GEW: "Gute Bildung in öffentlicher Verantwortung!"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat an die Bildungsminister der europäischen Staaten appelliert, sich für eine Rahmenrichtlinie für den Erhalt und Ausbau der öffentlichen Daseinsvorsorge einzusetzen. Dabei sei die Bildung ein sehr wichtiger Bestandteil.

01.03.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Der qualitative und quantitative Ausbau des öffentlich verantworteten und finanzierten Bildungswesens solle so erklärtes Ziel europäischer Politik werden. "Ich warne dagegen vor Privatisierungstendenzen im Bildungswesen, für die die Dienstleistungsrichtlinie ein Einfallstor sein kann", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Donnerstag in Frankfurt a.M. mit Blick auf die Konferenz der europäischen Bildungsminister in Heidelberg. "Grundschulen, die auf dem Aktienmarkt feilgeboten werden, sind das Letzte, was die Gesellschaft gebrauchen kann."

"Privatisierung bedroht die Qualität von Bildung. Sie ist ein Angriff auf die Chancengleichheit der Menschen. Deregulierung und Liberalisierung führen zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen und Pädagogen. Wir brauchen gute Bildung für alle Menschen. Sie eröffnet die Chance auf eine sinnvolle Lebensperspektive und ermöglicht den Einsteig in Ausbildung und Beruf", unterstrich Thöne. Ein Europa, das sich den Neoliberalismus auf die Fahne schreibt, sei ein Hemmschuh auf dem Weg zur Gestaltung eines einheitlichen Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialraumes. "Wenn der europäische Prozess vorankommen, wenn Europa zu einer Herzensangelegenheit der Europäer werden soll, muss endlich die soziale Dimension im europäischen Einigungsprozess ernstgenommen und entwickelt werden", betonte der GEW-Vorsitzende.

Die GEW unterstützt das Aktionsbündnis-Bildung und die Demonstration am Donnerstag, zu der die Veranstalter über 1.000 Menschen erwarten. Thöne stellte sich hinter die Forderungen des Aktionsbündnisses nach gebührenfreien Bildungsangeboten für alle Menschen und qualifizierten Ausbildungsplätzen für alle Jugendlichen. Er machte sich für ein integriertes Schulsystem in Deutschland stark und wandte sich gegen den einseitigen Ausbau von Elite-Hochschulen. "Bildung ist ein Menschenrecht. Deshalb setzen wir uns für freie Bildung für alle ein", sagte der GEW-Vorsitzende.

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