Gründung des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung

Der Senat hat heute die Gründung eines Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) beschlossen, um den Luftfahrt- und Luftfahrtforschungsstandort Hamburg nachhaltig zu stärken. Das ZAL ist auch ein wichtiger Baustein der Hamburger Bewerbung im Rahmen Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

22.01.2008 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Auf der Basis einer gemeinsamen Initiative von Unternehmen der Luftfahrtindustrie, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Verbänden zum weiteren Ausbau des Luftfahrtstandortes Hamburg wird die FHH ca. 10 Mio. Euro in den Aufbau des ZAL investieren.

Senator Gunnar Uldall, Präses der Behörde für Wirtschaft und Arbeit: "Hamburgs Luftfahrtindustrie erhält durch das ZAL eine zusätzliche Infrastruktur, der die einzelnen Betriebe und den gesamten Standort im internationalen Wettbewerb weiter stärken wird. Es gilt, die Kompetenz dieser hochinnovativen Branche im Verbund mit den Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen konsequent weiter und neue Technologien zu entwickeln. Der scharfe weltweite Wettbewerb erfordert dies, wenn die Hamburger Luftfahrtindustrie und ihre Zulieferer auch künftig die Nase vorn haben wollen."

Neben den großen Unternehmen Airbus und Lufthansa Technik profitieren vom ZAL besonders auch die ca. 300 mittelständischen Unternehmen am weltweit drittgrößten Standort der zivilen Luftfahrt.

Dr. Gerald Weber, Airbus Deutschland GmbH: "Unsere langjährigen Erfahrungen bei der Entwicklung der Flugzeugkabine von morgen zeigen: Wenn Forscher und Praktiker zusammenarbeiten, führt das zum Erfolg. Dieser Erfolg sollte mit ZAL weiter ausgebaut werden, gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern. Damit werden dem Standort Hamburg und der Region technologisch zukunftsweisende und wettbewerbsfähige Produkte auf Weltniveau gesichert." 1 August Wilhelm Henningsen, Lufthansa Technik AG: "Wir sehen deutlich steigenden Bedarf für die Entwicklung praxisorientierter Lösungen luftfahrttechnischer Problemstellungen in unmittelbarer Nähe unsere Geschäftsfelder in Hamburg. Die Initiative der Freien und Hansestadt Hamburg zur Gründung eines `Zentrums für angewandte Luftfahrtforschung´ (ZAL) im Rahmen einer `Public Private Partnership´ (PPP) halten wir daher für sehr unterstützenswert und darüber hinaus auch positiv für die Weiterentwicklung des Luftfahrtstandorts Hamburg."

Mit dem ZAL soll Hamburgs Kompetenz als Luftfahrtstandort auch auf nachhaltiges ökonomisches und ökologisches Fliegen ausgerichtet werden. Themen der Zukunft sind Gewichtsreduzierung, Einsatz von Brennstoffzellen und neue Verfahren. Die Bündelung der Kompetenzen in einem Zentrum hat das Ziel, anwendungsorientierte Forschung an den Hochschulen mit Unternehmen der Luftfahrtbranche zusammenzubringen, die diese Forschung einerseits anregen und mit vorantreiben, andererseits aber auch unmittelbar von ihr profitieren. Im Mittelpunkt werden dabei die Bereiche Flugzeugrumpf und –Kabine stehen, in denen Hamburg besondere Kompetenz aufweist. Diese können von den Unternehmen ebenso wie von den Hochschulen und Forschungseinrichtungen genutzt werden.

Schwerpunkte des ZAL:

  • Teststände für gemeinsame Forschungsaktivitäten von Unternehmen und Hochschulen.
  • eine Plattform für das Engagement von internationalen Forschungsinstituten.
  • Beratungsdienstleistungen für kleine und mittelgroße Betriebe.
  • Standortkompetenzen transparent machen und die Bildung von Kooperationen unterstützen.
  • Forschungsarbeiten initiieren.
  • Luftfahrtforschungskompetenzen des Standortes bündeln.
  • Informations- und Wissensaustausch zwischen den Beteiligten des Luftfahrtclusters verbessern. Sitz der Geschäftsführung des ZAL wird am Flughafen sei. Teststände wird es in einem neuen Gebäude auf der Rüschhalbinsel und auf dem Gelände der Lufthansa Technik geben.

Uwe Gröning, Hanse Aerospace e.V.: "Hanse Aerospace ist von Beginn an in die Konzeption eingebunden gewesen. Wichtigster Vorteil für die KMU der Metropolregion ist ein starker Verbund von Testeinrichtungen und ihre Transparenz, damit die gewachsenen Anforderungen an Nachweisführungen ´vor Ort´ erfüllt werden können."

Am Standort Finkenwerder soll das Fuel Cell Lab (FCL) in das ZAL räumlich integriert werden. Dabei handelt es sich um eine neue Einrichtung zur angewandten Forschung in der Brennstoffzellentechnologie. Die Brennstoffzelle soll Energie für verschiedene Anwendungen in der Flugzeugkabine liefern, dadurch die Triebwerke entlasten und so auch zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Luftverkehr und damit zum Klimaschutz beitragen. Für diese geplante Einrichtung stehen 3,6 Mio. Euro der Stadt zur Verfügung.

Die Hamburger Hochschulen haben in den letzten Jahren ihre Ausbildungs- und Forschungsanstrengungen im Luftfahrt-Cluster stark erhöht: Mittlerweile werden jährlich rund 350 Studienanfängerplätze in Studiengängen mit Luftfahrtbezug angeboten. Die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) haben ihre Forschungsschwerpunkte auch auf den Luftfahrtbereich ausgerichtet und leisten damit einen substantiellen Beitrag, um Hamburgs Position als einer der führenden Luftfahrtstandorte weltweit zu sichern.

Senator Jörg Dräger, Präses der Behörde für Wissenschaft und Forschung: "An den Hamburger Hochschulen besteht ein exzellentes wissenschaftliches Know-how im Flugzeugbau. Die Gründung des ZAL bietet die Möglichkeit, diese Kompetenzen zu bündeln. Damit stärken wir langfristig die anwendungsorientierte Luftfahrtforschung Hamburgs im internationalen Wettbewerb. Der Ausbau des Luftfahrtclusters mit dem Fokus auf Forschung stärkt zudem die Innovationskraft der Stadt und erhöht die internationale Anziehungskraft Hamburgs auf talentierte Studierende und Forscher."


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