HRK-Präsidentin: "Bildungsgipfel" ohne Finanzvereinbarung bringt Hochschulen nicht weiter

Nach dem soeben zu Ende gegangenen "Bildungsgipfel" sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel:

22.10.2008 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

"Die Hochschulen haben erwartet, dass der Bildungsgipfel verbindliche zukunftsweisende Aussagen zur Hochschulfinanzierung der nächsten Jahre trifft. Sie wurden enttäuscht. Bund und Länder weisen den Hochschulen zusätzliche Aufgaben zu, ohne deren Finanzierung zu sichern. Bei den Studieninteressierten und -berechtigten werden so Erwartungen geweckt, die zunächst nicht einzulösen sein werden. Damit spitzt sich die Situation weiter zu.

Die Steigerung der Studienanfängerzahlen, die Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Ausbildung, mehr berufsbegleitende und weiterbildende Studiengänge, höhere Erfolgsquoten - diese Ziele sind richtig und werden von den Hochschulen mit getragen. Sie können dies nach einer jahrzehntelangen Unterfinanzierung jedoch auf dem erforderlichen Qualitätsniveau nicht auch noch aus der Substanz leisten.

Ich hoffe sehr, dass die geplante Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis führen wird, das der "Bildungsgipfel" heute nicht erbracht hat; einen Konsens über die entscheidende Frage der Finanzierung. Ich erkenne an, dass Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin sich auf das gemeinsame Ziel von zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung bis 2015 verständigt haben. Daher gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die intensive Diskussion der letzten Monate um den Stellenwert der Bildung mittelfristig Wirkung zeigt und alsbald auch zu konkreten Beschlüssen für den Hochschulpakt II führt.

Ich erwarte für den Hochschulpakt II insbesondere, dass er sich

  • an der aktuellsten Studienanfängerprognose der KMK orientiert,
  • neu zu schaffende Studienplätze - vor allem vor dem Hintergrund des politisch gewünschten Ausbaus der MINT-Fächer - angemessen finanziert,
  • ausreichende Mittel für die Integration von beruflich Qualifizierten ohne formale Hochschulzugangsberechtigung vorsieht und
  • die Zusatzkosten für die intensivere, individuellere Betreuung in den Bachelor- und Masterstudiengängen berücksichtigt."

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