorarbeiten von Frauen abgeschlossen, 2005 waren es noch 39,6 Prozent, 1995 nur 31,5. Der Anteil der Habilitandinnen stieg im selben Zeitraum von 13,8 über 23 auf 24 Prozent. Und bei den erfolgreichen Studienabschlüssen haben Frauen mittlerweile sogar die Nase vorn: Ihr Anteil nahm seit 1995 von 41,6 über 50,6 auf 51,6 Prozent zu.

Die Studie finden Sie im Netz unter: www.bmbf.de/de/15759.php


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