Auszeichnungen

Hamburger Preis für Theoretische Physik erstmalig verliehen. Polnischer Quantenphysiker Maciej Lewenstein ausgezeichnet

Im Rahmen eines internationalen Symposiums auf dem Forschungscampus Bahrenfeld ist heute der polnische Physiker Prof. Dr. Maciej Lewenstein mit dem "Hamburger Preis für Theoretische Quantenoptik 2010" ausgezeichnet worden. Überreicht wurde der Preis von Hamburgs Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Herlind Gundelach. Die Laudatio hielt der Quantenpionier Prof. Dr. Peter Zoller aus Innsbruck.

12.11.2010 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Der 55jährige Lewenstein, einer der bekanntesten und angesehensten Wissenschaftler im Bereich der Quantenoptik, arbeitet derzeit als Professor am Institute of Photonic Sciences (ICFO) in Barcelona. Gewürdigt wurde Prof. Lewenstein für seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der theoretischen Quantenoptik. Gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Roy Glauber hat er wichtige Arbeiten zur Lichtausbreitung in Materialien publiziert, zur künstlichen Intelligenz gearbeitet und insbesondere die Physik der Quanteninformationsverarbeitung sowie der ultrakalten Quantengase mitgeprägt.

Der Preis, der im Jahr 2010 erstmalig verliehen wurde, ist mit 50.000 Euro einer der höchst dotierten Wissenschaftspreise überhaupt und hat schon vor seiner Verleihung außerordentliche Beachtung in der Wissenschaftsscene erfahren. Verbunden mit der Auszeichnung ist die Verpflichtung, im nächsten Jahr einige Monate in Hamburg am Zentrum für Optische Quantentechnologien (ZOQ) zu forschen und zu lehren. Prof. Lewenstein wird Vorlesungen halten sowie gemeinsame Forschungsprojekte mit den Gruppen am ZOQ und den Studierenden dort durchführen.

Wissenschaftssenatorin Dr. Gundelach: "Ich freue mich sehr, dass mit Prof. Lewenstein einem, wenn nicht dem Fachmann auf dem Gebiet der theoretischen Physik, unser Hamburger Preis verliehen wird. Prof. Lewenstein hat auf allen hochaktuellen Forschungsfeldern gearbeitet, wie Quanteninformationsverarbeitung, Quantenoptik, Physik ultrakalter Quantengase, Ultrakurzzeitphysik. Ebenso hat er sich mit der Wechselwirkung von Licht und Materie bei sehr hohen Lichtintensitäten beschäftigt, die ganz entscheidend von der theoretischen Physik mitgeprägt werden. Er ist ein würdiger, erster Träger dieses neuen Preises."

Prof. Lewenstein hat in Warschau und der ehemaligen Sowjetunion studiert, in Essen und den USA promoviert und wurde 1995 in Paris zum Professor ernannt. Von 1998 bis 2005 hatte er eine Professur an der Universität Hannover inne. Er ist Gründungsdirektor eines im Jahr 2004 ins Lebens gerufenen Zentrums für ´Photon Science' und seit 2005 am Institut de Ciències Fotòniques (ICFO) in Barcelona tätig. Seine wissenschaftlichen Arbeiten gehören zu den besonders häufig zitierten Arbeiten der theoretischen Physik.

Der Hamburger Preis für Theoretische Quantenoptik ist eine Initiative des Landesexzellenzclusters 'Frontiers in Quantum Photon Science' unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Sengstock, das die herausragende Expertise auf dem Gebiet der Photonik in Hamburg bündelt und von der Joachim Herz Stiftung, dem Partner der Landesexzellenzinitiative, gefördert wird.

Die Hamburger Landesexzellenzinitiative wurde 2009 gestartet, um herausragende Forschungsverbünde und Graduiertenschulen der forschungsbezogenen Nachwuchsförderung gezielt zu fördern und sie in die Lage zu versetzen, zur nationalen und internationalen Spitzengruppe aufzuschließen und Forschungsmittel in überregionalen Exzellenzwettbewerben einzuwerben.

Den Rahmen für die Preisverleihung bildetet ein zweitägiges Symposium mit internationalen Experten aus den Gebieten der Quantenoptik und der Laserphysik, die zusammen mit den Nachwuchswissenschaftlern des Clusters verschiedene Themen ihrer Fachdisziplin diskutiert haben.


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